Welle-Nabe-Verbindung

Auch die Schwachen

werden verbunden mächtig - ließ Friedrich Schiller im Tell verkünden. Aber gewiss ist auch die Art und Weise der Verbindung ist wichtig. Dieser beiden Tatsachen bewusst, befasste sich das Unternehmen Paatz aus Viernau in Südthüringen mit einer Schwachstelle innerhalb der Getriebetechnik: Der Welle-Nabe-Verbindung. In enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Chemnitz entwickelte das Unternehmen das Verfahren der Tribo-Phosphatierung. Hierbei wird ein oder beide Elemente der Welle-Nabe-Verbindung mit einer verbundstabilen Phosphatschicht versehen und anschließend die Verbindung als Längs- oder Querpressverbindung gefügt. Insbesondere die ohne thermische Unterstützung gefügte Längspressverbindung ist eine technologische Innovation und sicher auch für viele andere Anwender eine interessante Alternative zu den üblichen Welle-Nabe-Verbindungen. Dabei sind neben der klassischen Anwendung in Getrieben weitere Anwendungen denkbar im Bereich der Fördertechnik (Rolltreppen, Transportbänder), der Fahrzeug-, Landmaschinen- und Schienenfahrzeugtechnik (Radsätze), bei Motoren , an Lagersitzen und überall dort, wo Welle-Nabe-Verbindungen im dauerhaften Einsatz sind. Das Verfahren der Phosphatierung und die Marke Tribo-Phosphatierung wurden durch das Entwicklerteam Viernauer und der TU Chemnitz zum Schutz angemeldet. Die so hergestellte Verbindung weist folgende Vorteile auf: Infolge der erhöhten Reibungszahl kommt eine mehrfache Übertragungsfähigkeit der Verbindung gegenüber herkömmlichen Welle-Nabe-Verbindungen zustande. Die Pressverbindung kann mehrfach ohne Verlust der Übertragungsfähigkeit zerstörungsfrei gefügt oder gelöst werden. Der Einpressvorgang ist ohne Einsatz von Schmierstoffen durchzuführen, verläuft ohne Stick-Slip-Effekt und hinterlässt eine unbeschädigte verbundstabile Phosphatschicht. Nachfolgende Aus- und Einpressvorgänge lassen sich problemlos ohne nennenswerte Abweichung der Ein- bzw. Auspresskräfte durchführen. Es besteht die Möglichkeit der Ausführung als Längs- oder Querpressverbindung. Das Verfahren eignet sich auch für dünnwandige Teile und Hohlwellen. Es gibt zusätzliche Einlauf- und Notlaufeigenschaften auf den beschichteten Flächen außerhalb der Pressverbindung zum Beispiel bei Gleitlagern. Passungsrost wird verhindert und nicht zuletzt wird damit Geld gespart. Die mit Proben des Unternehmens durchgeführten Versuche haben die Zuverlässigkeit des Verfahrens bewiesen. Die Schicht ist verbundstabil und lässt auch im praktischen Test mehrfaches zerstörungsfreies Fügen und Lösen zu, ohne dabei die Übertragungsfähigkeit zu mindern. Der Einpressvorgang verläuft ohne Stick-Slip-Effekt und hinterlässt eine unbeschädigte verbundstabile Phosphatschicht. Nachfolgende Aus- und Einpressvorgänge lassen sich problemlos ohne nennenswerte Abweichung der Ein- bzw. Auspresskräfte durchführen. Die Übertragungsfähigkeit beträgt infolge der erhöhten Reibungszahl etwa das Doppelte herkömmlicher Pressverbindungen ohne Beschichtung. Paatz ist nach eigenen Angaben überall in Deutschland, aber auch über die Grenzen hinaus, als renommierter Hersteller von Mehrspindelköpfen und Vorrichtungen bekannt. Darüber hinaus bietet es auch komplette Sondermaschinen an, führt Überholungen oder Modernisierungen durch und fertigt Fahrzeugteile für einen renommierten deutschen Automobilhersteller. Als Bohrkopfhersteller ist Paatz mit den Problemen der Getriebetechnik, insbesondere auch mit der Welle-Nabe-Verbindung, konfrontiert und vertraut. Somit erscheint es nur folgerichtig, dass sich die Viernauer seit vielen Jahren mit dieser speziellen Problematik beschäftigt. Momentan sind sie dabei, eine Anlage zu projektieren und aufzubauen, die es ermöglicht, die Tribo-Phosphatierung als Dienstleistung anzubieten.ee

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