Software

Virtual Reality beschleunigt das Virtual Prototyping

Durch die Übernahme des deutschen VR-Spezialisten Icido kann ESI nun seine Simulationssoftware mit der Virtual Reality kombinieren - und so die komplett digitale Produktentwicklung deutlich voranbringen. Das Lösungsportfolio macht komplexe Produkte bereichs- und funktionsübergreifend visuell begreifbar.
Ulrich Feldhaus, Erkrath

VR-Technologie verkürzt Entscheidungsprozesse und Fehler lassen sich frühzeitig erkennen und vermeiden. So können auch Einbau- und Montageuntersuchungen interaktiv und ‚erlebbar‘ durchgeführt werden.

Simulationen werden immer realistischer, physikalische Effekte und Phänomene können so detailliert untersucht werden wie nie zuvor. Der Umfang der dabei generierten Ergebnisdaten – zunehmend Grundlage für Managemententscheidungen – erschwert allerdings die effiziente und zielgerichtete Auswertung und Interpretation.

Die ESI Group hat deshalb mit der Akquisition des deutschen Virtual-Reality-Spezialisten Icido einen Schritt nach vorne gewagt, sie wird die VR-Technologie verstärkt im CAE-Bereich einsetzen. Der Fokus liegt dabei auf dem ‚Virtual Prototyping‘ – also der Produktentwicklung mit Hilfe eines digitalen Modells, das in seinem Betriebs- und Leistungsverhalten dem realen Produkt weitestgehend entspricht. Ein solches Modell lässt sich sowohl unter Betriebs- als auch Extrembedingungen umfassend analysieren und nach unterschiedlichen Kriterien optimieren, bevor ein physikalischer Prototyp gebaut wird. In der Regel können so einer oder mehrere Prototypen – und damit verbunden entsprechend Zeit und Geld – eingespart werden, während gleichzeitig die Produktqualität steigt.

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Der von der ESI Group verfolgte fertigungsorientierte Ansatz hat sich bereits in vielen Bereichen bewährt. Deutlich wird das am Beispiel der Umformprozesse. So sorgt etwa beim Tiefziehen der Rückfederungseffekt dafür, dass ohne entsprechende Gegenmaßnahmen die Ist- erheblich von der Soll-Geometrie abweicht. Die Ingenieure müssen das beim Bau der Tiefziehform kompensieren – und genau diese Bewertung der Gegenmaßnahmen kann von der Virtual Reality profitieren. Denn jetzt lässt sich das Umform- beziehungsweise Materialverhalten aus allen Blickwinkeln untersuchen, Fehlerursachen für Risse oder Falten können deutlich schneller identifiziert werden.

Anwendungsvielfalt und Komplexität sprechen für VR

Da überwiegend komplexe Systeme und verschiedenste physikalische Phänomene betrachtet werden, liegt auch die Komplexität der beim Virtual Prototyping erforderlichen, meist multi-disziplinären Simulationen deutlich über Analysen auf Komponentenebene. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Ergebnisauswertung. Noch sind allerdings komplett virtuelle Prototypen von hochkomplexen Investitionsgütern wie Fahr- und Flugzeugen oder Anlagen Zukunftsmusik. Allerdings kann man sich gut vorstellen, wohin die Reise geht, wenn man etwa ESIs Lösung für die virtuelle Sitzentwicklung betrachtet: Der gesamte Entwicklungsprozess – vom Konzept bis hin zu Fertigung, Bespannung, Komfort- und Crashbewertung, kann dabei am Computer durchgeführt werden. Genau hier lassen sich die VR-Vorteile ausspielen, indem man sich in Echtzeit im ‚Ergebnisraum‘ bewegen kann, um etwa bei einer Crash-Simulation das Verhalten von Sitz und Insasse beim Entfalten des Airbags zu beobachten.

Engineering System International GmbH, Eschborn Tel. 06196/9583-0, http://www.esi-group.com

Icido GmbH, Stuttgart Tel. 0711/27303-0, http://www.icido.de

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