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Artikel und Hintergründe zum Thema

Industrie 4.0

„Die IT treibt Innovationen in Deutschland“

Automatisierungsspezialist Rittal setzt auf die Verschmelzung von Industrie und IT. Im Gespräch mit SCOPE-Redakteur Johannes Gillar verrät Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung, was die Automatisierungsbranche außerdem noch umtreibt und was er vom Hype-Thema Industrie 4.0 hält.
Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal: "Mit dem Programm ‚Rittal - das System‘ haben wir bereits seit vielen Jahren die richtigen Weichen gestellt und schaffen die optimale Infrastrukturplattform für die Verschmelzung von Industrie und IT."

SCOPE: Welche Trends sieht Rittal in der Automatisierungstechnik?

Steffen: In den letzten Jahren beeinflussten die IT-Technologien stark die Entwicklungen in der Automatisierungstechnik. Die Technologien der modernen Telekommunikation und IT wie Cloud und Apps bleiben nicht ohne Auswirkungen auf industrielle Abläufe. 80 Prozent der Innovationen in Deutschland sind heute durch Informations- und Kommunikationstechnologien getrieben. In der Forschungslandschaft etabliert sich aktuell „Industrie 4.0“. Damit wird die Vernetzung von Industrieprozessen mit modernen Technologien der IT beschrieben.

SCOPE: Wie positioniert sich Rittal hinsichtlich Industrie 4.0?

Steffen: Bevor Industrie 4.0 eingeführt werden kann, müssen wir die Voraussetzungen zur Beherrschbarkeit der Technologien schaffen. Viele Rahmenbedingungen sind noch nicht gegeben. Ein Kernthema ist die Verschmelzung von virtueller und physikalischer Welt. Während heute Optimierungsprozesse häufig erst nach Einführung realer Produkte erfolgen, wird sich dieser Prozess zukünftig viel früher in der „virtuellen“ Welt abspielen. Erste Schritte sind wir hierbei bereits gegangen. Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Eplan beschäftigen wir uns mit 3D-Datenmodellen sowie deren effizienterer Nutzung im Engineering-Prozess. Eine weitere Herausforderung ist die steigende Komplexität von Produkten. Die Standardisierung von Produktplattformen und zugehörigen Engineering- und Produktionsprozessen bildet die Voraussetzung für technische Beherrschbarkeit. Mit dem Programm ‚Rittal – das System‘ haben wir seit vielen Jahren die Weichen gestellt und schaffen die optimale Infrastrukturplattform für die Verschmelzung von Industrie und IT.

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SCOPE: Was muss man sich konkret darunter vorstellen, wenn Sie von einer Verschmelzung von IT und Industrie-Infrastrukturen sprechen?

Steffen: Schon heute stehen in vielen Industriebereichen Energieverteiler, Steuerungsapplikationen und IT-Netzwerktechnik nah beieinander und greifen auf gleiche Komponenten zurück. Bestes Beispiel ist unser Schaltschranksystem TS 8, das sich sowohl für die Energieverteilung, die Steuerungstechnik aber auch für IT-Anwendungen einsetzen lässt.

SCOPE: Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Schaltanlagenbau. Wo sehen Sie hier die Zukunft und wie schaffen Sie Wertschöpfungspotenziale bei Ihren Kunden?

Steffen: Die Zukunft im Schaltanlagenbau liegt in der Beherrschung von integrierten Prozessen und damit steigenden Wertschöpfungen. Wie das möglich wird, zeigen wir auf der Hannover Messe 2013. Gemeinsam mit den Schwesterunternehmen Eplan und Kiesling stellen wir eine integrierte Prozesskette vor – vom Engineering bis zur robotergestützten Installation und Verdrahtung von Schaltschränken. Mit der Softwareplattform von Eplan, dem kompletten Schaltschrankprogramm von Rittal und Automatisierungslösungen von Kiesling Maschinentechnik, verfügen wir über eine durchgängige Lösungskompetenz rund um den Schaltanlagenbau. Mit Hilfe der Daten aus dem Eplan Data Portal und der Eplan Engineering-Plattform lässt sich der Schaltschrank virtuell aufbauen und bearbeiten. Neuester Technologiedurchbruch ist das robotergestützte Verdrahtungssystem Averex, das künftig das manuelle Verdrahten von Montageplatten ersetzt und für vollautomatisch erzeugte, norm- und sicherheitsgerechte Anschlüsse sorgt.

SCOPE: Was hat Rittal im Hannover-Messe-Gepäck. Welche Innovationen werden die Messebesucher zu sehen bekommen?

Steffen: Mit Rimatrix S präsentieren wir auf der Hannover Messe einen weiteren revolutionären Entwicklungsschritt in der IT. Nach der Standardisierung auf Rack-Ebene vollziehen wir jetzt die Standardisierung und Optimierung ganzer Rechenzentren. Mit der Lösung stellen wir weltweit erstmals ein Konzept für einen vollständig standardisierten Rechenzentrumsbau vor. Die zeitsparende Alternative zum individuellen Rechenzentrumsbau überzeugt durch vorgeplante, vorkonfigurierte und aufeinander abgestimmte Rechenzentrumsmodule mit definierten Effizienz- und Leistungswerten. Künftig müssen Kunden nicht mehr lange Planungs- und Lieferzeiten einkalkulieren: Rimatrix S ist als vollständiges Rechenzentrum inklusive Server- und Netzwerkgestellen, Klimatisierung, Stromversorgung und -absicherung sowie Monitoring sechs Wochen nach Bestellung lieferbar.

Auch bei der Schaltschranktechnik können wir mit Neuheiten aufwarten. Da sich bei Leistung und Energieeffizienz von Kühlgeräten im Wettbewerbsumfeld oft Unterschiede zwischen den Angaben auf Typenschildern und realer Leistung zeigen, haben wir jetzt als erster Hersteller weltweit eine komplette Kühlgeräteserie durch den TÜV Nord auf den Prüfstand gestellt. Alle Toptherm-Kühlgeräte dürfen das Prüfzeichen des TÜV Nord tragen. Damit garantieren wir unseren Kunden definierte Leistung und maximale Effizienz. Zu den weiteren Ausstellungs-Highlights zählen die zweite Generation der Toptherm Chiller in den Leistungsklassen von 8 bis 40 kW, neue Bediengehäuse für die Maschinen- und Anlagenbedienung sowie die Revision des Schaltschranksystems TS 8 mit neuen Montagevorteilen.

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