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Manufacturing-Execution-SystemeDie selbstregelnde Fabrik

Mobile MES-Anwendungen mit Hydra von MPDV

Begriffe wie Selbstregelung, Selbstoptimierung oder selbstlernende Maschinen tauchten bereits in den Anfängen der Industrie 4.0 auf. Sie halten sich hartnäckig, werden in jüngster Zeit sogar häufiger genannt.

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Aluminium-Profile, MetallfertigungSchick versteckt

Der Ausstellungsraum ist das Aushängeschild jedes Unternehmens – stilvoll und repräsentativ soll er sein. Beide Eigenschaften vereint das neue Solution Center von Amada. Und niemand sieht, was im Boden liegt: Unzählige Kabel für die Luft- und Wasserzufuhr, für Strom und insbesondere die Lasertechnik verbergen Aluminiumprofile aus dem Hause Bosch Rexroth.

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Metallfertigung: Schick versteckt

Ein echtes Design-Highlight ist der Amada GmbH mit ihrer neuen Firmenzentrale im rheinischen Haan gelungen. Der japanische Maschinenhersteller entwickelte und realisierte das Konzept ganz im Sinne seiner Kunden. Hier werden sowohl technologische Innovationen im Bereich der Metallfertigung präsentiert als auch Analysen, Beratungen und Schulungen durchgeführt. Der Kunde erhält nicht nur Einblick in die große Maschinenpalette, sondern kann die Tafelscheren oder Tiefziehpressen mit Standardprogrammen oder automatisiert bis hin zur Anbindung großer Regalsysteme im Stanz- und Laserbereich selbst testen oder auch Teile zur Probe fertigen lassen.

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„Wir haben in unserem Showroom Ausstellungs- und Serienmaschinen aufgebaut, die unsere Kunden bei Interesse auch gleich kaufen können. Diese Vorführmaschinen stehen meist nur drei bis sechs Monate in der Halle und werden dann gegen andere oder neuere Modelle ausgetauscht.“ erläutert Michael Honig, Leiter der Anwendungstechnik im Solution Center, das Konzept. An Bewegung mangelt es also nicht in der Ausstellungshalle, zumal die mehrfach pro Jahr durchgeführten Hausmessen ebenfalls Neuanordnungen der Maschinen erfordern.

Nichts wurde dem Zufall überlassen, sämtliche Details mehrfach diskutiert und zahlreiche Angebote zu spezifischen Lösungen eingeholt. Zu den anfänglichen Problemen zählte vor allem die Verlegung unzähliger Kabel. „Die auf Messeständen üblicherweise verwendeten Holz- oder Stahlplatten entsprachen aber nicht unseren Design-Anforderungen in dieser Halle.“ Beschreibt Honig die anfänglichen Probleme. „Deshalb kam uns schließlich die Idee, die Kabel in Bodenvertiefungen zu verlegen und diese dann mit Profilen abzudecken. Ausführliche Gespräche mit entsprechenden Herstellern ergaben dann, dass Rexroth unsere Idee am besten umsetzen konnte und hinsichtlich der Realisierung mit uns an einem Strang zog.“

Schneller Anschluss am Hallenboden

Die Komponenten des Aluminiumprofil-Baukastens aus Lohr am Main sind gewöhnlich vorgesehen zum Aufbau von Maschinengestellen, Regalen, Arbeitsplätzen oder Schutzeinhausungen, werden bei Amada aber mit Füßen getreten – im wahrsten Sinne des Wortspiels. Die Gesamtstrecke der hier eingesetzten Profile beläuft sich auf über 1,6 Kilometer mit rund sieben Kilometern Abdeckprofilen, mehr als 2.200 Sägeschnitten und nahezu 8.000 Abdeckkappen.

Nach einem ausgetüftelten System wurden vier Kabelkanäle samt der Abdeckungen parallel zur Längsseite der Halle und sieben Stränge im rechten Winkel dazu verlegt. Die sich aus diesem Verlegemuster ergebenden Rechtecke bieten genügend Platz zum Aufstellen der Vorführmaschinen und ermöglichen den schnellen Anschluss der jeweiligen Versorgungsleitungen. Um die Kabel wirklich am aktuell gewünschten Maschinenaufstellplatz zuführen zu können, hält Amada kürzere und mit Abdeckkappen verschlossene Profile vor, die je nach Länge einen kleineren oder größeren Ausschnitt für Kabel ermöglichen.

Bei gleicher Optik unterscheiden sich die eingesetzten Profile durch ihre Breite: Im Randbereich der Halle konnten Profile mit 45 Millimeter Höhe und 180 Millimeter Breite verlegt werden, da hier die Belastungen gering sind. In der Hallenmitte dienen 45 x 270 Millimeter Profile als Abdeckung – aus gutem Grund, wie Honig betont: „Trotz Hallenkran müssen wir manche Maschinen mit dem Gabelstapler umstellen oder gar Panzerrollen einsetzen. Eine Abkantpresse mit rund 17 Tonnen Gewicht zeigt deutlich, dass die Belastungen hier nicht gerade klein sind.“ Solche Bewegungen kommen vor allem dann zu Stande, wenn die beste Präsentationsfläche direkt am Halleneingang mit einer neuen Maschine bestückt werden soll, die dann durch die gesamte Halle verfrachtet werden muss. Eigens für diese Anwendung erstellte Rexroth deshalb Festigkeitsberechnungen für die Profile, um die Profilsteifigkeit gemäß der jeweiligen Spannweite angeben zu können. Bei solchen Belastungsproben fallen die über die Profile laufenden Mitarbeiter und Besucher des Solution Center nicht mehr ins Gewicht.

Michael Honig freut sich darüber, dass er unter anderem auch Produktständer und Schaukästen auf die Profile stellen kann. „Ein weiterer Vorteil ist, dass wir die Maschinenabsicherungen direkt an den Profilen befestigen können und keine Löcher bohren müssen. Auch das trägt natürlich zur Flexibilität des Systems bei. Und gemäß der vielen Maschinenbewegungen sieht die Halle jetzt sehr aufgeräumt aus.“ Hierzu setzt Amada die Profile als Abdeckung für die Kabelkanäle konsequent bis unterhalb der Schaltschränke ein, die an den Längsseiten der Halle angebracht sind.

Als global tätiger und bekannter Maschinenhersteller will sich Amada auf dem deutschen Markt weiter profilieren und seinen Kunden die Welt der Blechbearbeitung näher bringen und gleichzeitig von seinen Kunden als Partnern lernen. Mit dem Solution Center erweitert das Unternehmen diese Kommunikationsmöglichkeiten – von der virtuellen Planung am PC bis hin zur direkten Live-Vorführung an der Maschine – und stärkt damit seine Position. Michael Honig ist von diesem Konzept überzeugt: „Wir pflegen jetzt einen noch intensiveren Austausch mit unseren Partnern als bisher“, und lachend fügt er hinzu: „Dazu gehört auch die Frage nach dem Kabelkanalkonzept, wenn viele unserer Besucher erstaunt auf den Boden sehen.“ ee

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