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Begriffe wie Selbstregelung, Selbstoptimierung oder selbstlernende Maschinen tauchten bereits in den Anfängen der Industrie 4.0 auf. Sie halten sich hartnäckig, werden in jüngster Zeit sogar häufiger genannt.

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Wirtschaftsförderung Leipzig„Lukrative ­Andockmöglichkeiten“

SCOPE: Leipzig zeigt sich als attraktives Reiseziel. Weshalb aber sollten sich Firmen für diese Region interessieren?

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Techno-SCOPE: „Lukrative ­Andockmöglichkeiten“

Schimansky: Weltoffenheit ist ein Leipziger Grundzug. Unternehmer können sich an diesem Standort auf eine wirtschaftsfreundliche Grundeinstellung und unkompliziertes Verwaltungshandeln verlassen. Nicht umsonst bekam Leipzig kürzlich nach Unternehmerbefragungen die höchsten Noten als wirtschaftsfreundliche Stadt. In einem solchen Umfeld sind Investitionen kurzfristig und zu günstigen Transaktionskosten möglich. Leipzig lohnt sich für Unternehmer und für Menschen, die hohe Lebensqualität in der Nähe ihres Arbeitsortes schätzen.

SCOPE: Was konkret charakterisiert den Wirtschaftsstandort Leipzig?

Schimansky: Leipzig profitiert seit Jahrhunderten von seiner begünstigten Lage im Netz der transeuropäischen Verkehrswege. Vor über 800 Jahren ging von der Kreuzung zweier kontinentaler Handelswege der Anstoß für den nachfolgenden Aufstieg der Leipziger Messe zur Weltgeltung aus. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts erschließen vorausschauend ausgebaute Straßen, Schienenwege und Luftverkehrstrassen die beträchtlichen Potenziale, die Leipzig im Rahmen der vergrößerten Europäischen Union mobilisieren kann. Hochwertige Verkehrsanbindungen und die effiziente Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger stehen als Standortqualitäten und Pluspunkte für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region weit oben. Zu den herausragenden Leipziger Standortqualitäten zählen das qualifizierte Arbeitskräftepotenzial, die exzellente überregionale Verkehrsanbindung, die ein Plus für logistische Operationen ist, sowie historisch gewachsene Forschungskooperationen.

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SCOPE: Wie steht es denn derzeit um die Unternehmen in Leipzig?

Schimansky: Der Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft stellte Leipzig vor gewaltige Probleme. Um nur eine Zahl zu nennen: 1989 waren im Verarbeitenden Gewerbe in Leipzig etwa 120.000 Menschen beschäftigt, heute ist es knapp ein Zehntel davon. Dieser Aderlass ist nicht von heute auf morgen zu verkraften. Heute bringt Leipzig in den wirtschaftlichen Wettbewerb seine dynamischen mittelständischen Strukturen ein, die zu den auf Innovationen ausgerichteten Strategien der Großunternehmen passen. Nach den Ansiedlungserfolgen von Großunternehmen in den letzten Jahren ergeben sich für Unternehmen lukrative Andockmöglichkeiten aus der Verankerung eines herausragenden Fertigungskomplexes in der lokalen Leipziger, der regionalen und internationalen Wirtschaft.

SCOPE: Können Sie unseren Lesern einige Unternehmen nennen, die die Wirtschaftsregion Leipzig durch ihre Ansiedlung in den letzten Jahren bereichert haben?

Schimansky: Porsche und BMW, die Spitze der deutschen Automobilindustrie, investieren Milliarden in den Standort Leipzig. BMW investiert 1,3 Milliarden Euro in die neue Produktionsstätte und wird ab März 2005 täglich bis zu 650 Fahrzeuge der neuen 3er Reihe in Leipzig fertigen. Mehr als 125 Millionen Euro hat Porsche in sein neues Werk in Leipzig investiert. Seit August 2002 wird hier der Geländewagen Cayenne montiert, der sich als sich als Wachstumsmotor auf allen Märkten zeigt. Erst kürzlich hat sich die Post für Leipzig als internationales Luftdrehkreuz ihrer Frachttochter DHL entschieden. Das weltweit führende Express- und Logistikunternehmen DHL wird sein neues Logistik-Drehkreuz Anfang 2008 in Betrieb nehmen. Durch diese Ansiedlungserfolge entstehen in der kommenden Dekade 20.000 wettbewerbsfähige, moderne Arbeitsplätze.

SCOPE: Wie steht es um Förderprogramme für die Ansiedlung von Unternehmen?

Schimansky: Die Neuansiedlung von Unternehmen wird durch ein umfangreiches Paket von Fördermöglichkeiten unterstützt. Vorrangig werden Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe gefördert. Die Summen sind abhängig von der Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze, der Höhe der Investition und dem Innovationsgrad der Produkte. Neben der unmittelbaren Förderung der Investition stehen weitere Fördermittel zur Verfügung, so etwa Lohnkostenzuschüsse bei der Schaffung von Arbeitsplätzen oder – im Rahmen der Technologieförderung – für die Entwicklung innovativer Produkte.

SCOPE: Und wie steht es um die Qualifikation derArbeitnehmer?

Schimansky: Die Leipziger Arbeitnehmer sind hochmotiviert und gut ausgebildet. 48 Prozent verfügen über eine Lehr- oder Berufsfachschul-Ausbildung, 19 Prozent über eine Meister-/Technikerausbildung und 21 Prozent haben erfolgreich ein Hochschulstudium absolviert. Im Umkreis von 100 Kilometer leben 6,8 Millionen Menschen. Dieses hochqualifizierte Arbeitskräftepotential war ein zentrales Entscheidungskriterium für viele Unternehmen, sich in der mitteldeutschen Region anzusiedeln.

SCOPE: Forschung und Entwicklung sind für jede Wirtschaftsregion wichtige Standortfaktoren. Was hat die Wirtschaftsregion Leipzig in dieser Hinsicht zu bieten?

Schimansky: Die Wirtschaftsregion Leipzig kann mit der Universität, sechs Hochschulen sowie den drei ansässigen Instituten der Max-Planck-Gesellschaft aus einem großen Forschungs- und Entwicklungspotential schöpfen. Zur Zeit studieren rund 38.500 Studenten an den sieben namhaften Bildungseinrichtungen. Die Stiftungslehrstühle der Universität und der Handelshochschule sind ein weiteres Feld für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Forschung und Lehre. Die Handelshochschule wurde 1898 als erste betriebswirtschaftliche Fakultät Deutschlands gegründet und 1993 in eine Privathochschule umgewandelt. Heute belegt sie regelmäßig Spitzenpositionen im Hochschulranking. Zukunftsorientierten Forschungsschwerpunkten wie Umweltschutz und Umweltsanierung, erneuerbaren Energien sowie dem Ausbau der Handels- und Medienstadt Leipzig widmet sich die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Die Deutsche Telekom Fachhochschule hat in der angewandten Forschung Kernkompetenzen in folgenden Bereichen erarbeitet: Photonische Netze; Hochfrequenz- und Funktechnik; Telekommunikations- und PC-Netze; Angewandte Informatik in der Telekommunikation.

SCOPE: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für die Region Leipzig mit Blick auf die neuen EU-Mitglieder in Osteuropa?

Schimansky: Leipzigs große und gut aufgestellte Unternehmen werden weiter von der Marktöffnung und der positiven Wirtschaftsentwicklung in den Beitrittsländern profitieren, während sich der Druck auf kleinere und wenige technologie- und know-how-intensive Unternehmen der Region erhöhen wird. Im Zuge der sich verschlechternden Fördermöglichkeiten und der sich angleichenden rechtlichen Rahmenbedingungen in einer erweiterten EU wird der Erfolg der Region künftig verstärkt von einer effektiven Ausnutzung der endogenen Entwicklungspotenziale abhängen. Leipzig verfügt aufgrund seiner Geschichte als internationaler Handelsplatz über eine Osteuropakompetenz. Diese gilt es zu erhalten und zu stärken. Dazu sind bestehende Angebote, beispielsweise im Umweltbereich stärker zu fördern, neue Ansätze wie die Kongressmesse Reallocation weiter zu entwickeln und neue Chancen wie die Schaffung eines Osteuro­pa-Kompetenzzentrums zu nutzen.

SCOPE: Wie präsentiert sich die Infrastruktur der Stadt für Geschäftsreisende?

Schimansky: Leipzig ist die Stadt der kurzen Wege und über Straße, Schiene oder aus der Luft optimal erreichbar. Vom Flughafen Leipzig/Halle können Sie die Innenstadt mit der S-Bahn in nur 15 Minuten erreichen. Kommen Sie mit dem Zug, halten Sie direkt im Stadtzentrum. Der zügige Ausbau des Autobahnnetzes rund um Leipzig zählte zu den wichtigsten Infrastruktur-Vorhaben. Derzeit wird die A38 im Süden von Leipzig schrittweise dem Verkehr übergeben. Sie wird zukünftig den Autobahnring rund um Leipzig schließen. Leipzig verfügt bereits heute über die direkte Anbindung an die BAB 9 München-Berlin und die BAB 14 Dresden-Magdeburg. Die BA 14 erschließt auch West- und Norddeutschland durch Einbindung in die BAB 2, sie wird über Dresden hinaus als BAB 17 nach Prag verlängert (im Bau). Darüber hinaus wird das Netz durch die BAB 72 nach Chemnitz ergänzt. Damit verfügt Leipzig über eine herausragende Autobahnanbindung an die europäischen Fernverkehrswege und Einbindung in die transeuropäischen Korridore.

SCOPE: Weshalb arbeiten und leben Sie in Leipzig?

Schimansky: Leipzig steht für Aufbruch, Innovation und Lebensqualität. Die „Stadt der Bürger“ ist lebendig, schön und bereit zu Neuem. Sie hat ihre ganz eigenen Vorstellungen und setzt sie um: Leipziger Tradition und Leipziger Freiheit.Die Fragen stellte Dr.Bernd Bräuer/ (ms)

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