Software

Unternehmens- interne Komplexität reduzieren

Dem Trend zu wachsenden Anforderungen in den Produkten und einer hieraus steigenden Anzahl von Varianten stehen die immer komplexeren Entwicklungs-, Beschaffungs- und Herstellungsprozesse gegenüber. Durch den extremen internationalen Wettbewerbsdruck haben nur solche Unternehmen eine Chance sich zu behaupten, denen es gelingt, die Komplexität dieser notwendigen Prozesse zu reduzieren. Eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Komplexität spielt zudem die Modularisierung bzw. die Plattformstrategie.
Wer weitsichtig plant, einen fachübergreifenden Informationsfluss aufbaut und seine Maximen interdisziplinär ausrichtet, kann auch mit komplexen Produkten und ihren vielen Varianten Geld verdienen (Quelle: Zuken).

Dominierte in den vergangenen Jahren noch die Mechanik-Komplexität innerhalb des Endproduktes, so dominieren heutzutage die elektrischen und elektronischen Komplexitätstreiber. Mit der Lösung E³.e-PLM stellt Zuken eine Umgebung bereit, die nicht nur dabei hilft die notwendige Datenverwaltung auf nativer Ebene zu realisieren, sondern ebenfalls eine Modularisierung im Elektrotechnik- und Elektronikbereich erlaubt. Dieses trägt signifikant zur Reduzierung der Komplexität bei. Die Lösung lässt sich darüber hinaus auch problemlos in bereits vorhandene IT-Umgebungen einbinden. Folglich lassen sich IT-Landschaften einrichten, die einen reibungslosen interdisziplinären Informationsaustausch bei zentraler Datenhaltung gewährleisten und damit eine wichtige Grundlage für ein durchgehendes Komplexitätsmanagement bilden.

Die Maximen sind neu zu bewerten

Eine wachsende Komplexität hat im Wesentlichen zwei Ursachen, die beide außerhalb der Unternehmen liegen. Das ist zum Einen die Nachfrage des Marktes, deren optimale Befriedigung zu einer steigenden Anzahl von Varianten führt. Zum Anderen ermöglicht der technische Fortschritt, dass immer kompaktere und leistungsfähigere Produkte gefertigt werden können. Die Globalisierung ist in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Katalysator, der das Wachstum der Komplexität durch stärkeren Wettbewerb noch beschleunigt. Die externen Komplexitätstreiber wirken auf die Unternehmen ein und führen dort zu einem weiteren Komplexitätsanstieg, der prinzipiell alle Fachbereiche betrifft, dies allerdings abhängig von Branche, Markt- und Unternehmenssituation in unterschiedlicher Intensität.

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Je mehr ein Produkt den Vorstellungen und Bedürfnissen des Kunden entspricht, umso größer sind seine Verkaufschancen. Da aber die Kunden im Einzelnen recht unterschiedliche Anforderungen an ein Produkt haben, gilt es, einen Weg zu finden, der möglichst viele potenzielle Kunden zu einer Kaufentscheidung bewegt. Wer glaubt, dieses Ziel über eine schlichte Erhöhung der Varianten eines Produktes zu erreichen, könnte sich schnell in der Komplexitätsfalle wiederfinden und mit wenig effizienten Zuständen zu kämpfen haben. Die Erhöhung von Varianten ist zwar häufig ein richtiger Schritt, der aber behutsam und mit Blick auf alle potenziell betroffenen Bereiche durchgeführt werden muss, um negative Auswirkungen auf Konstruktion, Fertigung, Beschaffung und Verteilung zu vermeiden.

Untersuchungen belegen zwar, dass mit der Zunahme der Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten bei Produkten auch die Zahl der möglichen Kunden ansteigt. Unterproportional verhält sich aber die Zahl der Kunden, die die angebotenen Produktvarianten auch tatsächlich kaufen. Zudem wurde eine Korrelation der Zunahme der Sachnummern von Einzelteilen, Baugruppen und Endprodukten mit der umsatzbezogenen Reduktion je Sachnummer erkennbar. Auch zeigte sich ein Zusammenhang zwischen zunehmender Komplexität der Abläufe und steigenden Kosten. Nicht zu vernachlässigen sind ebenfalls die steigenden Kosten und Zeiten bei jeder umzusetzenden Änderung eines Produktes, denn am Markt ist eine steigende Tendenz hinsichtlich der Änderungshäufigkeit klar erkennbar. Dies und weitere Untersuchungsergebnisse zeigen recht deutlich die Gefahren eines ungezügelten Variantenwachstums. Die Erfüllung individueller Wünsche kann die Kunden zwar binden, verursacht im gesamten Unternehmen jedoch auch hohe und damit unerwünschte Komplexitätskosten.

Angesichts derartiger Ergebnisse lohnt es, überkommene Steuerungssysteme zu überdenken, da sie Mitarbeitern keinen Anreiz bieten, unnötige Komplexität mit ihren Folgekosten zu vermeiden. Beispielsweise sind Vertriebsmitarbeiter in dem Bemühen, auf alle Kundenwünsche einzugehen, nur an der Maximierung von Verkaufseinheiten interessiert. Dies hat im günstigsten Fall eine ständig steigende Anzahl von Varianten und im ungünstigsten Fall eine Erhöhung der einzelnen Produkte zur Folge. Die Kosten, die diese Varianten in anderen Abteilungen verursachen, werden dabei nicht genügend berücksichtigt.

Ziele ist die Erweiterung der Modularität

Einkäufer wiederum werden an Materialkostensenkung, Globalisierung und Beschaffungssicherheit gemessen, ohne dabei an die Folgen für Fertigung und Entwicklung zu denken. Besonders stark wirken sich fehlende Anreize und die notwendige Zeit zur Komplexitätsvermeidung im Bereich Entwicklung aus, wo die Leistung lediglich an Einhaltung des Liefertermins und Umsetzung der spezifizierten Funktion gemessen wird und nicht zusätzlich an Effizienz- und Effektivitätssteigerung.

Der zweite wesentliche Ansatz zur Minimierung von Komplexität liegt in der Entwicklung modularer Produktstrukturen (auch Plattformansatz genannt), die sich – einmal entwickelt – für eine Vielzahl von Produkten verwenden lassen. Auf dieser Grundlage lässt sich nicht nur die Komplexität in der Entwicklung handhabbar machen, sondern auch in der Beschaffung und weiteren Bereichen sind Vorteile nutzbar. Zudem lässt sich mit dem modularen Ansatz die Änderungskomplexität signifikant reduzieren. Denn eventuelle Änderungen müssen nur an einer einzigen Stelle ein gepflegt werden und werden dann – abhängig vom verwendeten System – mehr oder weniger automatisch in allen Projekten, die diese modulare Produktstruktur verwenden, mit abgeändert.

Eine spezifische und sehr erfolgreiche Ausprägung modularer Produktstrukturen findet sich in der von der Automobilindustrie angewandten Plattformstrategie. Bei diesem Vorgehen handelt es sich um Gleichteilkonzepte, die modellreihenübergreifend die Verwendung identischer Teile, Komponenten und Module vorsehen, was zu einer signifikanten Verringerung der Variantenvielfalt und Komplexität führt.

Standardisierung ist eine weitere Form der Modularisierung, die vor allem auf die Vereinheitlichung von Einzelteilen und Baugruppen gerichtet ist, in der Elektroindustrie Verwendung findet und darauf abzielt, die Produkt- und Prozesskomplexität zu reduzieren. Dabei sind Standardisierungsmaßnahmen so auszulegen, dass sich Varianten aus einer möglichst geringen Anzahl unterschiedlicher variantenbestimmender Bausteine kombinieren lassen – und dies bei einer gleichzeitig höchstmöglichen Anzahl an vereinheitlichten und normierten Komponenten.

Eine hohe Wiederverwendbarkeit von Teilen und Baugruppen muss das Ziel sein. Dies wird durch den Einsatz verschiedener Strukturtypen unterstützt. Zu diesen gehört das Baukastenprinzip, nach dem an einen Grundkörper in mehreren Produktionsstufen unterschiedliche Teile angebaut werden können. Kommen parametrisierbare Teile zum Einsatz, die unterschiedliche Funktionen wahrnehmen, aber über einheitliche Schnittstellen verfügen, so kann ein modularer Produktaufbau (Moduldesign) realisiert werden. Dieser ermöglicht eine hohe Kombinierbarkeit von Modulen und wird beispielsweise in der Elektronikindustrie in großer Breite angewandt.

Darüber hinaus ermöglichen modulare Produktstrukturen eine Verschiebung des Variantenbestimmungspunktes und der Bevorratung zum Ende der Wertschöpfungskette. Wird das Modularisierungskonzept weitergeführt, so mündet es in die Bildung von Systemen. Ein System stellt dabei eine funktionale Einheit dar, die auf eine Hauptfunktion ausgerichtet ist. Die Elemente dieser Einheit stehen zueinander in Bezug, hängen physisch aber nicht unbedingt zusammen. Als Beispiel kann das Soundsystem in einem Kraftfahrzeug dienen, das aus Radio, Lautsprechern, Antenne und Kabelsatz besteht.

Software-Lösungen bieten Unterstützung

Das Anbieten von Varianten eines Grundproduktes geht in der Regel mit einer erhöhten Komplexität der Produkte einher. Diese erfordert sowohl in der Entwicklungs- als auch in der Produktionsanlaufphase ständige Abstimmungs- und Koordinierungsschritte auch über die Grenzen von Fachabteilungen hinaus. Um diesen Aufwand zur beherrschen, werden Simultaneous-Engineering-Konzepte bevorzugt, um die gleichzeitige Entwicklung des Produktes und des dazugehörigen Prozesses sowie der Produktions- und Prüfmittel realisieren zu können.

Ziel des Simultaneous-Engineering ist es, durch frühzeitige Berücksichtigung der Anforderungen aller Bereiche an das zu entwickelnde Produkt sowie an die Produktionsmittel bereits in der Definitions- und Konzeptphase die Entwicklungszeit zu verkürzen. Gleichzeitig sollen die Kosten gesenkt und die Produkt- und Produktionsmittelqualität erhöht werden. Simultaneous-Engineering kann also einen wesentlichen Beitrag zu einem präventiven Komplexitätsmanagement leisten.

Die Handhabung steigender Komplexität im Unternehmen wird immer stärker zu einem entscheidenden Kriterium im Wettbewerb. Wer durchgängiges Komplexitätsmanagement betreibt, wird die Komplexität in den Unternehmensbereichen reduzieren und beherrschen können. Diesen Prozess muss das Topmanagement steuern, doch der Erfolg setzt neben dem aktiven Einbeziehen aller Beteiligten und deren verständigem Kooperieren auch den Einsatz geeigneter Software voraus. Diese muss nicht nur einen schnellen und fehlerfreien Informationsaustausch zwischen den entwickelnden Fachabteilungen gewährleisten, sondern auch in der Lage sein, die Abteilungen Beschaffung, Fertigung, Vertrieb, Marketing und Distribution verlässlich in diesen Informationsfluss einzubinden und alle benötigten Daten zentral abzulegen.

Eine entsprechende Lösung muss für die Beteiligten einen Überblick über den gesamten Produktlebenszyklus ermöglichen. Außerdem sollten modulare Produkt- und hierarchische Projektstrukturen unterstützt werden, wie es mit E³.e-PLM insbesondere in Unternehmen mit hohen elektrotechnischen oder elektronischen Produktanteilen realisierbar ist. Zugriffskontrollmechanismen ermöglichen es, Daten in vertrauliche und handlungsbefugte Objekte zu kategorisieren. Durch umfangreiche Schnittstellen lässt sich eine solche Lösung zudem einfach in vorhandene Umgebungen integrieren und stellt so fachbereichsübergreifend alle benötigten Daten für ein erfolgreiches Komplexitätsmanagement bereit, die für fundierte Entscheidungen benötigt werden. -fr-

Zuken, Hallbergmoos http://www.zuken.com

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