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PortalkraneBeweglich in Budapest

Portalkrane für Bauarbeiten einzusetzen, ist grundsätzlich keine neue Idee. Aber auf einer historischen Brücke? Noch dazu einer gekrümmten Brücke mit Steigung und eingeschränkter Belastbarkeit? Das war nicht nur für den ungarischen Kranbauer GD eine Herausforderung. In Ungarn ist es das erste Mal überhaupt, dass diese Krantechnologie auf einer Brücke eingesetzt wird.

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Techno-Scope: Beweglich in Budapest

Die historische Margaretenbrücke gehört zu den neun Donaubrücken im ungarischen Budapest. Bereits im Jahre 1876 erbaut, dann zerstört während des Zweiten Weltkriegs, wieder eröffnet im Jahr 1948 und zuletzt in den 1970er Jahren komplett restauriert, hat dieses Bauwerk eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Generalsanierung der heute stark befahrenen Brücke war schon seit vielen Jahren überfällig und wurde im letzten Jahr in Angriff genommen.

Seit dem August des vergangenen Jahres ist das eindrucksvolle Brücken-Bauwerk für den Autoverkehr gesperrt. Das Besondere dabei: Als eine der Hauptverkehrsadern von Budapest muss die Margaretenbrücke – sie ist übrigens 637 Meter lang und 16 Meter breit – während der gesamtem Bauzeit dennoch für Straßenbahnen und Busse passierbar bleiben! Das macht es praktisch unmöglich, Baumaterial per Lkw auf die Baustelle zu befördern.
Aus diesem Dilemma heraus entstand der außergewöhnliche Plan, zwei Spezial-Portalkrane zu bauen. Da die Lkw weder auf der Brücke noch an den Brückenköpfen parken können, liefern sie die Bauteile über den Kai an, der unterhalb der Brücke entlang des Ufers verläuft. Von hier aus heben die Krane über einen fünf Meter langen Ausleger die 13 bis 14 Meter langen Stahl- und Betonteile auf die Brücke und transportieren sie – ohne Drehung – an die richtige Position.

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Der Stützenabstand auf der Seite des Auslegers wurde zu diesem Zweck auf 18 Meter verbreitert. Dabei sorgt ein speziell verstärkter Querträger aus einer geschweißten Gitterkonstruktion trotz des großen Abstands für die nötige Stabilität. Ein weiterer Vorteil: Durch den großen Stützenabstand ist der Bereich am Brückenrand besser zugänglich, sodass hier die Bauteile für den neuen Fußgänger- und Radweg leichter montiert werden können.

Halbe-halbe auf der Brücke

Jeder der Portalkrane kann über seine 320 Meter lange Kranbahn eine Hälfte der Brücke komplett abdecken. Eine der größten Herausforderungen an die Krankonstrukteure von GD war es aber, die 16 Tonnen Traglast so zu verteilen, dass die Brücke den Belastungen standhält. Eine weitere Schwierigkeit: Nord- und Südteil der Brücke bilden eine Kurve und haben zudem eine Steigung von bis zu drei Prozent, so dass konventionelle Portalkran-Laufwerke von vornherein ausschieden. Die Lösung besteht aus vier speziell angefertigten Fahrwerken des deutschen Krantechnik-Spezialisten Stahl Crane Systems. Jede dieser Einheiten hat vier angetriebene Räder, die sowohl paarweise als auch gemeinsam schwenkbar sind. So erreicht man eine maximale Radlast von weniger als fünf Tonnen, was unter der Radlast der Budapester Straßenbahnen liegt. Die Gesamtleistung der 16 angetriebenen Laufräder beträgt 35 kW, so dass die Krane selbst bei 16 Tonnen Nennlast, drei Prozent Steigung sowie einer Windgeschwindigkeit von 50 km/h noch sicher arbeiten können. Als Hebezeuge kommen zwei robuste Seilzüge der SH-Serie von Stahl Crane Systems zum Einsatz. Die Steuerung der Krane erfolgt über Funk.

Steuerung per Funk

Der ungarische Kranbauer GD deckt mit 130 Mitarbeitern alle Aufgaben von der Konstruktion über die Kranfertigung bis zur Montage ab. Er gilt als der wichtigste Partner des Künzelsauer Kranbauers auf dem ungarischen Markt. Als Hersteller von Spezialkranen und Transportlösungen setzt das ungarische Traditionsunternehmen seit vielen Jahren auf die Beratung der Entwicklungsabteilung von Stahl Crane Systems.

Die Portalkrane wurden im Dezember 2009 von GD montiert. Seither sind sie täglich im Einsatz: Sie heben die Stahlbeton-Elemente aus der Fahrbahn und transportieren sie zur Verladestelle am Brückenkopf. Später übernehmen sie dort die neuen Fahrbahnteile und manövrieren sie wieder an die richtige Position. Die Bauarbeiten werden von einem Konsortium der Firmen Közgép, Strabag und Hídépítő unter Leitung von Közgép ausgeführt. Das Projekt soll Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. ms

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