Steuerungstechnik

Konzentration wird nicht durch CAD/CAM-Lösung „gestört“

Weil der Werkzeugbauer Kummer sich vor allem über die zu konstruierenden Werkzeuge Gedanken machen will – und nicht über die Bedienung der CAD/CAM-Lösung – entschied er sich für den Einsatz der Visi-Software. Speziell mit dem Visi-Modul Compass kann er zudem weitgehend automatisch die NC-Programme für das Bohren und Fräsen erstellen – mit einer Automatisierungsrate, die inzwischen bei 80 bis 90 Prozent liegt.
Die speziell für den Werkzeug- und Formenbau entwickelte CAD/CAM-Lösung Visi überzeugte die Kummer-Konstrukteure vor allem durch ihre Bedienerfreundlichkeit.

Insbesondere im Rahmen des Folgeverbundspritzens benötigen die Konstrukteure der Kummer GmbH + Co. KG aus Ötisheim einen starken Software-Partner. „Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit spielen bei der eingesetzten CAD/CAM-Lösung eine wichtige Rolle“, berichtet Thomas Härdt, Leiter Entwicklung und Konstruktion bei Kummer. Mit der Software Visi der Mecadat CAD/CAM Computersysteme GmbH aus Langenbach hat man die richtige gefunden – eine speziell auf die Bedürfnisse des Werkzeug- und Formenbaus hin entwickelte Software. „Wir stießen auf das Programm über einen neuen Mitarbeiter, der bereits damit gearbeitet hatte“, fährt Härdt fort. „Damit sollte es möglich sein, ein Werkzeug ebenso schnell in 3D zu konstruieren wie zuvor in 2D mit dem damals weit verbreiteten System Cadda.“
Nach einer Visi-Präsentation wurde eine erste Schulung vereinbart. Vier Arbeitsplätze wurden dabei mit Testinstallationen ausgestattet. Nach wenigen Wochen sei klar gewesen: diese Software funktioniert, berichten die Ötisheimer. Zuvor hatte man bereits ein anderes System getestet. Dazu hatten die Mitarbeiter ebenfalls an einer Schulung beim Softwareanbieter teilgenommen. „Dabei stellte sich heraus, dass die Software nicht einsetzbar war, da sich die Konstruktionszeiten massiv verlängerten“, so Thomas Härdt weiter. Denn das System sei vollparametrisch aufgebaut und benötige 80 Prozent der kognitiven Leistung zur Bedienung; nur mit den verbleibenden 20 Prozent werde das Projekt selbst bearbeitet. „Wir benötigen jedoch die kognitiven Fähigkeiten unserer Mitarbeiter für den Auftrag.“ Bei Visi sei das Verhältnis umgekehrt. „Wie die Erfahrung zeigt, ist das System so leicht zu bedienen, dass nach maximal zwei Wochen gut damit gearbeitet werden kann – spätestens nach drei Monaten ist die nötige Effizienz erreicht.“ Konstruktionsteam und NC-Programmierung stiegen deshalb im Januar 2008 komplett auf Visi um.

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Nicht zuletzt diese Effizienz schätzen auch die Kunden, denn bei Aufträgen sind die Konstrukteure von Kummer meist schon bei der Entwicklung der Bauteile dabei – und können mit praktischen Vorschlägen helfen, das Design zu verändern beziehungsweise zu optimieren. Das Plus für den Kunden dabei ist, dass er auf diese Weise kostengünstiger produzieren kann.

Die Visi-Module unterstützen den gesamten Entwicklungszyklus:

Bei der Entwicklung des Bauteils wird Visi Modelling eingesetzt.
Mit Visi Progress wird das Blechteil abgewickelt und das Stanzgitter erstellt.

Das entsprechende Stanzwerkzeug entwickeln die Konstrukteure wieder mit Visi Modelling.

Anschließend folgt im Kunststoffbereich die Simulation und dann kommt Visi Mould zum Einsatz, um das Spritzgusswerkzeug zu entwickeln.

Ist die Konstruktion abgeschlossen, folgt die NC-Bearbeitung. Dabei kommt das neu entwickelte Modul Visi Compass zum Einsatz. Auf der Basis von Bearbeitungsfeatures erzeugt es – weitgehend automatisch – die NC-Programme für das Bohren und Fräsen. Bei der Konstruktion mit Visi Mould und Visi Progress werden bereits automatisch Attribute für die Bearbeitung vergeben. Die für Kummer charakteristische Bearbeitungsfolge, die bis dahin manuell aufbereitet wurde, konnte in einem Regelwerk abgebildet werden. Basierend auf den Featureeigenschaften und den Regeln für die Bearbeitungsfolge wählt Compass das geeignete Werkzeug aus und erstellt alle für die Bearbeitung notwendigen Zyklen.

Auf diese Weise lässt sich beispielsweise ein Loch abhängig vom Durchmesser mit einer unterschiedlichen Abfolge von Zyklen bearbeiten, wobei Bohr-, Fräs- und/oder Ausdrehoperationen zum Einsatz kommen. So entstehen automatisiert NC-Programme für Bohrungen, Passungen, Gewinde, Tieflöcher, Taschen oder Nuten. Alle zur Verfügung stehenden Werkzeuge werden in einer Werkzeugdatenbank verwaltet. Die Automatisierungsrate liegt bereits bei 80 bis 90 Prozent – nach Angaben von Kummer gibt es sogar noch Spiel nach oben.

„Doch auch mit Blick auf die Bedienerfreundlichkeit und die Effizienz haben wir mit Visi die richtige Software angeschafft“, ergänzt Jens Hofmann, Geschäftsführer von Kummer. „Vor allem war uns wichtig, dass wir alle Werkzeuge mit einem einzigen 3D-System konstruieren können – und das ist bei Visi der Fall.“ -co-

Mecadat CAD/CAM Computersysteme GmbH, Langenbach Tel. 08761/7620-0, http://www.mecadat.de Blechexpo: Halle 8, Stand 8427

Kummer GmbH + Co.KG, Ötisheim Tel. 07041/9580-0, http://www.kummer-gmbh.de Blechexpo: Halle 8, Stand 8229

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