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Begriffe wie Selbstregelung, Selbstoptimierung oder selbstlernende Maschinen tauchten bereits in den Anfängen der Industrie 4.0 auf. Sie halten sich hartnäckig, werden in jüngster Zeit sogar häufiger genannt.

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Instandsetzung von WälzlagernAufpoliert statt aussortiert

Das Instandsetzen von Wälzlagern ist weder eine Weltneuheit noch hat sich hier über die Jahre dramatisch viel geändert. Allerdings hat das Reparieren von Lagern durch kontinuierliche Weiterentwicklungen heute einen hohen Stand erreicht. Lesen Sie, wie Wälzlager-Hersteller Timken dabei vorgeht.

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Instandsetzung von Wälzlagern: Aufpoliert  statt aussortiert

Jede Originalkonstruktion berücksichtigt Anwendung und Betrieb des Wälzlagers. Daraus entsteht meist eine angemessene Prognose hinsichtlich Laufleistung und Ermüdungslebensdauer. Ungeachtet von Bauform oder Hersteller weichen Wälzlager tatsächlich jedoch oft von diesen Prognosen ab. Der Grund hierfür sind negative Einflüsse wie Verunreinigungen, ungenügende Schmierung oder Fluchtungsfehler.

Ist ein Wälzlager beschädigt, so leidet darunter das Gesamtsystem, in dem es verbaut ist. Konventionelle Methoden empfehlen in diesem Fall, das defekte Teil zu ersetzen und zu verschrotten. Die zunehmenden Erfolge der Lagerreparatur haben aber inzwischen dazu geführt, dass viele Unternehmen den Wert der Instandsetzung erkannt haben – zumal sie bisweilen eine effizientere und kostengünstigere Problemlösung darstellt.

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Bis zu 90 Prozent sparen

Wälzlager können häufig mit geringerem Kostenaufwand und in kürzerer Zeit wieder in den Originalzustand gebracht werden, als für den Kauf neuer Lager benötigt würde. Und ein hochwertiges Reparatur- und Aufarbeitungsprogramm führt zu erheblichen Einsparungen im Vergleich zum Ausscheiden und Ersetzen von Wälzlagern: Abhängig vom Arbeitsumfang kann eine Lagerreparatur zwischen 50 und 90 Prozent des Neupreises einsparen! Davon abgesehen sind bei der Reparatur eventuell auch Zeitvorteile zu realisieren – verglichen mit der Gesamtstillstandzeit, die bei Bestellung und Ersatz eines Wälzlagers anfallen.

Selbstverständlich ist eine Aufarbeitung nicht immer und zwangsweise die beste Option für ein beschädigtes Lager. Die eigentliche Herausforderung ist es daher, zu ermitteln, ob und wann ein Wälzlager repariert werden kann, und dann zu entscheiden, welche die wirtschaftlich und langfristig beste Methode darstellt.

Regelmäßige visuelle Kontrollen sind der erste naheliegende Schritt, um den Reparaturbedarf eines Wälzlagers festzustellen. Darüber hinaus hilft die Beantwortung folgender Fragen bei der Entscheidungsfindung:

  • sich das Lager der prognostizierten Lebensdauer oder hat es diese bereits überschritten?
  • die Betriebstemperaturen über 93° C?
  • das Lager übermäßigen Vibrationen ausgesetzt?
  • sich Schmierung und Temperaturen häufig?

Das frühzeitige Erkennen eines Problems durch Routinekontrollen kann unnötige Stillstandzeiten und Kosten ersparen. Ungeachtet von Hersteller, Bautyp oder Anwendung kann die sachgemäße Reparatur das Wälzlager erhalten und einen neuwertigen Zustand für den weiteren Betrieb gewährleisten. Wälzlager mit nur geringen Beschädigungen lassen sich oft sehr einfach und kostengünstig instandsetzen und aufbereiten. Die Timken Company hat dazu technologisch anspruchsvolle Prüfverfahren entwickelt.

In einem ersten Schritt werden alle Wälzlager zunächst sorgfältig gereinigt. Anschließend steht – ganz entscheidend – eine 100-Prozent-Inspektion des defekten Lagers an. Sie beginnt mit einer gründlichen Prüfung auf größere Schäden wie Brüche, Abplatzungen oder Verfärbungen aufgrund übermäßiger Hitze. Wird ein solcher Schaden entdeckt, führt dies in der Regel zur Verschrottung des Lagers. Besteht es jedoch diese erste Inspektionsphase, wird weiter geprüft: Schadensdetails werden festgestellt, und es wird bewertet, mit welchem Arbeitsaufwand sie sich beheben lassen.

Bei der weiteren Prüfung unterscheidet Timken drei Reparaturstufen: Die erste Stufe für kleineren Schäden umfasst das Polieren, ein Nachstellen der Lagerluft und das Ausschleifen jeglicher Oberflächenfehler. Wälzlager mit stärkeren Schäden durchlaufen die zweite Reparaturstufe. Hier werden Verfahren wie Nachschleifen der Laufflächen, Einsatz neuer Distanzringe und Polieren von Bohrung und Außendurchmesser angewandt. Das Nachschleifen der Laufflächen erfordert normalerweise die Anfertigung übergroßer Rollen, um Lagergeometrie und -spiel beizubehalten. In der dritten Stufe werden eine oder mehrere der Hauptkomponenten des Lagers, die nicht mehr reparabel sind, ausgetauscht.

Traditionell wurden diese Reparaturstufen für Wälzlager mit Bohrungsaußendurchmessern ab 200 Millimeter angeboten. Der Timken Reparaturservice bearbeitet die Lager nun aber bereits ab einem Bohrungsaußendurchmesser von 75 Millimeter. Daher können jetzt auch kleinere Wälzlager, die früher entsorgt werden mussten, in großen Stückzahlen aufgearbeitet und wieder instandgesetzt werden. Aufarbeitung und Reparatur dauern in der Regel zwei bis vier Wochen. Der voraussichtliche Zeitaufwand und die genaue Beschreibung der erforderlichen Reparaturmaßnahmen werden bei der Angebotserstellung genannt.

Parallel zur Entwicklung neuer Bauformen und Technologien zur Lageroptimierung haben das gesammelte Wissen sowie innovative Bearbeitungsmethoden die Zuverlässigkeit und Leistung aufgearbeiteter Wälzlager erhöht. Dadurch sind Instandhaltung und Reparatur zu einer wirtschaftlichen Alternative zum Neukauf geworden.

Roger Oberweiser (The Timken Company)/ ms

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