Scope Online - Industriemagazin für Produktion und Technik
Sie befinden sich hier:
Home> Service> Specials> Special: Maschinen- und Werkzeugbau in Mitteldeutschland> "Kunden kurzfristig bedienen"

Antriebstechnik"Kunden kurzfristig bedienen"

SCOPE: Die SLF hat eine bewegte 50-jährige Geschichte hinter sich. Sie haben das Unternehmen vor einigen Jahren in einem Management-Buy-Out übernommen. Wieviele Mitarbeiter beschäftigen Sie heute und wie ist die wirtschaftliche Situation der SLF?

sep
sep
sep
sep
Titel 4 B: "Kunden kurzfristig bedienen"

Schlegel: Die Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth GmbH (SLF) wurde 1993 gegründet. Am 01.11.1993 wurde die Produktion mit 29 Mitarbeitern aufgenommen. Heute beschäftigen wir 232 Mitarbeiter und bilden gegenwärtig 26 Azubis aus. Der Umsatz im Jahr 2005 betrug 25,8 Mio. Euro und soll in 2006 weiter gesteigert werden. Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass die wirtschaftliche Situation der SLF positiv ist.

SCOPE: Wo liegen die Produktschwerpunkte der SLF?

Schlegel: Die SLF hat zwei Produktschwerpunkte, zum einen das Produkt Wälzlager und zum anderen das Produkt Werkzeugmaschinenspindeln. Der Anteil der beiden Produktgruppen am Gesamtumsatz ist dabei sehr unterschiedlich: Wälzlager 86 Prozent und Spindeleinheiten 14 Prozent.

Anzeige

SCOPE: Was sind die SLF-Besonderheiten im Vergleich zum Wettbewerb?

Schlegel: Unser Slogan heißt: anwenderbezogene Lösungen, garantierte Flexibilität, weltweiter Service, höchste Qualität, moderate Preise und dies alles „Made in Germany“.

SCOPE: Fertigen Sie in erster Linie Standardlösungen auf Lager oder erhält der Kunde bei SLF auch kundenindividuelle Lösungen bis zur Losgröße 1?

Schlegel: Die SLF fertigt basierend auf einem Standardsortiment eine riesige Vielzahl von Modifikationen und kundenindividuelle Lösungen im Bereich Wälzlager. Im Bereich Spindeleinheiten werden zu über 90 Prozent kundenspezifische Lösungen gefertigt.

Die zu fertigenden Stückzahlen sind natürlich sehr unterschiedlich. Auch eine Losgröße von 1 ist möglich, besonders bei den Spindeln, aber auch bei den Wälzlagern speziell im oberen Abmessungsbereich.

Um aber im Wälzlagerbereich dem Kunden auch die Möglichkeit zu geben, kleine Stückzahlen bei uns zu bestellen, z.B. für Reparaturen, haben wir einen großen Lagerstock eingerichtet, von dem die Kunden kurzfristig bedient werden können.

SCOPE: Welche Branchen zählen zu Ihren Zielgruppen?

Schlegel: Unsere Kunden kommen aus den verschiedensten Branchen. Wir liefern sowohl in den Werkzeugmaschinenbau wie in die Zulieferindustrie der Automobilbranche, aber auch in den Textilmaschinen-, Kompressoren-, Pumpenbau und andere Branchen. Zudem beliefern wir auch einige Mitwettbewerber.

Durch diesen Branchenmix gelingt es uns recht gut, die Umsatzschwankungen in den einzelnen Branchen auszugleichen.

SCOPE: Welchen Anteil hat der Export bei Ihrem Umsatz?

Schlegel: Seit Bestehen der SLF sind wir immer bemüht auch den Export voranzubringen. Gegenwärtig beträgt der Exportanteil am Gesamtumsatz 15 Prozent. Dieser Anteil ist über die Jahre ziemlich konstant geblieben. Da es uns aber bisher jährlich immer gelungen ist, den Umsatz insgesamt zu steigern, bedeutet dies auch für den Export jährlich eine Steigerung, absolut gesehen.

SCOPE: Welche Rolle spielt der Standort Sachsen für das Unternehmen SLF?

Schlegel: Unser Standort in Fraureuth/Sachsen ist ein traditioneller Industriestandort. Zudem werden seit 1943 Wälzlager bzw. Wälzlagerteile an diesem Standort produziert. Neben dieser Tradition spielen auch die guten Voraussetzungen hinsichtlich der Nähe zu Universitäten, Hoch- und Fachschulen eine wichtige Rolle. Auch kann auf qualifiziertes Fachpersonal zurückgegriffen werden. Hier muss jedoch angemerkt werden, dass für die Zukunft weiterhin ein wichtiges Augenmerk auf eine gute Schulbildung und vor allem Lehrausbildung zu legen ist. Nur so kann der Bestand an gut ausgebildeten Fachkräften erhalten werden. Wir stellen uns dieser Aufgabe schon einige Jahre und werden auch dieses Jahr wieder sieben Lehrstellen zur Verfügung stellen.

SCOPE: Können Sie am Standort Sachsen wettbewerbsfähig produzieren?

Schlegel: Wir als SLF stehen täglich im Wettbewerb mit Firmen aus der ganzen Welt. Es wird zunehmend schwieriger sich dabei zu behaupten, zumal Firmen in den osteuropäischen Ländern und speziell in Ländern wie China und Indien aufgrund ihrer Kostensituation deutliche Wettbewerbsvorteile haben. Hier muss man sich als deutsches mittelständiges Unternehmen, welches keine Filialen in diesen Ländern unterhält, wie die großen Mitkonkurrenten, laufend etwas einfallen lassen, um dem Druck standzuhalten. Uns gelingt dies durch ständige Veränderungen im Produktportfolio und durch das Angebot an unsere Kunden, kundenspezifische Lösungen zu realisieren. Zudem gehört die notwendige Flexibilität, höchste Genauigkeiten, Liefertreue und auch das „Made in Germany“ zu unseren Pluspunkten gegenüber den Wettbewerbern.

SCOPE: Findet die Wirtschaft in Sachsen Unterstützung bei Politik und Verwaltung?

Schlegel: Wir als Firma können den Wettbewerb mit den anderen Konkurrenten nur dann bestehen, wenn auch die notwendige Unterstützung im eigenen Land gegeben ist. Leider lässt dies oftmals zu wünschen übrig. Allein die Leuchtturmpolitik in Sachsen, die sicherlich auch ihre Bedeutung hat, sichert nicht das notwendige Wachstum in Sachsen und in Deutschland. Hier müssen die anderen Unternehmen die gleiche Unterstützung erhalten wie die Leuchttürme. Zudem bereiten die Entwicklungen bei den Energiepreisen den Unternehmen massive Probleme. Hier ist auch die Politik gefordert. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen kann man die Frage mit „Ja“ beantworten.

Infobox

Bereits seit 1943 werden in Frau­reuth Teile für Wälzlager produziert, seit 1949 wurden auch Werkzeugmaschinenspindeln hergestellt. Bis 1990 gehörte das Werk zum Kombinat „Wälzlager und Normteile“, von dem Teile nach der Wende durch die FAG Kugelfischer neben sechs weiteren Standorten in der Deutschen Kugellagerfabriken Leipzig GmbH (DKFL) vereint wurden. Nach dem Konkurs übernahm Dr. Frank ­Schlegel gemeinsam mit Kollegen im Rahmen eines Management-Buy-Outs das Werk und gründete am 1.11.1993 mit 29 Mitarbeitern die Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth GmbH. Heute beschäftigt SLF 232 Mitarbeiter und erzielte in 2005 einen Umsatz von 25,8 Mio. Euro.hs

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zu dieser Firma

News: SLF weiter auf Wachstumskurs

NewsSLF weiter auf Wachstumskurs

Sein 15-jähriges Firmenjubiläum feiert in diesem Jahr das Unternehmen Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth (SLF)

…mehr
Lagerungstechnik: Spindeln und Lager im Blick

LagerungstechnikSpindeln und Lager im Blick

"Unser Name steht für höchsten Standard, technischen Fortschritt und modernste Herstellung von Wälzlagern, Werkzeugmaschinenspindeln sowie von zylindrischen Wälzkörpern", erläutert Dr. Frank Schlegel, Geschäftsführer des Unternehmens. Spindeleinheiten und Kugellager aus Fraureuth gehen an viele renommierte Unternehmen sowohl im Inland als auch in 40 Länder weltweit, in der Hauptsache für Werkzeugmaschinen und Getriebe.…mehr

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Edelstahltastatur TKV-084-FIT von Gett Gerätetechnik

EdelstahltastaturenTippen in rauen Umgebungen

Gett Gerätetechnik hat sein Sortiment an Edelstahltastaturen um eine weitere Produktfamilie ergänzt.

…mehr
Detektor LRM-254 von Infratec

VierkanaldetektorGase analysieren

Der miniaturisierte Vierkanaldetektor LRM-254 im TO39-Gehäuse mit einer Aperturöffnung von fünf Millimetern im Durchmesser erweitert ab sofort das Sortiment des Dresdner Herstellers Infratec.

…mehr
LRA 160

Absaug- und FiltersystemLötrauche effizient absaugen

Mit dem LRA 160 wurde das erste Absaug- und Filtersystem für Lötrauch in das neue Geräte-Design der ULT AG überführt.

…mehr

Neue Stellenanzeigen