Gewebebandleitungen

Flach, flexibel und individuell

In Gewebebandleitungen können verschiedene Medienträger, wie Einzeladern, Pneumatikschläuche und Lichtwellenleiter, zu einer Flachbandleitung zusammengestellt werden ¿ auch bei unterschiedlichen Außendurchmessern. Das schafft nicht nur Ordnung, auch die Belastung wird im Wesentlichen über den Gewebeverbund aufgenommen.

Der Abschluss des Gewebeverbundes erfolgt durch einen Schrumpfschlauch, thermische Versiegelung oder Klebebänder.

Seit nunmehr fünf Jahren bietet die PD-Lapp Systems in Wilsdruff bei Dresden, ein Unternehmen der Lapp Gruppe, Gewebebandleitungen an. Dies sind Produkte zur einfachen und mobilen Verbindung technischer Systeme. Mittels Bandwebtechnik können verschiedene Medienträger wie Einzeladern, mehradrige Leitungen, Pneumatikschläuche, Lichtwellenleiter und auch Tragseile zu einer Flachbandleitung zusammengestellt werden. Die einzelnen Leitungen können dabei auch unterschiedliche Außendurchmesser haben. Die Leitungen, in der Regel schnell verfügbare Katalogware aus dem umfangreichen Lapp Kabel Sortiment, können individuell den Anforderungen angepasst werden. Sie sind innerhalb des Gewebebandes über die gesamte Länge in einem geordneten Layout organisiert. Eine willkürliche Veränderung der Leitungspositionen im Betriebszustand ist ausgeschlossen.

Die physische Belastung der Leitungsbänder wird wesentlich durch den Gewebeverbund aufgenommen, so dass einzelne Leitungen nahezu ohne Belastung sind. Zwischen benachbarten Leitungen besteht weder ein Materialschluss, noch kann es zum Umschließen von Leitungen wie in den üblichen Kabelbündeln kommen. Mit der damit verbesserten Wärmeableitung kann auch die Auswahl der Querschnitte optimaler erfolgen. Aufgrund des Gewebeverbundes können nicht nur elastisch bewegliche sondern auch selbsttragende Leitungsbandstrukturen hergestellt werden. Eine Verformbarkeit über mehrere Achsen ist dabei kein Problem. Die technische Grenze bei der Fertigung von gewebten Leitungsbändern liegt derzeit bei 16 Millimeter Außendurchmesser für einzelne Leitungen und einer Bandbreite von 160 Millimetern. Diese Breite kann aber durch paralleles Fügen der Bänder beliebig erweitert werden. Maschinenbedingt liegen die Mindestlängen für Musterbau und Prototypen bei circa 2 bis 5 Metern je Musterstück – innerhalb dieser Längen sind aber auch unterschiedliche Längen fertigungstechnisch möglich. Die Auswahl des Webmaterials erfolgt kundenspezifisch nach konkreten Einsatzbedingungen des gewebten Leitungsbandes. Es werden Garne und Zwirne aus Polyester (PES), Polyamid (PA), Teflon (PTFE), Aramid, Glasfaser, Vectran oder PEEK mit unterschiedlichen Garngewichten und Festigkeiten eingesetzt. Bei freiliegend eingesetzten Energie- oder Schleppketten im Maschinen- und Anlagenbau hat sich als Webmaterial bisher Polyester (PES) sehr gut bewährt.

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Bei gewebten Bändern, die in Ketten eingebaut werden, kommt als Webmaterial vorzugsweise Teflon zum Einsatz, bedingt durch den sehr kleinen Reibungskoeffizienten. Für Bänder, die im Vakuum Anwendung finden, ist PEEK die erste Wahl. Aufgrund der Vielzahl an verfügbaren Webgarnen und Zwirne konnten bisher alle geforderten Einsatzvarianten realisiert werden. Die Vorzüge der gewebten Bandleitungen zusammengefasst: Aufgrund einer Katalogware bei Leitungen und Einzeladern als Basis kann nicht nur eine schnelle Fertigung mit kurzen Durchlaufzeiten erfolgen, sondern aufgrund der unterschiedlichen Medienträger auch auf den Einsatz oftmals kostspieliger Sonderleitungen verzichtet werden. Darüber hinaus erlaubt dieses System mittels schnell umrüstfähiger NC-Bandwebmaschinen auch kurzfristige Änderungen der Leitungsstrukturen.

Und noch ein letzter Punkt: Anstelle ungeordneter Bündelung von Leitungen und Einzeladern liegt hier eine Kabelbaumstruktur mit Leitungen/Einzeladern in geordnetem Layout vor. Anwendung finden diese Gewebebandleitungen erfolgreich in der Bühnentechnik mit Bändern bis zu 800 Millimeter Breite, im Maschinen- und Anlagenbau als kurze, hochflexible Schleppketten sowie als Flachbandleitungen für spezielle Anwendungen im Vakuum, im Sondermaschinenbau und der Verkehrstechnik.

Horst-Jürgen Eckelman, PD-Lapp Systems / Dr. Peter Stipp

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