Widerstandsschweiß- und Klebe-Technik

Fügen umfassend gedacht

Nimaks Erfolg ist maßgeblich mit dem Siegeszug des Roboters in der Automobilindustrie verknüpft. Als führender Hersteller in der Widerstandsschweiß-Technik weiß der Punktschweiß-Spezialist jedoch auch, dass sich die Fügetechnik gerade im Automobilbau durch den Multimaterial-Mix in Richtung Klebetechnik verschieben wird. So investiert das Unternehmen nicht nur in neue Antriebsarten für Punktschweiß-Maschinen, sondern auch in Klebe- und Dosiertechnologien.

Widerstandsschweiß- und Klebe-Technik

„Partner zu haben, mit denen man sich auf Augenhöhe unterhalten kann, ist für eine Institution wie unsere ganz essenziell“, betont Prof. Dr.-Ing. Steffen Keitel, Geschäftsführer der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Halle (SLV). „Mit Nimak haben wir genau solch ein Unternehmen an unserer Seite, für das es nicht darauf ankommt, Informationen abzusaugen, sondern in einer offenen und konstruktiven Kommunikation die wissenschaftlich-technische Entwicklungsarbeit aktiv mitzugestalten.“ Genau deshalb habe sich die SLV Halle auch dazu entschlossen, mit dem Westerwälder Unternehmen nicht nur auf allen Feldern der Forschung, industriellen Dienstleistung und Ausbildung zusammen zu arbeiten, sondern dort auch eine Punktschweiß-Maschine mit der laut Hersteller bislang einzigartigen magneticDrive-Technologie zu bestellen.

Diese ist eines der Highlights des Unternehmens mit Stammsitz in Wissen, das als einer der führenden Anbieter im Bereich der Widerstands-Schweißtechnik gilt und das darüber hinaus Hand-Schweißzangen, Automationslösungen und Sonderanlagen sowie Klebe- und Dosiertechnologie im Produkt-Portfolio hat. Mit magneticDrive hat Nimak neben elektromotorischen und servo-pneumatischen Antrieben eine dritte Antriebsart entwickelt, bei der erstmals unter Einsatz eines Elektromagneten auch die Kraft während des Pressschweißens variiert werden kann und die anderen Parameter Kraft und Zeit ergänzt. Der Fügeprozess erfolgt dadurch sanfter und materialschonender, was längere Wartungsintervalle und eine kleinere Dimensionierung der Anlage erlaubt. Zudem ermöglicht diese Technologie zuverlässige Verbindungen zwischen schlecht schweißbaren Stählen und Aluminium.

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„Für uns eröffnen sich damit völlig neue Optionen in der Schweißtechnik“, erklärt Keitel. Zwar sei die SLV noch dabei, die Anlage zu testen, doch könne man schon jetzt das große Potenzial erkennen.

Die Einschätzung des SLV-Geschäftsführers entspricht offensichtlich auch der des Marktes, blickt man zum Beispiel in der Automobilindustrie. So ist Nimak nach eigenen Angaben weltweit der einzige Anbieter, der für alle Premium-Hersteller der Automobilindustrie freigegeben ist, kundenspezifische Standards bei Schweißzangen zu erfüllen. Das Unternehmen bietet C- und X-Zangen an, die je nach Anwendung und Zugänglichkeit zum Einsatz kommen.

Der Automotive-Bereich ist auch im Bereich Automation für Nimak ein bedeutendes Kundenumfeld. Das Angebot reicht von Drehtisch-Anlagen über stationäre Schweißmaschinen mit Sonder-Schweißwerkzeugen bis hin zur Konstruktion und schlüsselfertigen Errichtung von kompletten Roboterzellen mit maximalem Automatisierungsgrad. So beliefert Nimak zum Beispiel das Zulieferunternehmen Gestamp Griwe im Wesentlichen mit vollautomatischen Roboteranlagen.

Aktuell läuft die Umsetzung zweier Projekte mit einem Auftragsvolumen von jeweils mehr als einer Million Euro: Eine Linear-Transfer-Anlage für das Schweißen von Platinen, die das Crash-Verhalten in der B-Säule bei Opel- und Ford-Modellen verstärken soll, sowie eine Anlage für das Buckelschweißen beim Anbringen von diversen Unterbaugruppen, die in der B-Säule des 3er BMW integriert werden. „Unser Partner Nimak zeichnet sich durch eine sehr präzise und ausgeprägte technische Orientierung aus, der spezielle Kundenwünsche sehr gut erfüllt“, unterstreicht Gerald Zwingmann, bei Gestamp Griwe mitverantwortlich für die Prozessplanung Schweißen.

Einstellung auf Marktveränderungen

Gleichwohl wird sich der Markt für Punktschweißen und Roboter-Schweißzangen verändern. „Die heute bei einem Auto noch etwa 3.000 bis 5.000 üblichen Schweißpunkte werden immer mehr abnehmen, auch wenn die Widerstandsschweiß-Technik immer noch die schnellste und wirtschaftlichste ist“, erläutert Geschäftsführer Dr. Niels Hammer. „Aber der zunehmende Trend zum Leichtbau und einem damit einhergehende Multimaterial-Mix erfordert andere Fügetechniken.“ Die Klebetechnik werde im modernen Karosseriebau in den nächsten zehn Jahren die stärkste Zuwachsrate aufweisen. Schon seit einigen Jahren hat Nimak daher mit der Klebe- und Dosiertechnologie einen weiteren wichtigen Geschäftsbereich aufgebaut und selbst entwickelt. Die Applikations-Technologie a.tron für Kleb-, Dicht- und Dämmstoffe umfasst das gesamte erforderliche System mit aufeinander abgestimmten Komponenten, von der Doppelfasspumpe über das Steuerungssystem bis hin zum Dosierkopf. „Ganz aktuell haben wir die neue Generation von a.tron auf den Markt gebracht, die einen Teil der Steuerung in den Dosierkopf verlagert und somit einen gesamten Schaltschrank wegfallen lässt“, so Hammer. Für viele Produktionsbereiche sei dies von erheblicher Bedeutung. Zudem ermögliche man den Kunden mit diesem Angebot ein hohes Maß an Investitionssicherheit, da sie sich so für alle Fügeaufgaben und mitunter in der Zukunft verändernde Produktionsverfahren rüsten können. cs

Schweissen & Schneiden, Halle 9, Stand C26

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