Debüt in der Prozessindustrie

Beckhoff Automation steigert Umsatz

Beckhoff Automation erwirtschaftete in 2016 einen weltweiten Umsatz von 679 Mio. Euro, ein Plus von 9,5 % gegenüber dem Vorjahr. Auf der diesjährigen Hannover Messe präsentierte das Unternehmen erstmals speziell  für die Prozesstechnik entwickelte Produkte.

Hans Beckhoff: „Der Markt der Prozessindustrie wird gemeinhin größer eingeschätzt als der Markt für die diskrete Maschinenautomatisierung, in dem Beckhoff bisher vorwiegend zu Hause ist. Also ergeben sich für uns mit unseren neuen Produkten sehr gute zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten!“

„Wir sind mit diesem Umsatzergebnis sehr zufrieden. Auch wenn das Wachstum, im Vergleich zum Vorjahr mit 22 Prozent, eher moderat ausgefallen ist, ist es angesichts des weit geringeren Branchenwachstums ein beachtliches Ergebnis“, bilanziert Geschäftsführer Hans Beckhoff. „Bewertet man die Entwicklung beider Jahre gemeinsam, dann ergibt das im Mittel ein vorzügliches Ergebnis von rund 15 Prozent.“

Umsatzentwicklung der Beckhoff Automation.

Hauptwachstumsträger in 2016 war Europa. Überdurchschnittlich hoch fielen die Wachstumsraten in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien aus. Trotz politischer Anspannungen und Unsicherheiten erwartet das in Verl ansässige Unternehmen auch im laufenden Jahr einen positiven Geschäftsverlauf. 

Internationalisierung schreitet voran

Beckhoff setzt den Ausbau seines weltweiten Vertriebsnetzes kontinuierlich fort. So wurde zu Anfang des Jahres der langjährige niederländische Distributor übernommen, sodass nun auch die niederländischen Kunden direkt von Beckhoff betreut werden. Derzeit verfügt Beckhoff über 35 Tochterunternehmen. Mit den eigenen Vertriebsgesellschaften und Distributoren ist Beckhoff in 75 Ländern der Welt vertreten, sodass die wichtigen Märkte gut abgedeckt sind. „Wir sind überzeugt, dass wir mit der flächendeckenden Verdichtung unserer Vertriebsorganisation – parallel zur Eroberung neuer Technologie-Märkte – unseren Umsatz weiter steigern können“, führt Hans Beckhoff aus. Voraussetzung hierfür ist die von Beckhoff entwickelte PC-basierte Automatisierung, die in vielen Markt- und Anwendungsbereichen zum Einsatz kommt. „Wir sind technologisch sehr breit aufgestellt und können so Kunden mit den unterschiedlichsten Anforderungen bedienen“, wie Hans Beckhoff erläutert.

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Konsequente Produkt- und Technologieentwicklung

Prozesstechnik und Automation kombiniert in einem System: Die EtherCAT-Klemmen der Serie ELX verfügen über eigensichere Ein-/Ausgänge und erlauben so den direkten Anschluss von Feldgeräten bis in Ex-Zone 0/20.Bild: Beckhoff Automation

Mit der konsequenten technologischen Erweiterung seiner Produktreihen erschließt sich Beckhoff immer wieder neue Märkte: Einen sehr wichtigen Schritt geht das Unternehmen auf der diesjährigen Hannover Messe. Erstmalig werden von Beckhoff speziell für die Prozesstechnik entwickelte Produkte vorgestellt. Die neuen EtherCAT-Klemmen der Serie ELX und die Control Panels der Serie CPX für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen zeichnen sich durch modulare Kombinierbarkeit sowie äußerste Robustheit aus und erfüllen die Anforderungen der Prozessindustrie optimal. Hans Beckhoff ist optimistisch: „Der Markt der Prozessindustrie wird gemeinhin größer eingeschätzt als der Markt für die diskrete Maschinenautomatisierung, in dem Beckhoff bisher vorwiegend zu Hause ist. Also ergeben sich für uns mit unseren neuen Produkten sehr gute zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten!“

Beckhoff ist seit mehr als 30 Jahren bekannt für äußerst leistungsfähige PC-basierte Steuerungstechnik. Diese technologische Entwicklung treibt das Unternehmen konsequent weiter voran. So sind die Beckhoff-Ingenieure stolz, den vielleicht kleinsten Industrie-PC der Welt zu präsentieren. Mit einem Bauraum von 82 x 82 x 40 mm ist im neuen Industrie-PC C6015 eine komplette Quad-Core-CPU integriert und ermöglicht äußerst kompakte und leistungsfähige Steuerungstechnik.

Die Ex-Panel-Lösungen der CPX-Serie verbinden als Einbau- oder Stand-alone-Variante ein hochwertiges und elegantes Design mit moderner kapazitiver Multitouch-Technologie.

Noch weiter vorangetrieben wurde die Leistungsdichte in der Baureihe CX2000, die nun bis zu 12-Core-Xeon-CPUs bereitstellt und damit die Leistungsgrenzen für intelligente Anwendungen extrem nach oben verschiebt. „Intelligenz an der Maschine verbessert ihren Wirkungsgrad, und hilft Energie und Rohstoffe zu sparen. Die Leistungssteigerung nutzt also der Profitabilität der Maschinen auf der einen Seite und verbessert auf der anderen Seite die Nachhaltigkeitsbilanz der Maschinen wesentlich. Unsere Ingenieure helfen auch immer ein klein wenig die Welt zu verbessern“, ist Hans Beckhoff überzeugt.

Die Edelstahlausführung in Schutzart IP 69K eröffnet XTS nun auch Anwendungsbereiche mit hohen Hygieneanforderungen.

„Eine spannende Rolle spielt in der Automatisierung auch das Thema Industrie 4.0 und IoT. Neue Wirk- und Funktionsprinzipien können damit realisiert werden“, ist Hans Beckhoff überzeugt. Mit der einfachen Cloud-Anbindung – direkt aus der Steuerung heraus – kann Funktionalität ausgelagert werden oder zusätzliche Cloud-Services in die Maschine integriert werden. „Damit versetzen wir unsere Kunden in die Lage, z. B. weit fortgeschrittene Technologien der AI (artifizielle Intelligenz), wie „Deep Learning“ einzusetzen. Praktisch kann damit dann z. B. eine vorausschauende Wartung realisiert werden, um so die Verfügbarkeit und die Produktionseffizienz ihrer Anlagen zu steigern. Eine virtuelle Steuerung in der Cloud kann für viele Anwendungen – z. B. zu Simulations- oder Analysezwecken – nützlich sein; möglich ist auch eine Cloud-gestützte Bildverarbeitung oder Spracherkennung an der Maschine“, wie Hans Beckhoff formuliert.

Investition in Ausbildung und Studium

Das kontinuierliche wirtschaftliche Wachstum von Beckhoff wird begleitet von einer ständig wachsenden Mitarbeiterzahl. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit 3.350 Mitarbeiter, davon knapp 2.300 in Deutschland und 2.100 in Verl. Der hohe Anteil von 1.100 Ingenieuren belegt den großen Bedarf an Fachkräften. Mit insgesamt sieben Ausbildungsberufen und zwei praxisbezogenen Studiengängen stärkt Beckhoff seine Kompetenz als technologisch orientierter Ausbildungsspezialist und ist gleichzeitig „Ausbildungsmotor“ am Standort Verl: Derzeit sind 100 Auszubildende und 90 Studierende im Unternehmen beschäftigt. Laut Geschäftsführer Hans Beckhoff werden jährlich rund 3,5 Mio. Euro in die Ausbildung von Nachwuchskräften investiert. Das praxisintegrierte Studienkonzept hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und wird weiter ausgebaut: Ab dem Wintersemester 2017 soll es, ergänzend zu den Bachelorstudiengängen Mechatronik/Automatisierung und Wirtschaftsingenieurwesen, auch berufsbegleitende Masterstudiengänge am Studienstandort Gütersloh geben. „Unser Ziel ist es, technologiebegeisterte Nachwuchskräfte in der Region zu halten“, wie Hans Beckhoff sagt.

Investition in den Produktionsausbau

 Damit die Produktionskapazitäten mit dem Umsatzwachstum von Beckhoff mithalten können, entstehen am Unternehmenssitz Verl ca. 30.000 m² neue Produktions- und Montageflächen: Der Industrie-PC-Produktion steht bereits eine Fläche von rund 10.000 m² zur Verfügung; die I/O-Produktion wird Mitte 2017 ebenfalls ein 10.000 m² großes Produktionsgebäude beziehen. Auch die Leiterplatten- und Motherboard-Fertigung wird ausgebaut und erhält einen Erweiterungsbau um 10.000 m².

Im Geschäftsbereich Antriebstechnik baut Beckhoff am Standort Marktheidenfeld eine eigene Mechanikfertigung für Servomotoren auf. Der erste Spatenstich für die neue Produktionshalle von 3.500 m² ist bereits erfolgt. kf

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