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Manufacturing-Execution-SystemeDie selbstregelnde Fabrik

Mobile MES-Anwendungen mit Hydra von MPDV

Begriffe wie Selbstregelung, Selbstoptimierung oder selbstlernende Maschinen tauchten bereits in den Anfängen der Industrie 4.0 auf. Sie halten sich hartnäckig, werden in jüngster Zeit sogar häufiger genannt.

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Baumaschinen, Elektronische KatalogeWenn Fiche ins Netz gehen

Die Situation kennt jeder: Irgendwann gibt auch das beste Gerät, die robusteste Maschine oder die zuverlässigste Anlage den Geist auf. Eine Reparatur ist fällig. Oft sind es nur kleinere defekte Verschleißteile, die kostenintensive Vorgänge nach sich ziehen. Dies beginnt mit der Suche nach dem Handbuch, den zugehörigen Teilenummern, Plänen und aktuellen Ersatzteilkatalogen und so weiter. Sowohl den Anwender vor Ort, den Servicetechniker, den Händler wie auch den Hersteller kostet dies viel Zeit. Hinzu kommen Fehllieferungen, die die Ausfallzeiten verlängern.

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Techno-SCOPE: Wenn Fiche ins Netz gehen

Mit solchen Problemen hatte auch die Wacker Construction Equipment AG zu kämpfen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München beschäftigt rund 2300 Mitarbeiter an 184 Standorten im In- und Ausland und zählt zu den führenden Herstellern von Baumaschinen auf den Gebieten Betontechnik, Boden- und Asphaltverdichtung, Aufbruchtechnik, Pumpen und Generatoren. Die Kunden von Wacker legen nicht nur großen Wert auf einen hohen Qualitätsstandard und innovative Technik, sondern auch auf schnelle Hilfe bei Ausfällen der Maschinen. Im Bereich Service wird die Verfügbarkeit von Originalersatzteilen daher groß geschrieben.

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Zeitaufwändige Recherche

Mit der Lieferung einer Baumaschine erhielt früher jeder Kunde eine Betriebsanleitung inklusive Ersatzteilliste in gedruckter Form. Im Falle eines Defektes der Baumaschine gab es für den Kunden beziehungsweise Service-Mitarbeiter bis vor kurzem folgende zwei Möglichkeiten das Ersatzteil zu suchen und zu identifizieren: Anhand der Artikelnummer oder Benennung in der Bedienungsanleitung oder über Microfiche in einer Servicestation. Die Bestellung des jeweiligen Ersatzteils erfolgte anschließend per Fax oder Telefon von der Servicestation an das jeweilige Wacker-Logistikcenter, die sich in Europa, Amerika oder Asien befinden. ,,Unser primäres Ziel für die Ersatzteillösung im Internet lautete Kosteneinsparung im Bereich nicht wertschöpfender Aktivitäten", berichtet Johannes Schulze-Vohren, Vice President Business Systems bei Wacker Corporation in den USA und verantwortlicher Gesamtprojektleiter. ,,Ersatzteilbestellungen, die wir per Fax oder Telefon erhalten, sind zum einen mit zusätzlichem Personalaufwand verbunden und erhöhen zum anderen die Fehlerquote – dies schöpft keinen Mehrwert, sondern vernichtet Wert", so Schulze-Vohren weiter. Ein interaktives Ersatzteilkatalog-System im Internet sollte Abhilfe schaffen.

Ersatzteile per Mausklick

Dazu sollten alle vorliegenden Daten in ein einheitliches Format gebracht und eine Verbindung zum vorhandenen ERP-System des Herstellers Baan hergestellt werden. Zusätzliche sollte der elektronische Katalog im Internet Online-Bestellungen ermöglichen.

Für Kunden sollte die Suche, Identifikation und Bestellung des benötigten Ersatzteils intuitiv, einfach und schnell möglich sein. Sowohl die Produktstruktur von Wacker, abgebildet in einem Baum, als auch die Zeichnungen, Stücklisten und Zusatzinformationen wie etwa Handbücher sollten in der Online Lösung dynamisch aus einer IBM DB2 Datenbank bereitgestellt und dargestellt werden. Da nicht alle Kunden über einen Internet-Zugang verfügen sollten weiterhin Papierkataloge und zusätzlich CDs in verschiedenen Sprachen herstellbar sein.

Der Baumaschinenhersteller entschied sich für eine Lösung des Münchner Software-Hauses Belenus. ,,Hier fanden wir nicht nur eine hervorragende Softwarelösung, sondern auch einen kompetenten Partner für unsere Altdatenaufbereitung und für die Implementierung", berichtet Leo Göschka, Projektleiter für das Ersatzteilgeschäft bei Wacker. ,,Während die Lösungen anderer Anbieter ausschließlich auf Windows NT basierten, bot uns Belenus als einziger ein offenes Lösungskonzept an", ergänzt Schulze-Vohren hinzu. Die 1998 gegründete Belenus GmbH ist sowohl Softwarehersteller für Service Informationssysteme und elektronische Ersatzteilkataloge, als auch Dienstleister für Datenaufbereitung und Lösungsimplementierung.

Ersatzteile in Rekordzeit

Die Fülle an Daten war eine Herausforderung: Alleine der für dieses Projekt zugrunde liegende Grunddatensatz betrug mehr als eine Million Zeilen. Belenus bereitete eine riesige Menge an Daten von 2500 Baugruppen in rund 56 000 Verbauzuständen und etwa 3500 Dokumente so auf, um daraus benutzerfreundliche Ersatzteilkataloge inklusive Zusatzinformationen im Internet darzustellen. Hinzu kam, dass viele unterschiedliche Datenformate aus deutschen und amerikanischen Dokumenten in ein einheitliches Format konvertiert werden mussten.

Heute können Kunden Bauteile online auswählen und in einen virtuellen Warenkorb legen und bestellen. Als Shop-System wurde die von Wacker eingesetzte E-Commerce Anwendung Websphere Commerce Suite von IBM integriert. Somit kann direkt auf das Warenwirtschaftssystem zugegriffen werden. ,,Unseren Kunden wird mit der neuen Lösung nicht nur eine viel schnellere Suche nach Ersatzteilinformationen ermöglicht, sondern sie erhalten zusätzlich immer aktuelle Daten aus dem Echtzeitbetrieb", erklärt Schulze-Vohren. Auch intern hat sich das System bewährt: Wir sparen viel Zeit und Arbeit, die mit der Suche, der Datenkonvertierung und der Aushändigung von Informationen aufgewendet wurde", fügt Projektleiter Göschka hinzu. Der für diese Arbeiten bisher benötigte und erhöhte Personal- und Zeitaufwand gehört somit der Vergangenheit an. Stefan Bayer/Stefan Graf

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