TeamViewer IoT

Andrea Gillhuber,

Schrittweise ins Industrial Internet of Things

Die Digitalisierung bekommt gerade einen enormen Schub. Für die Umsetzung benötigen Unternehmen neue Programme und Tools. Hier wird beschrieben, wie TeamViewer IoT konkrete Anwendungsszenarien unterstützt. Von Lukas Baur

Wie TeamViewer IoT konkrete Anwendungsszenarien unterstützt © Rachael Arnott / Shutterstock.com

Die Digitalisierung hat längst auch in der Industrie Einzug gehalten. Ein wichtiger Bestandteil davon ist das Industrial Internet of Things (IIoT). Viele Entscheider im deutschen Mittelstand stehen vor der Herausforderung, wie sie das Thema im Rahmen von Industrie 4.0 angehen sollen. TeamViewer, ein in Deutschland gegründeter, global agierender Anbieter von Konnektivitätslösungen hat mit TeamViewer IoT ein Produkt auf den Markt gebracht, mit dem Unternehmen ihr bestehendes Angebot durch IoT-Funktionen erweitern können. Dadurch lassen sich Anlagen modernisieren sowie Produktfunktionen durch Fernzugriffs-Möglichkeiten erweitern. Gleichzeitig können neue Umsatzquellen, etwa im Service-Bereich, erschlossen werden. Die Lösung deckt die ganze Bandbreite möglicher IoT-Anwendungen ab, die sich branchenübergreifend in drei Einsatzszenarien einteilen lässt: Remote Operations, Remote Assistance und Remote Alarming.

Gerätebedienung im Reinraum mit Remote Operations

Remote Operations bezeichnet den ferngesteuerten Betrieb von Anlagen und Geräten wie Windkraftanlagen, Produktionsmaschinen, Pumpen, Fahrzeugen oder Digital Signage via Internet. Dabei können Unternehmen an weltweit verteilten Standorten jederzeit von jedem Ort aus Systemzustände prüfen, ändern und verwalten, um beispielsweise den Output zu erhöhen oder Energieverbrauch und Verschleiß zu reduzieren. Das senkt den Bedarf an Einsätzen vor Ort und damit die Betriebskosten nachhaltig.

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Ein Hersteller von Messinstrumenten für Labore, die häufig in Reinräumen eingesetzt werden, ermöglicht seinen Kunden mit TeamViewer IoT beispielsweise, Geräte per Fernsteuerung zu prüfen und einzustellen, ohne den Reinraum zu betreten und eventuell kontaminieren.

Innovative Traktoren besser verkaufen mit IoT Remote Assistance

Mit Remote Assistance lassen sich Probleme an IoT-Endpunkten aus der Ferne diagnostizieren und in der Mehrzahl der Fälle auch gleich beheben. Wo das nicht möglich ist, können wichtige Daten zur Fehlerursache erfasst und eventuell nötige Ersatzteile identifiziert sowie direkt verschickt werden. So arbeitet der Außendienst effizienter und produktiver, da er nicht mehr bei jedem Support-Fall vor Ort sein muss. Dadurch sinken die Kosten für den Support-Service. Gleichzeitig steigt die Verfügbarkeit der jeweiligen Anlagen, wie Fertigungsmaschinen, Aufzüge, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Hafenkräne und andere.

Hierzu ein Praxisbeispiel: Ein global führender Hersteller von Traktoren bietet auf Basis von TeamViewer IoT seinen Kunden einen ortunabhängigen Support an. Support-Mitarbeitern können bei Problemen in Echtzeit auf den Bildschirm im Traktor zuzugreifen, egal wo sich das Fahrzeug im Moment befindet. So können sie Vorgänge überwachen, Probleme identifizieren und beheben und dem Fahrer Anzeigen, Funktionen und die Abläufe zur Bedienung des Traktors erläutern. Das fördert die Akzeptanz und den wirtschaftlichen Nutzen der innovativen Produkte. Ergebnis: zufriedene Kunden, erhöhte Effizienz durch verringerten Maschinenstillstand, Reduktion von Kosten für Support-Einsätze und gestiegene Absatzchancen für den Hersteller.

Remote Alarming: Störfälle automatisiert verhindern

Im Remote-Alarming-Szenario melden Maschinen und Geräte Unregelmäßigkeiten automatisch – bevor es zu einem Störfall kommt. Dazu definieren die Anwender zunächst Parameter und Schwellenwerte, die eine Warnmeldung auslösen sollen. Das kann ein erhöhter Rollwiderstand eines Rades an einer Förderanlage sein, verzögertes Anspringen einer Abwasserpumpe oder der Temperaturanstieg in einem Kühlcontainer.

Wird der definierte Parameter erreicht, löst Remote Alarming je nach Konfiguration eine vordefinierte Aktion aus: Von einer einfachen Benachrichtigung der Service-Abteilung über einen mehrstufigen Workflow zur Prüfung der jeweiligen Sensordaten bis hin zu automatisierten Sofortmaßnahmen, wie etwa dem Start einer Notfallkühlung reicht die Palette möglicher Aktionen. Ein britischer Produzent von Industrierobotern nutzt beispielsweise Remote Alarming mit TeamViewer IoT, um Störungen an Gelenken und Servomotoren oder zu hohe Temperaturen frühzeitig zu erkennen und die erforderlichen Maßnahmen anzustoßen, die Stillstände vermeiden.

Sichere Konnektivität ist die Basis

Unabhängig davon wie IIoT eingesetzt werden soll, es sind beim Aufbau einer IoT-Infrastruktur eine ganze Reihe von Anforderungen zu beachten. Vor allem Sicherheitsfragen stehen im Vordergrund: Wie lässt sich etwa bei Zugriffen von Service-Mitarbeitern auf Geräte von Kunden verhindern, dass Daten unbemerkt ausgelesen werden? TeamViewer IoT bietet Administratoren dafür die Möglichkeit, konkrete Inhalte zu definieren, die für Service-Zwecke zugänglich sein sollen. Dabei können sie unterscheiden nach „Nur Lesezugriff“, „Lese-/Schreibzugriff“ oder „Vollzugriff“. Optional aktivierbare Audit Logs ermöglichen außerdem, Aktivitäten wie etwa einen Dateitransfer während einer Sitzung zu protokollieren.

DSGVO-konforme Infrastruktur

Da TeamViewer IoT auf der bestehenden Infrastruktur der seit 15 Jahren bewährten Konnektivitätslösung von TeamViewer beruht, laufen alle Verbindungen über komplett gesicherte Datenkanäle. Sie sind mit einem 2048 Bit RSA Public-/Private Key Exchange aufgebaut und mit 256 Bit AES verschlüsselt. Diese Technik wird auch bei https/SSL eingesetzt und gilt nach heutigen Standards als vollständig sicher. Da der Private Key nie das Endgerät verlässt, ist technisch sichergestellt, dass zwischengeschaltete Rechner im Internet den Datenstrom nicht entziffern können. Das gilt auch für die Routingserver von TeamViewer. Darüber hinaus haben Anwender die Möglichkeit, die IoT-Daten in der TeamViewer-Cloud zu lagern, die ausschließlich in Deutschland gehostet wird und damit die Datenschutzanforderungen der DSGVO erfüllt.

Starter-Kit mit Hardware, Software und Beratung

Um Unternehmen den Aufbau ihrer eigenen Industrial-IoT-Geschäftsmodelle zu erleichtern, bietet TeamViewer ein spezielles IoT Starter Kit. Kern des Angebots ist die sechsmonatige Lizenz zur Nutzung der TeamViewer IoT-Plattform mit mehreren SDKs zur Integration und Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten, einfacher Integration in Drittanbieterplattformen und Unterstützung der gängigen Protokolle wie MQTT. Daneben umfasst das Kit ein Dell 3001 Edge Gateway inklusive Antennen und Anschlüssen für die Internetanbindung der Endpunkte. Drei kabellose Bosch XDK110 Multisensoren gehören ebenfalls zum Paket und liefern unter anderem Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beschleunigung, Rotationsgeschwindigkeit oder Magnetfeldstärke. Darüber hinaus können Kunden, die das Starter Kit kaufen, sechs Monate Support für Training und Beratung durch einen TeamViewer-Experten mit Praxis-Know-how in der Umsetzung von IoT-Projekten erhalten. Das Starter Kit kostet 1990 EUR (zzgl. MwSt.).

Zusätzlich bietet TeamViewer eine kostenlose Nutzung der TeamViewer IoT-Lösung für die ersten beiden Endpunkte an. So können interessierte Unternehmen oder versierte Bastler die Vorteile von IoT am besten durch Ausprobieren kennenlernen.

Roll-Out: schnell und sicher

Größere Projekte, in denen eine Vielzahl von Endpunkten schnell an die IoT-Lösung angeschlossen werden soll, unterstützt TeamViewer IoT durch die Möglichkeit zum Mass Deployment über Skripte und ein Assignment Token. Dabei regelt der Assignment Token, welchem Account das einzelne Gerät zugewiesen wird. Auch hier ist Sicherheit oberstes Gebot: Bei Verdacht auf Spoofing oder andere Unregelmäßigkeiten kann die Gültigkeit des Tokens zurückgezogen und ein neuer Token generiert werden. Denn auch im IoT gilt: Nur ein sicheres Produkt ist ein gutes Produkt.

Der Autor

Lukas Baur ist Vice President IoT bei TeamViewer.

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