Lordoseventile

Komfortsitze kommen dank Klebstoff in Form

Der Sitzkomfort beim Autofahren wird immer wichtiger. Während Massagesitze noch der Oberklasse vorbehalten sind, befinden sich Lendenwirbelstützen auf dem Weg in den Massenmarkt. Alfmeier, ein führender Anbieter der dafür benötigten Lordoseventile, setzt für zuverlässige Produkte und eine schnelle Fertigung auf Klebstoffe von Delo.

Zum zuverlässigen Abdichten der Pins kommen lichthärtende Klebstoffe von Delo Industrie Klebstoffe zum Einsatz (Bild: DELO)

Der Mensch ist nicht fürs Sitzen gemacht und verbringt doch unzählige Stunden in der rückenunfreundlichen Haltung. Während die Sinnhaftigkeit des gesunden Sitzens beispielsweise bei Bürostühlen nicht mehr hinterfragt wird, stellt sich der Ergonomie-Gedanke bei der Entwicklung von Autositzen noch hinter Aslpekten wie Komfort, Design oder Kosten an. Zudem gelten Sitze nachwie vor nicht als starkes Verkaufsargument.

Komfort sprengt Klassengrenzen

Eine wichtige Rolle beim rückengerechten Sitz spielen Lordoseventile. Diese kleinen Helfer sind vor allem als pneumatische Aktoren für Lendenwirbelstützen bekannt geworden. Zunächst dem Premiummarkt vorbehalten, finden sie sich zunehmend auch im Massenmarkt wieder. Ein weiterer Trend dabei ist, dass sie kleiner und leichter werden, wodurch sie sich als Ventil-Inseln nebeneinander verbauen lassen, ohne zu viel wertvollen Bauraum zu beanspruchen. Zudem werden sie multifunktionaler, wodurch sie nicht länger nur als Rückenstützen zum Einsatz kommen, sondern auch als Lehnenbreiten-Verstellung oder für Sitzmassagen. In einem aktuellen Oberklassemodell finden sich für einen Aufpreis von 2.000 Euro gar 14 temperierte Luftkissen, die sich der Körperkontur exakt anpassen.

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Ein Zulieferer der kleinen Lordoseventile ist Alfmeier, bei dem pro Jahr mehrere hunderttausend Ventile vom Band laufen. Daneben beliefert das inhabergeführte Familienunternehmen mit Hauptsitz in Treuchtlingen die Automobilbranche, die Medizintechnik sowie die Elektroindustrie auch mit Aktuatoren, Pumpen und Kunststoffformteilen.

Geschwindigkeit zählt

Für ein dauerhaft zuverlässiges Funktionieren der Alfmeier-Ventile ist die Dichtheit der elektrischen Anschlusskontakte an der Gehäusedurchführung entscheidend, schließlich beträgt der Arbeitsdruck 1 bis 1,5 bar, teilweise sogar 2,5 bar. Für die Abdichtung dieser Kontakte setzt Alfmeier auf einen Verguss mit Klebstoffen, da andere Verfahren wie das Umspritzen nicht in Frage kommen. Denn neben der Zuverlässigkeit der Lösung ist Alfmeier ein weiteres Kriterium wichtig: Geschwindigkeit. Eine einfache Klebstoffdosierung und eine schnelle Aushärtung stehen dabei im Mittelpunkt. Nur so kann das Unternehmen kurze Taktzeiten erreichen, um tatsächlich Serienprozesse zu realisieren, die auch eine Inline-Funktionsprüfung der Abdichtung einschließen.

Als Projektpartner hat sich Alfmeier für Delo Industrie Klebstoffe entschieden. Der Mittelständler mit seinem Portfolio an Highend-Klebstoffen war früh mit an Bord und brachte seine Kompetenz bei Klebeprozessen von großen Stückzahlen ein. Das Aufsetzen und Testen aller Fertigungsprozesse gehörte genauso dazu wie eine spezielle Modifizierung der Klebstoffe auf die Anforderungen bei Lordoseventilen. „Kleben ist ein leistungsfähiges, aber teilweise auch komplexes Fügeverfahren. Daher ist es wichtig, nicht einfach nur Produkte zu verkaufen, sondern im Vorfeld umfassend zu testen und alle Fertigungsaspekte mit den Kunden zu besprechen und zu planen“, erklärt Christian Walther, Vertriebsleiter Deutschland bei Delo.

Effizient in Serie

Nach einigen Vorversuchen mit unterschiedlichen Produkten kamen ein einkomponentiger und ein zweikomponentiger Klebstoff in die Endauswahl. Aufgrund der deutlich schnelleren Aushärtung und einfacheren Verarbeitung fiel die Wahl dann auf den einkomponentigen, lichthärtenden Klebstoff, was eine Dichtheitsprüfung direkt im Prozess ermöglicht. Genauer gesagt handelt es sich sogar um ein so genanntes dualhärtendes System. Dabei wird der Klebstoff an allen lichtzugänglichen Stellen mit LED-Lampen ausgehärtet, wodurch die Ventile sofort weiterverarbeitet werden können. In den Schattenzonen, in die das Licht nicht vordringen kann, härtet der Klebstoff über den Kontakt mit Luftfeuchtigkeit endgültig aus.

Produziert werden die Ventile in einer etwa sechs Meter langen Linearanlage, wobei der Klebeprozess ein Viertel ausmacht. Zu Beginn werden die Ventile automatisch zugeführt, anschließend erfolgt die Klebstoffdosierung aus einem Drucktank. Dank der erwähnten Lichthärtung ist der Pin-Verguss innerhalb von etwa zehn Sekunden ausgehärtet, wodurch die gesamte Taktzeit von Dosierung über Aushärtung und Qualitätsprüfung lediglich wenige Sekunden umfasst. Damit ist Alfmeier auf für eine weitere Produktionssteigerung gerüstet – und die wird angesichts des Booms bei Komfortsitzen kommen. cs

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