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Manufacturing-Execution-SystemeDie selbstregelnde Fabrik

Mobile MES-Anwendungen mit Hydra von MPDV

Begriffe wie Selbstregelung, Selbstoptimierung oder selbstlernende Maschinen tauchten bereits in den Anfängen der Industrie 4.0 auf. Sie halten sich hartnäckig, werden in jüngster Zeit sogar häufiger genannt.

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ZylinderEin Herz für Zylinder

Wenn es um die Hydraulik geht, ist der deutsche Maschinenbau weltweit führend. Dazu tragen einige Großkonzerne, die als „Global Players“ tätig sind, ebenso bei wie die zahlreichen mittelständischen und inhabergeführten Unternehmen, die als Spezialisten in diesem Bereich stark engagiert sind. Zu diesen Unternehmen gehört die Büter Gruppe mit Hauptsitz in Haren an der Ems.


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Zylinder: Ein Herz für Zylinder

Als Auftragsfertiger von Klein- und Großserien produziert Büter die Zylinder immer auftragsbezogen „just-in-time“ oder nach dem Kanban-Prinzip. Mit diesem Geschäftsmodell ist das Unternehmen außerordentlich erfolgreich – dafür sprechen die Betriebserweiterungen der vergangenen Jahre und das stetig erweiterte Produkt-Portfolio. Das Programm umfasst heute Hydraulikzylinder mit bis zu 100 Millimeter Kolbendurchmesser, wobei das Gros der gefertigten Zylinder Kolbendurchmesser von 32 bis 80 Millimeter aufweist. Dabei sind Hublängen bis 2500 Millimeter möglich.

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Ein echter Innovationssprung gelang dem Unternehmen vor rund zehn Jahren mit der Entwicklung vollverschraubter Hydraulikzylinder. Das (fertigungs-) technische Kunststück besteht darin, die Gewinde so zu fertigen, dass sie bei einem definierten Punkt den Anschlag und das definierte Anzugsmoment erreichen – nur dann stehen die „Befestigungsaugen“ der Zylinder im richtigen Winkel. Der Verzicht auf die sonst übliche Schweißkonstruktion ermöglicht unter anderem eine sehr hohe Fertigungsgenauigkeit, exakte Einbau- und Hublängen, eine hohe Wiederholgenauigkeit, höchsten Reinheitsgrad und nicht zuletzt einen geringeren Energieverbrauch. Die Zylinder werden in allen Baureihen angeboten, als Mikro-, Gleichgang- und doppeltwirkende Zylinder sowie als Zylinder mit patentierter Endlagendämpfung und mit Wegmesssystem. Die Lieferzeiten sind kürzer und die Fertigungskosten niedriger als die von geschweißten Zylindern. Den Entwicklern aus Haren kam bei der Innovation das umfassende produktionstechnische Know-how zugute: Die Fertigungsanlagen werden weitestgehend im eigenen Haus entwickelt. Die Schraubzylinder, die robotergestützt mit hohem Automationsgrad und größter Präzision hergestellt werden, bieten u.a. den Vorteil, dass der Anwender sie selbst öffnen kann, um zum Beispiel die Dichtungssätze auszutauschen. Außerdem lässt sich bei der Produktion im Vergleich zu Schweißzylindern ein höherer Reinheitsgrad erreichen.

Hohe Produktionsqualität und Präzision

Für die hochgenaue spanende Fertigung und Schraubtechnik kommt dem Unternehmen zugute, dass es die für die Produktion benötigten Werkzeugmaschinen in Eigenregie entwickelt und fertigt. Die im Verbund arbeitenden Montageroboter, die insbesondere bei der 1978 gegründeten Büter Hydraulics B.V. in Emmen/ NL installiert sind, bieten enorme Vorteile in Bezug auf Produktionsqualität und Präzision. Und sie erlauben ein im Vergleich zu Schweißzylindern deutlich günstigeres Preisniveau. Seit der Umstellung auf das neue Fertigungsprinzip wurden etwa vier Millionen vollverschraubte Hydraulikzylinder ausgeliefert.

Allerdings sind die Schraubzylinder längst nicht die einzige Innovation des Unternehmens. Mehr als 200 Patente tragen den Namen des Firmengründers Josef Büter, der 2006 den Generationswechsel durch die Übergabe der technischen Geschäftsleitung an Ludger Rüther begonnen hat, aber noch in der Unternehmensgruppe tätig ist. Das Unternehmen hat gleich mehrere patentierte Lösungen für die verschleißfreie Endlagendämpfung von Zylindern gefunden. Ein weiterer technischer „Leckerbissen“ ist eine Luftaustauschsperre für Zugzylinder. Ein System mit Feder und Dichtkugel gewährleistet hier eine kontrollierte Belüftung und Rücksteuerung. Auch Zylinder mit integrierten Wegmesssystemen gehören zum Fertigungsprogramm. 1997 entschloss sich die Büter Gruppe, die Wertschöpfungskette in Richtung kompletter Systeme zu erweitern und gründete die Büter Hebetechnik GmbH, die Hebetische und –einrichtungen entwickelt und fertigt. Dieser Unternehmensbereich unterhält eine eigene Konstruktionsabteilung, profitiert aber natürlich vom umfassenden Hydraulik- und Pneumatik-Know-how, das das Unternehmen als Zylinderhersteller gewonnen hat.

Schon drei Jahre später zog das Unternehmen, das heute rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, in neue Räumlichkeiten in Meppen um. Hier kann man auch Großaufträge abarbeiten wie zum Beispiel die Fertigung von Hebeeinrichtungen für die Montage des Airbus A380 in Hamburg und komplette Hebe- und Gleisanlagen zur Wartung von ICE-Zügen für die Deutsche Bahn AG. Weitere namhafte Kunden der Büter Hebetechnik sind u.a. Audi, Bayer, BMW, Daimler Chrysler, Eurocopter, Krone, Linde-Stapler, Komatsu, Siemens und die Deutsche Post. Ein aktuelles Großprojekt befindet sich ganz in der Nähe: Für eine neue Hubbrücke über die Hase in Meppen entwickelte und lieferte die Büter Hebetchnik GmbH den kompletten hydraulischen Antrieb.
Die gesamte Büter-Firmengruppe beschäftigt rund 500 Mitarbeiter, darunter 15 Auszubildende. Nicht nur die Mitarbeiterzahl, auch die Produktivität ist in der Vergangenheit stark gestiegen. Das Fertigungsvolumen wurde stark erhöht, und es ist erklärtes Ziel von Büter, Produktion und Umsatz durch höhere Produktivität und weiteren Gewinn von Marktanteilen zu steigern. Dazu werden auch neue Innovationen in der Zylindertechnik beitragen: Sie sind es, die den deutschen Mittelstand im Maschinenbau stark machen. ee

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