Interview zum Thema "Digitale Fabrik"

„Viele kleine Schritte“

Mit dem Blick auf den Fujitsu-Campus in Augsburg erfuhr SCOPE von Vera Schneevoigt, Head of Product Supply Operations bei Fujitsu, warum eine komplette Automatisierung keinen Sinn macht und wie der digitale Wandel von den Mitarbeitern aufgenommen wird.

SCOPE: Fujitsu fertigt in seinem Werk in Augsburg als letzter ITK-Hersteller noch in Deutschland. Ist „IT made in Germany“ überhaupt noch wettbewerbsfähig?

Mit dem Blick auf den Fujitsu-Campus in Augsburg erfuhr SCOPE von Vera Schneevoigt, Head of Product Supply Operations bei Fujitsu, warum eine komplette Automatisierung keinen Sinn macht und wie der digitale Wandel von den Mitarbeitern aufgenommen wird.

Vera Schneevoigt: Unser Campus in Augsburg zählt zu den weltweit modernsten IT-Produktionsstandorten. Zudem haben wir Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie Labore, in denen IT-Systeme und einzelne Bauteile entwickelt, getestet und zertifiziert werden. Damit verfügen wir über eine komplette Wertschöpfungskette „Made in Germany“. Wir haben außerdem Strukturen implementiert, die es erlauben, kundenspezifische Produkte mit unterschiedlichsten Volumenanforderungen kurzfristig zu produzieren. Auf all diese Vorteile setzen übrigens auch vermehrt Kunden, für die wir Electronic Manufacturing Services in Augsburg erbringen. 

SCOPE: Wie setzt Fujitsu die Smart Factory in der Praxis um? Können Sie ein Beispiel nennen?

Schneevoigt: Der Weg zu einer „Intelligenten Fabrik“ besteht aus vielen einzelnen kleinen Schritten. Einer davon ist beispielsweise der in SCOPE beschriebene Umstieg weg von einer Papier- hin zu einer RFID-basierten Logistik- und Produktionssteuerung. 

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SCOPE: Warum stellt Fujitsu nicht auf eine komplett automatisierte Fertigung um in Augsburg?

Schneevoigt: Wir prüfen ständig, ob Aufgaben besser manuell oder doch besser automatisiert erledigt werden können. Auch wenn mittlerweile viele Arbeitsschritte automatisiert erfolgen – etwa bei der Produktion von Mainboards –, gibt es nach wie vor Bereiche, bei denen der Mensch unschlagbar ist. Gemeinsam mit dem Roboterhersteller Kuka testen wir übrigens auch die enge Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. 

SCOPE: Fließen die Ergebnisse des gemeinsamen Projekts mit Kuka in die Fertigung ein?

Schneevoigt: Ja, wir planen noch dieses Jahr den praktischen Einsatz der Mensch-Roboter-Kollaboration in unserer Fertigung.

SCOPE: Bildet Fujitsu seine Mitarbeiter im Hinblick auf die digitalen Technologien weiter?

Schneevoigt: Der Mensch ist und bleibt für uns der wichtigste Faktor. Da wir einerseits IT entwickeln und zugleich als selbst produzierendes Unternehmen einer der Vorreiter bei der digitalisierten Fertigung sind, haben wir Experten dafür im Haus, die ihr Wissen kontinuierlich an ihre Kollegen weitergeben. 

SCOPE: Wie wird das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz bei der digitalen Fertigung gehandhabt?

Schneevoigt: Das wichtigste Thema bei der Mensch-Roboter-Kollaboration ist die Sicherheit. Denn Roboter sollen ja möglichst schnell und präzise arbeiten, dürfen jedoch für den Menschen keine Gefahr darstellen. Unter anderem dank der ausgefeilten Sensorik der neuesten Roboter-Generation ist dieser Spagat mittlerweile möglich.

SCOPE: Welche Vorteile bringt die Smart Factory Ihren Kunden? 

Schneevoigt: Kurz gefasst: Schnelligkeit, Flexibilität, Qualität. Zudem gibt es viele produzierende Unternehmen, die von unseren praktischen Erfahrungen bei der Digitalisierung profitieren möchten. Daher bieten wir ihnen entsprechende Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung an.

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