Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Zusammen stark

Wenn der Aufschwung kommt, dann braucht der Maschinenbau gut aufgestellte Unternehmen, hoch qualifizierte Fachkräfte und innovative Produkte. In dieser Hinsicht steht Mittel- deutschland als zukunftsträchtiger Industrie-Standort gut da.

In Leipzig produziert die Emag Gruppe kundenorientierte Varianten ihrer gleichnamigen Baureihe.

Den ostdeutschen Maschinenbau hemmt seit mehr als einem Jahr eine schwache Auftragslage. Besonders davon betroffen ist Mitteldeutschland. Doch die Branche blickt optimistisch in die Zukunft. Ein Grund dafür sind die Investitionen stärkenden Eigenschaften der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Sachsen

Sachsen gilt heute als das mitteldeutsche Maschinenbauzentrum. Der Bogen spannt sich vom Werkzeugmaschinenbau über Druck- und Textilmaschinen- bis hin zum Sondermaschinenbau. In zirka 450 Unternehmen dieser Branche - mit einer Mindestgröße von 20 Mitarbeitern - sind insgesamt fast 39.000 Menschen tätig. Addiert man die Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern und die Unternehmen des Anlagenbaues noch hinzu, so kommt man auf die stattliche Zahl von 1.000 Unternehmen mit zirka 100.000 Mitarbeitern. Traditionsreiche und namhafte Unternehmen, wie Niles-Simmons-Hegenscheidt, Sitec Industrietechnologie, Starrag Heckert, Studer Mikrosa, Tisora, und Union Werkzeugmaschinen, um nur einige zu nennen, produzieren in Sachsen. Einen Großteil der Aufträge erhalten die Unternehmen aus dem Ausland.

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Einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des Maschinen- und Werkzeugbaus haben in Sachsen die traditionsreichen Bildungseinrichtungen für den Maschinenbau. Hinzu kommt eine breit gefächerte Forschungslandschaft. In der Industrie-Forschung bilden dabei die Technische Universität Chemnitz und das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) das Zentrum für produktionstechnische Forschungen in Sachsen. Bedeutsam für den Erfolg des sächsischen Maschinenbaus sind des Weiteren die vom Freistaat Sachsen unterstützten Netzwerke. Gutes Beispiel dafür ist die Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen (Vemas), deren Arbeit wir Ihnen auf Seite 86 vorstellen.

Sachsen-Anhalt

Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine bedeutende Industriebranche in Sachsen-Anhalt. Standorte wie Magdeburg und Schönebeck, Aschersleben und Köthen verkörpern bis heute die starke Tradition in der Region und bilden die industrielle Basis. Einst dominierte dort der Schwermaschinenbau, heute die Hightech-Produktion. Innovative, wachstumsstarke Zulieferer sind weltweit führend auf ihren Spezialgebieten wie Mechatronik, Virtualisierung und strategische Produktplanung. In fast 90 Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiten nahezu 12.000 Menschen, die individuelle, maßgeschneiderte, produktionsintegrierte Lösungen bis hin zu Komplettlösungen fertigen. Beispiele sind Sondermaschinen für hochpräzise Fertigungsprozesse, Hebezeuge und Fördermittel, Pumpen und Kompressoren, Werkzeugmaschinen, aber auch Komponenten und Anlagen für die Photovoltaik- und Windkraftindustrie. Dahinter stehen Unternehmen wie AD-Industry Group, Doppstadt GmbH Calbe, Eenercon Gruppe, FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH, H&B Omega Europa GmbH, Sket Maschinen- und Anlagenbau GmbH oder Werkzeugmaschinenfabrik Zerbst GmbH (Emag Gruppe).

Die maschinenbaunahe Forschungslandschaft mit dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Virtual Development and Training Center bietet Unternehmen ein starkes Fundament. Das Cluster Sondermaschinen- und Anlagenbau (SMAB) vertritt fast 90 Unternehmen und Forschungseinrichtungen und ist zentraler Initiator und Begleiter von Innovationsvorhaben und -prozessen. Zudem steht mit FASA, dem Zweckverband zur Förderung des Maschinen- und Anlagenbaus, Unternehmen ein Kooperationsnetzwerk für Systemlösungen im Maschinen- und Anlagenbau zur Verfügung. Automobilzulieferer und dazugehörige Sondermaschinenbauer werden durch das Cluster Mahreg Automotive repräsentiert, das als zentrale Kooperationsplattform für Unternehmen und Forschungseinrichtungen fungiert.

Thüringen

Im letzten Jahr erzielten die Thüringer Maschinenbaubetriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern einen Umsatz von über 2,5 Milliarden Euro. Gemeinsam mit der Automobil- und Automobilzulieferindustrie ist der Maschinenbau größter Arbeitgeber im Freistaat. Über 20.000 Menschen sind in rund 500 Unternehmen beschäftigt. Die Exportquote lag bei rund 30 Prozent. Tendenz weiter steigend. Bedeutende Ausfuhrgüter sind Werkzeugmaschinen für die Metallverarbeitung, Maschinen für die Kunststoff- und Gummibe- und -verarbeitung, Bergwerks-, Bau- und Baumaschinen sowie Lager, Getriebe, Zahnräder und Antriebselemente. Kernkompetenzen bestehen auf den Feldern Lasertechnologie, Rapid Tooling oder Robotik. Enge Verbindungen zu Branchen wie Informationstechnik, Elektronik oder Optik sorgen im Zusammenspiel mit FuE-Einrichtungen für Synergien und innovative Produkte. Daneben etablierten sich in den letzten Jahren Zulieferer von Aggregaten und Maschinenbauteilen. Die Bereiche Fein- und Mikromechanik, Präzisionsteile oder Mechatronik und Automation bilden weitere Spezialisierungsrichtungen.

Unternehmen wissen das offene und kreative Umfeld des Bundeslandes zu schätzen, wie zum Beispiel Deckel Maho Seebach. Das Unternehmen der Gildemeister-Guppe hat sich zu einem der größten Werkzeugmaschinenhersteller in den neuen Bundesländern entwickelt. Außerdem haben in den zurückliegenden Jahren global agierende und anerkannte Unternehmen wie die Bosch Solar AG, Schott Solar GmbH, PV Crystalox oder die Sunways AG der Solartechnologie in Thüringen einen enormen Schub gegeben. Sie investierten an alten Industriestandorten um Erfurt und Jena in hochmoderne Fertigungslinien.

Die zentrale Lage im Herzen Europas verbunden mit einer guten Verkehrsinfrastruktur machen Thüringen zu einem Wirtschaftsstandort der schnellen Wege. Der Zugang zu renommierten Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen ist einfach; die Nähe zu Hochschulen bietet viele Vorteile. Erfolgreiche Unternehmen eigener und verwandter Branchen bilden ein attraktives Zulieferer- und Kooperationspotenzial. Unternehmen des Maschinen- und Werkzeugbaus profitieren zudem von Transferzentren und der Zusammenarbeit mit wirtschaftsnahen Dienstleistern. ee

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