Cebit 2017

Volkswagen lässt Qubits lenken

VW holt sich die Hilfe eines Superrechners, um Fahrzeuge intelligent zu lenken. Der erste Gedanke gilt der Verkehrsflussoptimierung, doch dahinter steckt weitaus mehr. Die Konzern-IT erwartet ein breites Feld an Einsatzmöglichkeiten, etwa in den Bereichen autonomes Fahren, Robotic Enterprise (KI-gestützte Prozesssteuerung), vernetzte Fertigung, maschinelles Lernen und intelligente Mobilitätslösungen.

In einem ersten Forschungsprojekt haben Data-Scientists und Big-Data-Experten von Volkswagen auf Grundlage der Daten von 10.000 öffentlichen Taxis in Beijing erfolgreich gezeigt, dass sie mit einem Quantencomputer den Verkehrsfluss in der Mega-Metropole optimieren können.

Hierzu arbeitet Volkswagen mit dem führenden Quantencomputing-Spezialisten D-Wave Systems zusammen. Auf der Cebit 2017 haben Anfang der Woche beide Unternehmen ihre Kooperation bekanntgegeben. In einem ersten Forschungsprojekt haben IT-Experten von Volkswagen auf einem D-Wave-Quantencomputer bereits erfolgreich einen Algorithmus zur Verkehrsflussoptimierung entwickelt und erprobt.

Dr. Martin Hofmann, CIO des Volkswagen Konzerns, sagte: „Quantencomputing ist Supercomputing der nächsten Generation und kann uns enorme Fortschritte in allen wichtigen Zukunftsfeldern der IT und Digitalisierung bringen. In der strategischen Zusammenarbeit mit D-Wave lernen wir, das enorme Rechenpotenzial eines Quantencomputers sinnvoll zu nutzen. Wir gehen damit einen weiteren großen Schritt in die digitale Zukunft des Volkswagen Konzerns."

Schwierige Alltagsprobleme lösen

Robert „Bo" Ewald, President D-Wave International, sagte: „Die Experten von Volkswagen haben nicht lange benötigt, bis sie auf unserem Quantum Computer einen Algorithmus entwickelt und getestet hatten. Damit ist es ihnen gelungen, ein schwieriges Optimierungsproblem zu lösen. Wir sind zuversichtlich, dass sie weiter gut vorankommen und mit ihrem automobilen und wissenschaftlichen Know-how künftig schwierige Alltagsprobleme lösen können."

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In einem ersten Forschungsprojekt haben Data-Scientists und Big-Data-Experten von Volkswagen auf Grundlage der Daten von 10.000 öffentlichen Taxis in Beijing erfolgreich gezeigt, dass sie mit einem Quantencomputer den Verkehrsfluss in der Mega-Metropole optimieren können. Im Zuge der Kooperation mit D-Wave werden weitere Projekte folgen. Zunächst geht es dabei um den weiteren Aufbau von Fachwissen und unternehmerisch sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten.

Erfolgreich in Beijing

Dr. Florian Neukart, Principal Data Scientist im Code Lab der Volkswagen Konzern-IT in San Francisco, sagte: „Unser erstes Forschungsprojekt der Verkehrsflussoptimierung in Beijing zeigt erfolgreich, wie ein Algorithmus auf einem Quantencomputer Fahrzeuge in einer Metropole so intelligent lenken kann, dass Staus vermieden werden. Das Ergebnis stimmt uns zuversichtlich für weitere Anwendungen auf dem Quantencomputer. Großen Wert legen wir dabei auf den Open-Source-Ansatz: Unsere Arbeit soll transparent und für Dritte nachprüfbar sein."

Quantencomputer können hochkomplexe Aufgaben um ein Vielfaches schneller lösen als herkömmliche Super-Rechner. Das Rechenprinzip eines Quantencomputers, etwa jener von D-Wave Systems, eignet sich dafür besonders, weil es auf soge­nannte Optimierungsprobleme spezialisiert ist. Vereinfacht geht es dabei um die Frage, wie eine Ressource wie Zeit, Geld oder Energie optimal in einem bestimmten Szenario genutzt werden kann. Die Komplexität dieser Aufgabe und damit der Rechenaufwand wachsen mit der Anzahl der Faktoren exponentiell, so dass herkömmliche digitale Rechner an ihre Grenzen stoßen. cs

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