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Sachsen, Thüringen, Sachsen-AnhaltMaschinenbau in Mitteldeutschland wächst weiter

Mitteldeutschland, die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfassend, ist eine wirtschaftlich, politisch und kulturell traditionsreiche Region mit einer wechselvollen Geschichte. Die Industrie-Entwicklung Deutschlands begann hier im 19. Jahrhundert und war ihr Mittelpunkt bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges. Dieser Wirtschaftsraum bildete das wichtigste industrielle Zentrum der DDR. Heute zählt diese Region, im Schnittpunkt der Märkte West- und Osteuropas liegend, dank auch des Maschinenbaus zu den wachstumsstarken und innovativen Regionen in Deutschland und Europa. Die Zahlen zur Entwicklung des Maschinenbaus in diesen drei deutschen Bundesländern, der von kleinen und mittleren mittelständischen Unternehmen geprägt wird, sind beeindruckend. Die oft beschworenen blühenden Landschaften scheint es hier zu geben. Für 2008 wird für diese Länder das vierte Wachstumsjahr des Maschinenbaus in Folge prognostiziert. Getragen wird dieser Aufschwung sowohl vom Export als auch vom Inlandsgeschäft. Die Firmen sind flexibel und erfüllen die Wünsche der Kunden und deren gewachsene Ansprüche zunehmend mit eigenen maßgeschneiderten, wettbewerbsfähigen Produkten und Dienstleistungen, was durch Investitionen in moderne Fertigungsanlagen und durch produktive Forschungskooperationen und Netzwerkbildungen energisch vorangetrieben wird.

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Sachsen

Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt: Maschinenbau in Mitteldeutschland wächst weiter

Sachsen gilt als die Wiege des deutschen Maschinenbaus. 1703 gründete Johann Esche im sächsischen Limbach bei Chemnitz die erste deutsche Fabrik für Spezialmaschinen. Auch der deutsche Werkzeugmaschinenbau hat hier seine Wurzeln. Johann von Zimmermann eröffnete 1844 in Chemnitz eine Fabrik zur Herstellung von Spezialdrehbänken, Bohr-, Fräs- und Hobelmaschinen. Erfindergeist und unternehmerischer Mut sorgen seitdem kontinuierlich für Maschinenbau-Innovationen "Made in Saxony". Der erste maschinelle Tuchwebstuhl der Welt, die erste Farbdruckschnellpresse Deutschlands oder die Nähwirktechnik sind sächsische Erfindungen. Bearbeitungszentren der Marken WMW, Heckert und Niles eroberten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Weltmarkt. Heute gilt Sachsen als das mitteldeutsche Maschinenbauzentrum. Der traditionsreiche Maschinen- und Anlagenbau zählt gegenwärtig zirka 1000 Unternehmen, in denen mehr als 100.000 Beschäftigte arbeiten; in den 209 Unternehmen des Maschinenbaus mit mehr als 50 Mitarbeitern agieren etwa 30.300 Beschäftigte. Im Jahr 2007 konnte die Branche den Umsatz von 5,1 Milliarden auf fast 6 Milliarden Euro steigern. Einen Großteil der Aufträge erhalten die Unternehmen aus dem Ausland. Die Exportquote liegt inzwischen bei über 47 Prozent, was für das exzellente Image des sächsischen Maschinenbaus weltweit spricht. Vor allem die Region Chemnitz, einst das sächsisches Manchester genannt, hat an dieser Entwicklung besonderen Anteil. Hier werden vor allem Werkzeug-, Sonder- und Textilmaschinen produziert. Aber auch Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus, der Automatisierungs- und Antriebstechnik und des Anlagenbausbaus sind in dieser Region angesiedelt. Namhafte und traditionsreiche Unternehmen wie Aweba Werkzeugbau, Niles-Simmons, Sitec Industrietechnologie, Starrag Heckert, Studer Mikrosa, Union Werkzeugmaschinen, Variomatic Werkzeugmaschinen, WEMA Vogtland, um nur einige zu nennen, produzieren in Sachsen. Einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des Maschinen- und Werkzeugbaus haben in Sachsen die traditionsreichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen für den Maschinenbau. Heute werden jährlich etwa 6.000 Ingenieure an drei Universitäten, fünf Hochschulen und zwei Berufsakademien ausgebildet. Hinzu kommt eine breit gefächerte Forschungslandschaft. In der Industrie-Forschung bilden dabei die Technische Universität Chemnitz -speziell mit ihrer Fakultät Maschinenbau ¿ und das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) sicher das Zentrum für produktionstechnische Forschungen in Sachsen. Bedeutsam für den Erfolg des sächsischen Maschinenbaus sind des Weiteren die vom Freistaat Sachsen unterstützten Verbundinitiativen beziehungsweise Netzwerke. Exzellente Beispiele dafür sind die seit 2003 im Auftrag des sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit tätige Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen (VEMAS) und das aus der Industrie heraus entstandene Kompetenzzentrum Maschinenbau Chemnitz/ Sachsen e.V. (KMC).

Thüringen

Der Maschinenbau hat Tradition im Bundesland Thüringen. Kein Wunder, dass die Branche heute drittgrößter Arbeitgeber in Thüringen ist. Rund 20.000 Menschen arbeiten in den überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen. Produziert werden nicht nur komplexe Maschinen, Anlagen oder Werkzeuge. Kernkompetenzen bestehen auch auf den Feldern Lasertechologie, Rapid Tooling und Robotik. Die enge Verbindung zu den IT-, Elektronik- und Optikbranchen sorgt in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen für hoch innovative Produkte. Zudem etablieren sich Zulieferer von Aggregaten und Maschinenbauteilen am Markt. Die Produzenten von Fein- und Mikromechanik, Präzisionsteilen, Mechatronik und Automation bilden weitere Spezialisierungsrichtungen im Thüringer Maschinenbau. Der Maschinen- und Werkzeugbau im Freistaat ist flexibel und innovativ. Hier besteht ein offenes, kreatives Umfeld zum Erproben effizienter Produktionsstrukturen oder zur Einführung neuer Produkte und Verfahren. Unternehmen wissen das zu schätzen, wie zum Beispiel Deckel Maho Seebach. Das Unternehmen der Gildemeister-Guppe hat sich zu einem der größten Werkzeugmaschinenhersteller der neuen Bundesländer entwickelt. Landmaschinenhersteller Horsch Maschinen errichtete in Ronneburg auf 9,5 Hektar Fläche eine neue Produktionsstätte. Technologieführer und lösungsorientierter Anbieter von Maschinen zur Blechbearbeitung ist die Beyeler Gruppe aus Gotha. Sie ist Mitglied von Bystronic, die weltweit als führender Anbieter von Komplettlösungen zum Schneiden und Biegen von Blechen gilt. BMW Fahrzeugtechnik produziert in Eisenach Groß- und Mittelwerkzeuge sowie Pressteile für die Automobilproduktion. Für die Motorkühlung der Zukunft entwickelt GPM in Merbelsrod intelligente neue Pumpsysteme, die Energie, Bauraum, Gewicht und Kosten sparen. Der Technologieführer ist ein gefragter Entwicklungspartner der Automobilindustrie weltweit. Unternehmen aus dem Maschinen- und Werkzeugbau finden in Thüringen exzellente Bedingungen. Die zentrale Lage im Herzen Europas verbunden mit einer erstklassigen Verkehrsinfrastruktur lässt Märkte näher rücken. Der Zugang zu renommierten Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen ist einfach; die Nähe zu Hochschulen bietet viele Vorteile. Erfolgreiche Unternehmen eigener und verwandter Branchen bilden ein attraktives Zulieferer- und Kooperationspotenzial. Unternehmen des Maschinen- und Werkzeugbaus profitieren zudem von Transferzentren und der Zusammenarbeit mit wirtschaftsnahen Dienstleistern. Für Unternehmen der Brache, die europa- oder weltweit auf der Suche nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten sind, ist der Standort Thüringen erste Wahl. Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) bietet Unternehmen bei Ihrer Ansiedlung von der Standortauswahl bis hin zur Vermittlung von qualifizierten Mitarbeitern ein umfangreiches Leistungspaket.

Sachsen-Anhalt

Der Maschinen- und Anlagenbau ist in Sachsen-Anhalt tief verwurzelt. So revolutionierte beispielsweise im 19. Jahrhundert der Ingenieur und Industrielle Hermann Gruson den Maschinen- und Anlagenbau. Auf sein "eigentümliches Eisen" geht die Entwicklung des Hartgusses zurück. Ein Jahr vor Gründung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) im Harzstädtchen Alexisbad eröffnete er 1855 eine Maschinenfabrik, die Eisengießerei und Schiffswerft in Buckau, die beitrug, den Sachsen-Anhalter Maschinen- und Anlagenbau bedeutsam zu machen. Heute ist der Maschinenbau in Sachsen-Anhalt stark im Aufwind. So waren im Jahr 2006 rund 12.300 Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagenbau und über 18.000 Mitarbeiter in der Automotive-Industrie beschäftigt. Im Land produzieren über 170 Betriebe im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus. Mehr als 250 Betriebe fertigen Teile und Systeme für namhafte Automobilhersteller. In keiner anderen Branche von Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2006 prozentual so viele neue Arbeitsplätze wie im Maschinen- und Anlagenbau geschaffen. Der Umsatz der Branche stieg 2006 um fast 14 Prozent. Nach einer Phase der Umstrukturierung zu Beginn der 1990er Jahre ist auf Grund günstiger Standortbedingungen ein Wandel vom ehemals dominanten Schwermaschinenbau hin zur Hightech-Produktion vollzogen worden, wozu auch die vielschichtige Forschungslandschaft in Sachsen-Anhalt beigetragen hat. Während sich in Magdeburg fundierte Erfahrungen im Präzisions- und Werkzeugmaschinenbau sowie in der Montage- und Fügetechnik konzentrieren, hat sich die Harzregion als Standort für innovativen Leichtmetallguss etabliert. Angeboten wird eine breite Palette moderner Produkte, die vom Landmaschinenbau bis zu Sondermaschinen für hochpräzise Fertigungsprozesse in der Luft- und Raumfahrtindustrie reicht. Besondere Schwerpunkte bilden Hebezeuge und Fördermittel, der Bau von Pumpen und Kompressoren, die Werkzeugmaschinenindustrie und der Windkraftanlagenbau. Namhafte Firmen wie ENERCON Magdeburg, SKET Maschinen- und Anlagenbau, FAM Magdeburger Förderanlagen, KSB Pumpenwerk Halle, EMAG Werkzeugmaschinenfabrik Zerbst und GAW Getriebe & Antriebstechnik Wernigerode produzieren in Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus steckt in jedem in Deutschland gebauten Auto ein Stück Sachsen-Anhalt. Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW oder Mercesde Benz gehören zu den prominenten Kunden von Zulieferbetrieben in Sachsen-Anhalt. Nicht zuletzt bietet das Automotive-Netzwerk MAHREG, 1999 gegründet, in Kooperation mit Wissenschaftseinrichtungen ausgezeichnete Rahmenbedingungen für Innovationen. Gegenwärtig engagieren sich 165 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern in diesem Netzwerk. Die MAHREG-Projekte erzielen beachtliche Ergebnisse in der Werkstoff-, Verfahrens- und Produktentwicklung, auf deren Grundlage die beteiligten Partner zusätzliche Kompetenzen erwerben und Umsatzzuwächse generieren.

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