Robotersteuerung

Roboter via ERP steuern

Produktionsbetriebe entlang der kompletten Wertschöpfungskette mit einer anpassungsfähigen Unternehmenssoftware in den Kernprozessen zu unterstützen ist das Ziel von Abas Software.

Ein Lego Mindstormroboter wird über den Message Bus mit Abas ERP vernetzt. (Bilder: Abas)

Neue Technologien, weltweite Trends wie das Internet of Things und die damit einhergehende digitale Transformation wirken sich massiv auf die Fertigungs- und Logistikprozesse der mittelständischen Unternehmen aus. Flexibel und effizient reagieren zu können ist von existenzieller Bedeutung. Seit über 25 Jahren bietet Abas Software aus Karls- ruhe ein leistungsstarkes, flexibles Enterprise Ressource Planning (ERP), das diese immer komplexeren Fertigungsaufgaben handlen kann.

Abas ERP bietet nicht nur Bausteine für die komplette kaufmännische Abwicklung, Finanzen und das Controlling, sondern hält darüber hinaus ein sehr leistungsstarkes Fertigungspaket mit umfangreicher, modularer APS-Funktionalität, von der Visualisierung bis hin zu regelbasierter Simulation der Material- und Produktions-situation in Echtzeit bereit. Zur Anbindung der sogenannten Betriebsleitebene können alle gängigen Manufacturing Execution Systeme (MES) über Schnittstellen oder die neue, revolutionäre Middleware integriert werden.

Allerdings wandelt sich die Automatisierungspyramide. Viele Praxisbeispiele belegen, dass sich in der Fertigung der klassische Datenfluss drastisch wandelt. So spricht eine wachsende Anzahl von Abas-Anwendern ihre Produktionsanlagen direkt über ihr ERP-System an, ohne ein zwischengeschalte- tes MES. Die Anforderungen an Dynamik und Flexibilität der ERP-Umgebungen gewinnen auch unter dem Stichwort Industrie 4.0 zunehmend an Bedeutung.

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Ein Beispiel für die ERP- gelenkte Produktion ist Galvanotechnik Kessel. Der niedersächsische Automobilzulieferer plant und steuert mit seinem ERP-System bereits seit mehr als 20 Jahren die Veredelung von Oberflächen über Schnittstellen zu den Galvanikanlagen und Analyseautomaten. Die Steuerung und Erfassung der Maschinen-Rückmeldedaten an den Produktionsautomaten erfolgt vollautomatisch durch abas ERP. Auch die Qualitätssicherung wird über die Software abgebildet. Das ERP-System dient dem Unternehmen nicht nur als zentrales Werkzeug, um alle Produktionsabläufe zu lenken, denn beim Spezialisten für Oberflächentechnik sind alle Kernfunktionen der Unternehmenssoftware im Einsatz: vom Einkauf über Lagerwesen, Disposition, Waren- und Materialwirtschaft bis zum Verkauf mit Auftrags- und Rechnungswesen.

ERP redet mit Robi

Bugra Derre, Technical Consultant bei Abas: „Der neue Abas Message Bus erlaubt eine asynchrone Kommunikation mit Abas ERP. Dadurch können Roboter Nachrichten absetzen – ähnlich wie eine E-Mail – oder auch empfangen.“

Der nächste logische Schritt ist, dass ein ERP-System auch mit Robotern kommuniziert, wenn dies technisch sinnvoll ist. Ob es sich um einen Industrieroboter handelt, der Schweißarbeiten durchführt, einen Prüfroboter, der vollautomatisch Werkstoffe prüft oder ein Greifroboter, der Paletten bewegt. Abas stellt nun Ressourcen bereit, um die Vernetzung mit Robotern voranzutreiben. „Mit dem Ziel“, so Bugra Derre, Technical Consultant bei Abas, „dass unsere Unternehmenssoftware in der Lage ist, direkt mit den Robotern zu sprechen, Befehle zu geben und Informationen zu erhalten.“

Dazu bietet der Karlsruher Software-Hersteller jetzt seinen Anwendern im Wesentlichen zwei Technologien an. „Mit einer neuen Middleware steht ein internetbasierter Kommunikationskanal zur Verfügung. Durch seine direkte Anbindung an das ERP-System und weitere Dienste können so Daten ausgelesen und bearbeitet werden. Mit dem neuen Abas Message Bus kommt eine weitere Technologie zum Einsatz, die eine asynchrone Kommunikation mit Abas ERP erlaubt. Durch den asynchronen Ansatz können Roboter Nachrichten absetzen – ähnlich wie eine E-Mail – oder auch empfangen. Die Nachricht kann Anweisungen für den Roboter enthalten oder er sendet Informationen an das ERP-System. Der asynchrone Ansatz erlaubt eine performante Kommunikation“, erläutert Bugra Derre.

Direkt an der Informationsquelle

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein ERP-System kann aus der Robotersteuerung wichtige Informationen direkt an der Quelle sammeln und so relevante Entscheidungen treffen – automatisiert, teilautomatisiert oder als informierendes System. Informationen aus der Shopfloorebene, sprich aus den Werkhallen und -inseln, sind die Grundlage, um Prozesse zu optimieren. Mit der Automatisierung kann das ERP-System Daten in Echtzeit erfassen, analysieren und wichtige Entscheidungen entweder automatisiert selbst treffen oder sie an Entscheider in rollenbasierten Reports kommunizieren.

Das neue Robotik-Team von Abas hat die jüngst eingeführten Technologien bereits erfolgreich getestet. „In einem Modellversuch haben wir einen Lego Mindstormroboter über unseren Message Bus mit Abas ERP vernetzt. Die Ergebnisse waren sehr gut. In unserer Simulation haben wir einen einfachen Lagerroboter simuliert, der auf einer Karte eine rote Linie entlang fährt. An bestimmten Markierungspunkten hält er automatisch an und lagert einen Stapel Spielzeugreifen. Diese Lagerung wird an den MessageBus kommuniziert. Der Inhalt wird von Abas ERP durch eine spezielle Anwendung erkannt und in Abas ERP eingetragen – und das in Echtzeit“, erklärt Bugra Derre.

Die Übertragung von Daten aus der Shopfloorebene in die betriebliche Planungsebene ergibt neue Anwendungsfälle für ERP-Systeme. Daraus resultieren nützliche Funktionen für den Anwender eines ERP-Systems. Beispielsweise kann eine vorrausschauende Wartung den planbaren Ausfall eines Roboters erkennen. Durch diese Information kann ein ERP-System selbstständig den dazugehörigen Servicetechniker rufen. ee

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