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Wirtschaftsförderung„Kontakte vermitteln“

Die Clusterbildung des sächsischen Maschinen- und Anlagenbaus und des dazugehörigen Dienstleistungssektors weiter voranzutreiben insbesondere mit Blick auf Zukunftstechnologien, -produkte und -märkte, ist erklärtes Ziel der Vemas. SCOPE-Redakteurin Evelin Eitelmann sprach mit Prof. Dieter Weidlich, Projektmanager, über die praktische Arbeit, die dieses Ziel verwirklichen soll.
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Wirtschaftsförderung: „Kontakte    vermitteln“

SCOPE: Herr Prof. Weidlich, seit April 2009 haben Sie die Funktion des Projektmanagers bei der Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen Vemas inne. Wie haben sich die Vemas und deren Arbeit in diesen zwei Jahren, auch im Hinblick auf die Krise, geändert?

Weidlich: Wir haben den Fokus etwas mehr in Richtung Technologietransfer und Breitenwirksamkeit unserer Aktivitäten ausgerichtet und beschäftigen uns intensiv mit der Nachhaltigkeit unserer Netzwerkaktivitäten. Innovationen sind nun mal der Schlüssel zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit. Innovationen machen an keinen fachlichen und geografischen Grenzen halt und brauchen als Basis den bestmöglichen Ingenieursnachwuchs. Ein breites Betätigungsfeld für die Vemas. Ich habe die Leitung der Verbundinitiative im Jahr 2009 sehr gern übernommen, weil mir der sächsische Maschinenbau am Herzen liegt und ich viele Unternehmen und Unternehmer über einen langen Zeitraum hinweg kenne. Meine Tätigkeit im Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik und an der Technischen Universität Chemnitz hatte ohnehin immer einen Bezug zur regionalen Wirtschaft. Was die Verbundinitiative betrifft, so kann ich mich auf ein fachkompetentes und motiviertes Team stützen. Mein Vorgänger, Dr. Ralf Lang, hat uns sehr gut aufgestellt und positioniert, so dass kein tiefgreifender Kurswechsel notwendig war.

SCOPE: Die Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen unter stützt die sächsischen Unternehmen des Maschinen und Anlagenbaus. Wie sieht Ihre Hilfe aus?

Weidlich: In einem Satz lässt sich unsere "Hilfe" wie folgt zusammenfassen: Die Verbundinitiative Maschinenbau Sachsen initiiert und begleitet Kooperationen zwischen Unternehmen des sächsischen Maschinen- und Anlagenbaus, Verbundprojekte mit wissenschaftlichen Einrichtungen zu Produkt- und Prozessinnovationen, die Erschleißung neuer Märkte und Maßnahmen zum Technologietransfer und zur Fachkräftegewinnung. Am Besten, Sie besuchen uns zur Messe intec in Halle 3 (C38/D39) am Vemas Gemeinschaftsstand "Treffpunkt Industrie und Forschung" oder unter http://www.vemas-sachsen.de.

SCOPE: Welche Projekte konnten Sie in den letzten Monaten erfolgreich verwirklichen?

Weidlich: Wenn man ein Projekt besonders herausheben will, dann ist es sicherlich der Wachstumskern Chemnitz Future Gas. Nach langer und intensiver Vorarbeit hat das Bündnis, bestehend aus fünf Industrieunternehmen und fünf Forschungseinrichtungen, die Bewilligung des BMBF erhalten. Im Rahmen dieses Projektes wird das Ziel verfolgt, neue Komponenten und Verfahren zur wirtschaftlich und umwelttechnisch effektiven Verwertung biogener Reststoffe aus dem kommunalen, industriellen oder landwirtschaftlichen Bereich zu entwickeln, zu testen und die zukünftige Produktion im Verbund zu sichern. Damit entsteht ein Beitrag zur nachhaltigen, Ressourcen schonenden und dezentralen Energieversorgung durch Verwertung von Abfällen als Biogas.

SCOPE: Auf der Messe Intec organisiert die Vemas einen Gemeinschaftsstand, und auch sonst sind Sie sehr aktiv auf dem Messedoppel Z und Intec. Welche Veranstaltungen empfehlen Sie?

Weidlich: Ein besonderes Anliegen von uns ist die Unterstützung des Technologietransfers als Basis für Innovationen im sächsischen Maschinen- und Anlagenbau. Neben der Initiierung von Workshops und Netzwerken sind Gemeinschaftsstände wie auf der Leitmesse Intec ein bewährtes Mittel, Kontakte zwischen Technologiegebern und -nehmern zu vermitteln. Wir können in diesem Jahr auf unserem Gemeinschaftsstand zusammen mit zehn weiteren Ausstellern Halle 3 C38/ D39 wieder viel Neues bieten. In meiner Funktion als Beiratsmitglied der Intec und Mitglied der Jury zur Verleihung des Intec- Preises bin ich lange vor Messeeröffnung aktiv eingebunden. Nahezu 40 Bewerbungen brauchen eben ihre Zeit, um begutachtet zu werden. Mit unserem bereits traditionellen Studententag anlässlich der intec am 04. März wird dem aktuellen Schlüsselthema "Sicherung und Ausbau der personellen Ressourcen der Unternehmen im Fach- und Führungskräftebereich" in besonderem Maße Rechnung getragen. Neben einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Industrie, Politik und Bildung zu Karrierechancen in der sächsischen Wirtschaft ist wieder eine Jobbörse, an der sich fast 20 Unternehmen beteiligen, im Programm. Das Thema Energie- und Ressourceneffizienz ist für die Industrie das derzeit wohl wichtigste Thema. Der 2. Kongress Ressourceneffiziente Produktion, veranstaltet vom Fraunhofer-Verbund Produktion, ist sicherlich ein Highlight des Begleitprogramms für die Messeteilnehmer.

SCOPE: Der neue Branchenkatalog ist erschienen - erstmals auch in russisch. Darüber hinaus organisieren Sie anlässlich des Messedoppels ein Russland-Forum. Bestätigen Sie damit, dass Russland einer der neuen großen Märkte wird, bzw. schon ist?

Weidlich: Unter dem Titel "Kompetenz in Produktion, Dienstleistung und Forschung" hat die Vemas den 300-seitigen Branchenkatalog erstellt, in dem neben Unternehmensdaten vor allem die Leistungsangebote der Unternehmen aufgeführt sind. Sowohl der exzellenten Forschungslandschaft des Freistaates, als auch dem breiten Angebot an industrienahen Dienstleistungen widmet sich ein eigenes Kapitel. Hauptanliegen des Kataloges ist die Präsentation der sächsischen Kompetenzen im In- und Ausland. Im Frühjahr 2011 wird der Katalog zusätzlich zur deutsch/englischen Ausgabe auch in deutsch-russisch erscheinen. Russland ist nicht nur für viele sächsische Unternehmen ein traditionell wichtiger Markt. Durch die von Staatspräsident Medwedjev geforderte und forcierte "Modernisierungsoffensive" der russischen Industrie bieten sich gerade auch für sächsische Unternehmen vielfältige Geschäftschancen. Seit Jahren unterstützen wir im Rahmen von Wirtschaftsforen und speziellen Netzwerken sächsische Maschinenbauunternehmen in Tatarstan und der Uralregion. Mit einem speziellen Russlandforum am 01. März, in dem hochrangige russische Vertreter aus Politik und Wirtschaft ihre Konzepte und Ziele für Modernisierungsvorhaben präsentieren und zugleich den Austausch zu technologischen Themen und Fragestellungen anregen, wird diesem Anliegen besonders Rechnung getragen.

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