Standortförderung

Kleine Humanoide und Tiger

Ost-Westfalen-Lippe ist die Region der "Intelligenten Technischen Systeme" - national und international. Ein breiter Branchenmix und ein starker Mittelstand mit zahlreichen Weltmarktführern bieten ein reiches Anwendungsspektrum. Enge Kooperationen mit Branchennetzwerken, örtlichen Hochschulen und Forschungsinstituten sind Folge einer intensiven Nachfrage nach innovativen Lösungen, die hier auf kurzen Wegen realisiert werden.
Appetitlich grün und eine gute Fingerübung für den Humanoiden (Quelle: Citec/Universität Bielefeld, Martin Brockhoff)

Eine gute Position hat die Region Ost-Westfalen-Lippe: Mit ihrer Elektronik- und Verbindungstechnik decken die Firmen Beckhoff, Harting, Phoenix Contact und Weidmüller rund 80 Prozent des Weltmarkbedarfs ab. Renommierte interdisziplinäre Forschungseinrichtungen befinden sich hier wie das Heinz-Nixdorf-Institut, das Fraunhofer Kompetenzzentrum Industrial Automation und das Institut Industrial IT (inIT) sowie die Fraunhofer Projektgruppe für die Entwurfstechnik Mechatronik, Citec und CoR-Lab in den Forschungszentren Bielefeld, Paderborn und Lemgo. Typische regionale Projekte aus interdisziplinärer Zusammenarbeit von Informatik, Ingenieurs-, Natur- und Geisteswissenschaften sind zum Beispiel Cash Management-Lösungen von Wincor Nixdorf, intelligente Beschlagtechnik von Hettich, Hausgeräte- und Küchentechnik von Miele, Steuerungs- und Energieverbrauchslösungen von Gebäuden, ferner Anwendungen für Telemedizin, Medizintechnik und Leichtbau in der Möbel- und Automobilindustrie. Einen Schwerpunkt industrieller Anwendung bildet das vom Heinz-Nixdorf-Institut auch kleineren Firmen zur Nutzung angebotene Virtual Prototyping, das Berechnungen nicht nur in der Vorproduktion simulieren kann und wertvolle Ergebnisse zur Optimierung von Produkten liefert.

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Kognitive Intelligenz und Robotik als Forschungsschwerpunkt

Zudem wird an der Universität Bielefeld die Robotertechnologie erforscht. Asimo heißt zum Beispiel der kleine Robo-Kerl, der im Bielefelder Research Institute for Cognition and Robotics (CoR-Lab) in enger Kooperation mit Honda weiterentwickelt wird. Erkenntnisse aus Mensch-Maschine Interaktion und Datenanalysen erlauben es, Asimo in Interaktionsexperimenten mit Menschen einzusetzen. "So greift eins ins andere", sagt Karl-Heinz Stiller. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Wincor Nixdorf und Motor des Clusters "Intelligente Technische Systeme" malt konkrete Visionen an die Wand: "Unsere fünf Kernkompetenzen, nämlich Mechatronik, Industrial IT, Leichtbau, Energieeffizienz und Kognitive Intelligenz lassen Ost-Westfalen-Lippe mittelfristig nicht nur zum Maschinenbaustandort Nr. 1 in Deutschland wachsen, sondern auch zur Referenzregion für Intelligente Technische Systeme."

Centrum Industrial IT (CIIT) in Lemgo

Um Intelligente Technische Systeme dreht sich auch alles im Centrum Industrial IT (CIIT) auf dem Lemgoer Campus der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. In einem der wichtigsten Zentren des Maschinenbaus und der Industrieelektronik wird auf zwei Kompetenzfeldern geforscht und entwickelt: Im Bereich der industriellen Kommunikationssysteme (Industrial Ethernet, Industrial Wireless und IT Security) und der industriellen Bildverarbeitung (Echtzeit Bildverarbeitung, Sensorfusion und Mustererkennung). Hier haben sich auch Unternehmen wie beispielsweise Phoenix Contact, Weidmüller, ISI-Automation, Owita und KW-Software gemeinsam langfristig niedergelassen. "Fraunhofer", erläutert Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, "baut hier seine Organisation rund um bestehende Personen und weitere Firmen auf, die letztlich die drahtlose Kommunikationstechnik liefern, um Produktionsanlagen optimal zu überwachen und zu steuern." Was an neuen Produkten dabei herauskommt, kann sich weltweit sehen lassen. So haben die Lemgoer Forscher gemeinsam mit Phoenix Contact und Siemens mit dem "Tiger" einen hoch integrierten Microchip entwickelt, der die zurzeit schnellste Datenkommunikation innerhalb vernetzter Komponenten in der Automatisierungstechnik ermöglicht und Echtzeit-Ethernet realisiert. Der Chip wird beispielsweise in Robotern oder in der Sensortechnik verwendet, ist "offen" konfiguriert und führt zu dem, was in der "Lemgoer Modellfabrik" als "wandlungsfähige Produktionstechnik" permanent weiterentwickelt wird.

Bündelung aller Kräfte der Region

Was die Lemgoer Forschungseinrichtungen zu einem leistungsfähigen Think Tank macht, ist sinnvolle und durchdachte Arbeitsteilung. Und das wird auch in anderen Teilen der Region so gehalten. Wissenschaftler des im Aufbau befindlichen Fraunhofer-Instituts für intelligente mechatronische Systeme arbeiten im Umfeld der Universität Paderborn bereits an konkreten Projekten, die unter anderem vom Gütersloher Hausgerätehersteller Miele in Auftrag gegeben und unterstützt werden. "Die Erwartungen sind hoch", sagt Dr. Markus Miele, Geschäftsführender Gesellschafter von Miele, "Fraunhofer zieht in Verbindung mit unseren Hochschulen nicht nur hoch qualifizierten Nachwuchs heran, sondern auch entsprechend qualifizierte Wissenschaftler in unsere Region." Tatsächlich bildet Fraunhofer ein wichtiges Glied in der Kette - unternehmerisch geführt, in enger Vernetzung und interdisziplinär mit den Hochschulen in Sachen Forschung einerseits und anwendungsbezogener Entwicklung mit den großen und kleineren Unternehmen andererseits. Mit 20 weiteren Unternehmen aus der Region sorgt man für eine gute Auslastung - sei es in Sachen Innovationen oder einfach nur in Bezug auf Produktoptimierung. Miele-Vordenker beschäftigen sich auf dieser Grundlage mit Fragen à la "Wie trocknet man in zehn Jahren?" Leiten lässt man sich vom Nutzen für den Verbraucher und von der Vorgabe massenhafter Multiplizierbarkeit des Produkts, um die Kosten verbraucherfreundlich zu halten. Sensorik spielt dabei eine große Rolle. Waschprozesse werden gesteuert durch Druck- und Wiegesensoren, die Gewicht, Saugfähigkeit der Wäsche, Härtegrad des Wassers und den Zeitverlauf ermitteln. Und wenn die Waschmaschine dann noch selbsttätig Waschpulver dosiert, sieht man bei Miele den Kundennutzen ideal erfüllt. Dr. Markus Miele verweist darauf, dass die Betonung des Kundennutzens ein Merkmal sehr vieler Unternehmen aus OstWestfalenLippe sei und auch breiter Konsens zum Beispiel bei der Entwicklung von Grundlagentechnologien, die über gut funktionierende Branchennetzwerke allen beteiligten Firmen zur Verfügung stehen. "Unsere Region hat Dynamik", sagt der Miele-Chef, "hier lernt einer vom anderen und alle ziehen an einem Strang, um weiterzukommen." ee

Halle 16, Stand A04

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