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Messe Leipzig„Treibhäuser für Optimismus“

Mit ihrer über 800-jährigen Geschichte ist die Leipziger Messe eine der ältesten der Welt. Flexibilität, die Kraft der Erneuerung und innovative Ideen haben dort Tradition. Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäfts<nonbreaking-hyphen> führung der Leipziger Messe, sprach mit Dr. Bernd Bräuer über die Erfolge und Projekte der Leipziger Messe.

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Messe Leipzig: „Treibhäuser   für Optimismus“

SCOPE: Herr Marzin, die Leipziger Messe hat das Geschäftsjahr 2008 erfolgreich abgeschlossen. Sie sprechen vom sechsten Rekordjahr in Folge. So stieg der Umsatz von 76,8 Millionen im Jahr 2007 auf über 78 Millionen Euro im Jahr 2008. Im Vergleich mit dem Geschäftsjahr 2002 kletterte der Umsatz um 41 Prozent. Wie erklären Sie sich diesen anhaltenden Erfolg der Leipziger Messe?

Marzin: Unser Erfolg beruht auf mehreren Faktoren. Da ist zum einen das enorme Wirtschaftswachstum in Deutsch- land und in Europa, aber auch in Mitteldeutschland in den letzten Jahren zu nennen. Davon haben wir als Messe profitiert. Denn: Messen sind letztendlich Spiegelbilder der Wirtschaft. Dass wir zum anderen in den letzten Jahren stärker als die deutsche Messewirtschaft insgesamt gewachsen sind, ergibt sich aus unserer konsequenten Produktpolitik, die auf die wirtschaftlichen Stärken Mitteldeutschlands setzte und setzt. Die Maschinenbaumesse Intec, die Zuliefermesse Z, aber auch die Automobilmesse sind exzellente Beispiele dafür. Des Weiteren haben wir uns sehr konsequent um Zukunfts- und Nischenthemen gekümmert, von denen wir annahmen, dass sie sich entwickeln werden. Das betrifft Themen wie Energie und Umwelttechnik, Medizintechnik, aber auch Computerspiele. Und: Dass wir das Auslandsmessegeschäft, die Internationalisierung unserer Geschäfte in beide Richtungen strategisch betreiben, soll in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben.

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SCOPE: Gab es für Sie im Geschäftsjahr 2008 besonders bewegende Momente?

Marzin: Ja, natürlich. Dazu gehört zum einen der so nicht erwartete Besucherrekord, den die Automobilmesse AMI erzielte. Auch mit Blick auf den hohen Anteil von Besuchern aus dem Ausland – vor allem aus Polen und Tschechien. Zum anderen hat es mich besonders bewegt, dass die Messe Games Convention, trotz der bekannten Verbandsquerelen im Vorfeld der Veranstaltung, zur weltweit größten Spiele-Messe aufgestiegen ist.

SCOPE: Leipzig ist unbestritten nicht nur der älteste, sondern auch der größte und bedeutendste Messeplatz in Mitteldeutschland. Marktführender Messeplatz wollen Sie aber auch in der EU-Region Mitteldeutschland-Polen-Tschechien sein. Sind Sie hier 2008 vorangekommen?

Marzin: Bezogen auf die bereits erwähnten Branchen, wie Maschinenbau, Zulieferindustrie, Medizintechnik und Automobilbau, die wir in Leipzig mit Messen bedienen, sind wir hier nicht nur vorangekommen, sondern sind gegenwärtig der führende Messeplatz in dieser EU-Region. Das zu erhalten, zu sichern und auszubauen, bleibt natürlich weiterhin in unserem Fokus.

SCOPE: Schauen wir auf das so eben begonnene Geschäftsjahr 2009. Die Wirtschaftsprognosen sagen dafür ja nicht viel Gutes voraus. Glaubt man diesen Stimmen, dann droht eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise von bisher nicht gekanntem Ausmaß. Bleiben Sie angesichts dieser Prognosen optimistisch?

Marzin: Auf jeden Fall. Es besteht aus meiner Sicht überhaupt kein Grund zur Schwarzmalerei. Messen sind und bleiben Treibhäuser für Optimismus. Unsere Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2009 laufen in der Vorbereitung ausgesprochen gut. Das gilt nicht nur für die weiter wachsende Maschinenbaumesse Intec und die Zuliefermesse Z, sondern auch für die Buchmesse und Medizinmessen. Kurzum: Für das erste Halbjahr 2009 sind wir sehr gut aufgestellt. Gleichzeitig bin ich natürlich auch Realist. Es wäre völlig vermessen zu sagen, dass die drohende Wirtschaftskrise die Leipziger Messe nicht berührt. So wird die Automobilmesse AMI 2009 sicher von der Wirtschaftskrise dieser Branche betroffen sein – vor allem auf der Seite der Aussteller.

SCOPE: Aber jede Krise ist ja in gewisser Weise auch eine Chance…

Marzin: …ganz gewiss und Not macht erfinderisch. Das lässt sich ja an der jüngsten Geschichte der Leipziger Messe seit 1991 deutlich erkennen. In Krisen bestehen und gestärkt daraus hervorzugehen ist für uns keine neue Situation. Nicht zuletzt deshalb schaue ich ganz optimistisch in das Geschäftsjahr 2009.

SCOPE: Die Maschinenbaumesse Intec und die Zuliefermesse Z - veranstaltet als Messedoppel - beginnen in wenigen Tagen. Was erwartet die Besucher, vielleicht auch in einigen Zahlen ausgedrückt, auf diesen Messen?

Marzin: Inhaltlich setzen wir die bewährten Konzepte dieser beiden Messen fort: Die Intec präsentiert den Werkzeugmaschinenbau sowie die Fertigungstechnik, während auf der Zuliefermesse Z Leistungen vielfältigster Art für den Maschinenbau und die Automobilindustrie im Mittelpunkt stehen. Die Synergien beider Messen nicht nur für die Messebesucher, sondern auch für die Aussteller selbst sind augenfällig. Auf dem Messedoppel 2009 präsentieren sich in drei Ausstellungshallen mehr als 1.200 Aussteller auf insgesamt 60.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Das ist ein Wachstum an Ausstellern von rund acht Prozent und an Ausstellungsfläche von 40 Prozent im Vergleich zu 2008…

SCOPE: …und die Aussteller auf der Intec kommen aus ganz Deutschland?

Marzin: Das ist tatsächlich gelungen. Die Intec hat sich in Leipzig zu einer Messe von nationalem Rang entwickelt. Die Aussteller kommen aus allen deutschen Bundesländern, in denen der Maschinenbau eine wichtige Rolle spielt – vornweg aus Sachsen und Baden-Württemberg. Etwa 10 Prozent reisen aus dem Ausland an. Erwartet werden so bedeutsame Firmen wie Niles-Simmons, Union Werkzeugmaschinen, Trumpf, StarragHeckert, DMG, Lenox, Mori Seiki, Yamazaki Mazak – um nur einige zu nennen.

SCOPE: Die Zuliefermesse Z erreicht auch 2009 wieder eine hohen Anteil an Ausstellern aus dem Ausland?

Marzin: Ein klares Ja. Die Z ist gegenwärtig die internationalste Leipziger Investitionsgütermesse. Hier erwarten wir Aussteller aus mehr als 20 Ländern, die über 30 Prozent der Aussteller ausmachen. Ganz sicher belegen diese Zahlen die zunehmende internationale Bedeutung der Zuliefermesse Z.

SCOPE: Das Messedoppel wird auch 2009 von einem facettenreichen Fachprogramm begleitet…

Marzin: …selbstverständlich. Höhepunkte sind die hochkarätig besetzte Zukunftskonferenz Maschinenbau (26. Februar), auf der unter anderem der Bundeswirtschaftsminister vertreten sein wird, und der Kongress Ressourcen- effiziente Produktion (25. Februar) der Fraunhofer Gesellschaft.

SCOPE: Wie viele Messebesucher erwarten Sie für das Messe-Duo?

Marzin: 2008 kamen zu diesen beiden Messen über 16.500 Besucher. Ich hoffe deshalb, dass 2009 zirka 18.000 Besucher anreisen. Das halte ich für eine realistische Größe. Dr. Bernd Bräuer

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