Software

MapleSim mit besserer Integration von Modelica

Die Systemmodellierung will Maplesoft mit einer neuen Version seiner Modellierungs- und Simulations-Plattform voranbringen. MapleSim 6 verfügt über eine verbesserte Integration von Modelica und neue Werkzeuge zur Beschleunigung des Test- und Experimentierprozesses – bis hin zur Analyse in der Automatisierungstechnik.
Das Maplesoft-Produktsortiment umfasst Maple als Umgebung für technische Berechnungen und die Dokumentation sowie MapleSim als Multi-Domain-Werkzeug zur Modellierung und Simulation physikalischer Systeme. Technische Berechnungen lassen sich so schneller und intuitiver durchführen, verspricht der Hersteller.

Mit einer verbesserten Integration der offenen Systemmodellierungssprache Modelica sowie erweiterten Fähigkeiten in den Bereichen Simulation, Analyse und Konnektivität hat Anbieter Maplesoft nun Version 6 seiner MapleSim-Plattform für die physikalische Modellierung und Simulation vorgestellt. Ingenieure sollen auf diese Weise noch mehr Kontrolle über ihre Modelle und Analysen erhalten. MapleSim 6 umfasst dazu eine Ansicht, die sofort den Modelica-Code zu jedem Untersystem und zu jeder Komponente zeigt. Mit Hilfe dieses Codes lässt sich erkennen, wie sich ein Modell verhält, so dass sich leicht Korrekturen oder Verbesserungen vornehmen lassen.

„Die Kombination von Modelica mit der Leistung von MapleSim bei symbolischen Berechnungen eröffnet beim Verständnis, der Leistung und der Erweiterbarkeit ein Niveau, das mit ‚Blackbox‘-Werkzeugen nicht möglich ist“, meint Dr. Laurent Bernardin, Executive Vice-President und wissenschaftlicher Leiter bei Maplesoft. „Mit den neuen Features von MapleSim 6 wird es für unsere Kunden noch einfacher, tiefere Einblicke in ihre Entwicklungen zu erhalten, rasch innovative Projekte zu realisieren und ihre Ergebnisse weiterzugeben.“

Anzeige

MapleSim 6 enthält außerdem mehrere Verbesserungen, die den Test- und Experimentierprozess beschleunigen und so die Entwicklungszeit verkürzen. So unterstützt die Software beispielsweise den Zugriff auf externen Code direkt aus den Simulationen heraus. Kunden können auf diese Weise ihre Tests vereinfachen, indem sie externen Controller-Code direkt aus MapleSim heraus aufrufen – statt das MapleSim-Modell in ein anderes Werkzeug zu exportieren. Mit der neuen Snapshot-Funktion lassen sich zudem Experimente bei beliebigen Zwischenschritten und Ausgangsbedingungen starten, ohne das Modell jedes Mal neu ausführen zu müssen.

Add-ons erweitern Einsatzbereiche

MapleSim wird für die Anwender auch durch eine Reihe von Add-ons interessant. So erlaubt beispielsweise der MapleSim Connector for B&R Automation Studio die Weitergabe der physikalischen Modelle an die integrierte Entwicklungsumgebung von B&R Automation Studio – was der Automatisierungsindustrie die Modellierung auf Systemebene ermöglicht. So lassen sich etwa Aktuatoren von Anfang an richtig dimensionieren, wenn man die zu erwartenden Kräfte und Beschleunigungen innerhalb des Systems kennt.

Maplesoft betont, dass inzwischen die Modellierung auf Systemebene nicht mehr zeitraubend sei und nicht mehr zwangsläufig ein hohes Maß an mathematischem Fachwissen erfordere. Früher sah der typische Ablauf so aus, dass die Systemgleichungen manuell hergeleitet werden mussten – was zeitaufwendig und fehleranfällig war und gewöhnlich zu äußerst komplexen Blockschaltbildern führte. Genau dieser Aufwand lässt sich nun mit MapleSim reduzieren. Durch den Einsatz des Add-ons können die physikalischen Modelle schnell und einfach an B&R Automation Studio übergeben werden – eine Entwicklungsumgebung, in der sich die Aspekte Steuerung, Antrieb, Kommunikation und Visualisierung bearbeiten lassen. MapleSim enthält für die Erstellung der Modelle eine grafische Oberfläche, die den allgemein üblichen Systemschaltbildern sehr ähnlich ist. Will heißen: Das Wissen über die Struktur des Modells reicht häufig aus, um ein physikalisches Modell zu erzeugen – das dann in Automation Studio auf der B&R-Hardware laufen kann.

Konkreter sei dies am Beispiel des inversen Pendels erläutert – einem bekannten Beispiel zur Demonstration der Modellierung auf Systemebene (vergleiche dazu auch CAD-CAM REPORT 9/2012, S. 42) und der Strategien für geschlossene Regelkreise. Dazu wird der B&R-Aufbau des Reaktionsrad-Pendels (Reaction Wheel Pendulum) herangezogen, um ein MapleSim-Modell zu erstellen. Dieses kann anschließend direkt in B&R Automation Studio importiert werden, um das Modell und die Steuerstrategien zu überprüfen. Das Modell des Aufbaus nutzt die umfangreiche MapleSim-Bibliothek von 3D-Multibody-Komponenten – einschließlich starrer Träger, Massen und Drehgelenke. MapleSim Connector für B&R Automation Studio wandelt anschließend die Differentialgleichungen, die der Bewegung des Modells zugrunde liegen, in C-Code um, der unter Automation Studio lauffähig ist. Außerdem nimmt die Software eine spezielle Optimierung des symbolischen Codes vor, die die Ausführung beschleunigt, ohne Kompromisse bei der Genauigkeit des Modells zu machen. Mit diesem sehr effizienten Prozess dauere die eigentliche Modellierung, Erzeugung des Codes und Übergabe nur noch wenige Minuten, betont Maplesoft. Möglich werde dies durch die intuitive Art der Modellierung in MapleSim sowie dessen Fähigkeiten zur automatischen Codeerzeugung. Da der auf diese Weise gelieferte C-Code direkt in Automation Studio übernommen werden kann, besteht der letzte Schritt dann nur noch darin, das MapleSim-Modell der Anlage auf der Hardwareplattform im Rahmen des normalen Workflows von Automation Studio zu überprüfen. -co-

Maplesoft, Aachen Tel. 0241/980919-31, http://www.maplesoft.com

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Systemmodellierung

Schöne alte Bibliotheken

gibt es in Hülle und Fülle und gerade in Sachsen macht man sich um Anna Amalia und Co. verdient und versucht deren Bestände stets zu erweitern. Neue Bibliotheken, allerdings anderer Art, hat das sächsische Unternehmen ITI erweitert: Im Rahmen des...

mehr...

Simulation

FluiDyna stärkt Altair

Altair hat die in Deutschland ansässige FluiDyna GmbH, ein auf NVIDIA CUDA und GPU-basierende Strömungsmechanik und numerische Simulation spezialisiertes Unternehmen, übernommen.

mehr...
Anzeige

IT-Solutions

Vereinfachter Konstruktionsprozess

Das neue Engineeringtool von Item ist intuitiv zu bedienen und vereinfacht den Konstruktionsprozess im Maschinen- und Betriebsmittelbau. Die Software unterstützt Anwender dabei von der 3D-Konstruktion über den CAD-Entwurf, die Montageanleitung und...

mehr...

Autonomes Fahren

Neue Simulationslösung von Siemens

Siemens hat auf dem Siemens U.S. Innovation Day in Chicago eine wegweisende Lösung für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge angekündigt. Als Teil des Simcenter-Portfolios verringert die neue Lösung nicht nur den Bedarf an umfangreichen physikalischen...

mehr...

IT-Solutions

Entwicklertools für WMR und HoloLens

Mit der Freigabe des SPP Unitypackag rundet CAD Software Solutions das Spare Parts Place Toolkit ab. Somit steht das schlanke und hochperformante SPP Dateiformat auch Entwicklern für HoloLens und WMR-Apps (Windows Mixed Reality) offen.

mehr...

IT-Solutions

Topologieoptimierung trifft KI

Berechnung und Simulation in unmittelbarer Reichweite des Konstrukteurs, diesen Trend hin zu tief integrierten CAD-CAE-Prozessketten unterstützt Dassault Systèmes Solidworks und DPS Software bereits seit Jahren.

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem SCOPE Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite