Infos für Investoren

Deutscher Maschinenbau in Sachsen

Eine besondere Stärke Sachsens ist der Werkzeugmaschinenbau. Die Niles-Simmons-Hegenscheidt Gruppe hat in Chemnitz ihren Hauptsitz, StarragHeckert und Trumpf sind hier aktiv und mit dem Werk Radebeul von Koenig & Bauer ist der Marktführer im Bereich der Bogenoffset-Druckmaschinen in Sachsen tätig. In Plauen fertigt MAN Roland Druckmaschinen seine Rollenoffset-Rotationsmaschinen für den Zeitungsdruck. Dazu kommt der Sondermaschinenbau: Automatisierungs- und Montagelösungen sowie Laserbearbeitungsanlagen von Utz Sondermaschinen oder Sitec Industrietechnologie sind zum Beispiel weltweit im Einsatz. Zahlreiche Unternehmen aus Anlagenbau, Fördertechnik, Antriebstechnik, Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie sowie Werkzeug- und Formenbau runden das Kompetenzprofil der Region ab.

Arbeiten in Netzwerken

Die Zusammenarbeit in Netzwerken ist für die überwiegend kleinen und mittelständischen sächsischen Maschinenbau-Unternehmen zu einer Schlüsselgröße geworden, um sich unter veränderten Wettbewerbsbedingungen zu behaupten. Die staatlich geförderte Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen (VEMAS), das Kompetenzzentrum Maschinenbau Chemnitz/Sachsen (KMC) oder der Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau (ICM) fördern die Innovationskraft dieser Kompetenznetzwerke. Zukunftsorientiert arbeiten das Innovationscluster Mechatronischer Maschinenbau, der Materialforschungsverbund Dresden, das Netzwerk Elewer (Elektronenstrahl als Werkzeug) oder das Netzwerk für innovative Oberflächentechnik und Anlagenbau (NOA).

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Sächsische Bildungs- und Forschungseinrichtungen für den Maschinenbau sind führend in Deutschland. An drei Universitäten, fünf Hochschulen und zwei Berufsakademien werden jährlich etwa 6.000 Ingenieure ausgebildet. Hinzu kommt eine breit gefächerte Forschungslandschaft, die vor allem durch die Fraunhofer-Gesellschaft mit acht Instituten geprägt ist. Bundesweit einmalig: Die Forschungseinrichtung Chemnitzer Textilmaschinenentwicklung (Cetex).

Eng vernetzt mit den Anforderungen der Industrie wird in Sachsen auch an der Entwicklung neuer Materialien gearbeitet. So etwa am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Die faserverstärkten Verbundkeramik-Bauteile von M&T Verbundtechnologie Mittweida. Sie verstärken das Crew Return Vehicle-System der Internationalen Raumstation ISS.

Going Sachsen?

Für Investoren ist Sachsen als ostdeutsche Grenzregion von großer Attraktivität. „Erst wenn man den Blick über die Grenze wagt, sieht man, was die gesamte Region zu bieten hat“, sagt Markus Lötzsch, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS). Und er ergänzt: „Wir sind nicht die Schnittstelle zwischen dem alten und neuen Europa, sondern eine Schnittmenge daraus!“ Dabei meint Lötzsch, wenn er von „unserer Region“ spricht, nicht nur Sachsen. Sondern er zählt auch Brandenburg, die polnischen Wojewodschaften Lubuskie, Wielkopolskie und Dolnoslaskie sowie die tschechischen Bezirke Karlovy Vary, Ustí und Leberec dazu. In dem Gebiet leben rund 15 Millionen Menschen, die ein Bruttoinlandsprodukt von 175 Milliarden Euro erwirtschaften – etwa soviel wie Griechenland. Zwar steuern Brandenburg und Sachsen mit 125 Milliarden den Löwenanteil hinzu, doch ist das Wachstum in den Nachbarregionen dynamisch und die Spezialisierung auf industrielle Fertigung eine optimale Ergänzung zum hochtechnisierten Standort Deutschland.

Damit interessierte Unternehmen sich leichter finden können, initiierten die Regionen das EU-Projekt 3 Countries ­Innovation Push (www.3-cip.com).

30 Prozent Lohnvorteil

Auf der Suche nach Zulieferern können Firmen sich auch an die Wirtschaftsförderung Sachsen wenden. Sie organisiert für Investoren grenzübergreifende Wertschöpfungsketten, damit sie die Vorteile des Standortes Deutschland ebenso nutzen können, wie die niedrigen Produktionspreise in Polen und Tschechien. „Unternehmen geben uns Konstruktionszeichnungen von einzelnen Bauteilen. Wir suchen Hersteller dieser Teile nicht nur in Sachsen, sondern auch in Polen und Tschechien“, erklärt WFS-Geschäftsführer Lötzsch, und nennt das eine Mischkalkulation: Zwar „exportiert“ er so einen Teil der Aufträge, dafür kann er potentielle Investoren aber leichter überzeugen, sich in Sachsen anzusiedeln. Denn hier können die Stärken des Standortes Deutschland mit den wirtschaftlichen Vorteilen der östlichen EU-Länder gewinnbringend verknüpft werden. Ein Investment in Sachsen, dem deutschen Standort mit 30 Prozent Lohnvorteil, könnte damit auch für westdeutsche Unternehmen eine Alternative sein, die aus Kostengründen erwägen, Deutschland gänzlich den Rücken zu kehren. Burkhard Zscheischler, WFS/ms

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