Schweißzentrierstifte

Nie gedacht

„Ich hätte nie gedacht, dass Keramik so stabil ist!“ Jochen Persch (Stadco, rechts im Bild) zu Werner Frick (CeramTec).

hätte der CeramTec-Kunde Stadco, dass Keramik so stabil ist. Der Automobilzulieferer aus Saarlouis sieht daher in der bisherigen Kooperation ein für die Zukunft weiter ausbaufähiges Erfolgsmodell. Als den Schweißern bei Stadco mitgeteilt wurde, dass ihre bisherigen Schweißzentrierstifte aus Stahl durch keramische ersetzt werden sollen, waren sie mehr als skeptisch. Jeder hatte sofort einen zerspringenden Porzellanteller vor Augen und so konnte sich niemand vorstellen, dass Keramik als Werkstoff dem altbekannten Stahl überlegen sein könnte. Immerhin werden beim Buckelschweißen im Karosseriebau Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius erreicht. Die Schweißzentrierstifte sorgen dabei für die Passgenauigkeit von Blechen und Muttern, die zusammengeschweißt werden. Die Umstellung von Stahlstiften auf Keramikstifte erforderte keinen großen Aufwand. Lediglich der Strom, der durch das Kupfer fließt, musste reduziert werden. Den 30 bis 40 Kilo Ampère sind die handelsüblichen Zentrierstifte aus Zirkonoxid trotzdem nicht gewachsen - spätestens, wenn die erforderlichen 800 Grad Celsius erreicht sind, kommt es zum Verschleiß dieser Keramik. Nur die CeramTec-Zentrierstifte aus dem für dieses Anwendungsfeld entwickelten Werkstoff Siliziumnitrid SL200B können hier den Arbeitsbedingungen trotzen und mit ihrer hohen Beständigkeit überzeugen. Mittlerweile währt die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen drei Jahre und Jürgen Persch, in der Abteilung Instandhaltung bei Stadco für das Schweißen zuständig, ist begeistert von der Qualität der Schweißzentrierstifte: "Allein die Standzeit der Keramikstifte ist um ein Vielfaches höher, wir sparen den häufigen Austausch und somit natürlich auch Kosten." In der Tat mussten die früheren Stahlstifte mehrmals pro Tag gewechselt werden, weil Verschleiß und anhaftende Schlacke sie unbrauchbar gemacht haben. Die Keramikstifte werden, wenn überhaupt, einmal im Monat ausgetauscht. Und dieser Austausch ist auch nur notwendig, wenn der Stift durch mechanischen Einfluss abgebrochen ist. "Damit ist unser gesamter Fertigungsprozess viel stabiler und kostengünstiger geworden. Ich hätte nie gedacht, dass Keramik so stabil ist. Die Festigkeit ist wirklich verblüffend", fährt Persch fort. "Ich schweiße seit zehn Jahren. In dieser Zeit hat sich so einiges verändert. Aber eine der größten Verbesserungen ist die Entwicklung dieser Keramikstifte." So wie ihm ging es auch seinen Kollegen, die ihre anfängliche Skepsis schnell überwunden und sogar noch Verbesserungsvorschläge gemacht haben. Anfangs wurden die Stifte durch ein Gewinde an der Maschine befestigt. Im täglichen Arbeitsprozess hat sich jedoch gezeigt, dass ein einfacher Steckmechanismus ebenso gut funktioniert und zusätzlich noch die Produktionskosten der Schweißzentrierstifte reduziert. Stadco bestellt mittlerweile regelmäßig Schweißzentrierstifte bei den Plochinger Keramikspezialisten. 350 Mitarbeiter verarbeiten in drei Schichten rund um die Uhr die vorgeformten Blechteile. Wenn man bedenkt, dass täglich 120.000 einzelne Karosserieteile für 2.000 Autos eines amerikanischen Herstellers die Fabrikhalle verlassen, zeigt sich, wie außergewöhnlich hoch die gelieferte Qualität der Schweißzentrierstifte der CeramTec AG tatsächlich ist. lg

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Transparente Keramik

Härter als Glas

Ceramtec ist es gelungen, eine transparente Keramik im Serienmaßstab herzustellen, die extrem belastbar und sehr beständig ist. Sie heißt Perlucor und weist einen drei- bis viermal höheren Härte- und Festigkeitsgrad als konventionelles Glas auf.

mehr...
Anzeige

Automationslösungen von item

Erweitern Sie Ihr Wissen innerhalb der Automation und erfahren Sie alles rund um Motoren, Getriebe und Steuerungen im Leitfaden von item Industrietechnik.

mehr...

Keramikpapier

Schneeweiße Leichtigkeit

Keramik-Papiere wie der Typ 3000 von Kager sind prädestiniert für die Herstellung von Dichtungen und Isolationen im Hochtemperaturbereich. Das Material ist hitzebeständig, flexibel, resistent gegen Fäule sowie beständig gegen Säuren und Laugen.

mehr...
Anzeige

Keramische Sinterträger

Effizienter sintern

Das Metal Injection Moulding (MIM) ist als Verfahren komplex und bietet viel Optimierungspotenzial. Speziell für das Sintern innerhalb des MIM-Prozesses hat WZR Ceramic Solutions neue Träger entwickelt, die sich schon ab Losgröße 1 kundenspezifisch...

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Interessenten können ab sofort auf der Homepage der ACE Stoßdämpfer GmbH die für Ihre Anwendung maßgeschneiderte Gasfeder berechnen und auslegen. Unter ‚Berechnungen' ist das Gasfeder-Berechnungstool auf der Website ace-ace.de zu finden.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

MES macht Schluss mit Stillstand
Die MES-Software von PROXIA unterstützt die Kieselmann GmbH bei der Herstellung von umfangreichen Leitungs- und Ventilsystemen, den Überblick über eine äußerst komplexe Produktion zu behalten. Das MES ermöglicht, die Fertigung wirtschaftlich zu planen und zu organisieren sowie mit sicheren Kennzahlen Effizienzpotentiale aufzudecken und zu nutzen.
Bericht lesen

Zum Highlight der Woche...

Keramik-Halbzeug

Hitzefest bis 1.700°C

Moderne Keramik-Werkstoffe, beispielsweise für den Einsatz in Schweiß-, Kraftwerks- oder Isolationstechnik, punkten nicht zuletzt auch mit hohen Schmelzpunkten, thermodynamischer Festigkeit und einer geringen Wärmeleitfähigkeit.

mehr...

Keramische Preforms

Hochporöse Vorformlinge

aus Keramik - auch Preforms genannt - werden beim Gießen an der zu verstärkenden Stelle des Leichtbauteils eingesetzt und von der Metallschmelze infiltriert. So kombiniert das aus Hartstoffpartikeln bestehende Trägermaterial die Leichtigkeit des...

mehr...

Festkeramik

Gründe genug

gibt es wahrlich für den Einsatz einer technischen Keramik. Zu nennen sind hier unter anderem: Extreme Betriebstemperaturen, anspruchsvolle Verschleißsituationen oder ein erhöhtes Korrosionsrisiko. Ihre hohen Schmelzpunkte, ihre thermodynamische...

mehr...