Das Ingenieurbüro Otte muss als Entwicklungspartner der Automobilindustrie einfach und effizient Catia- und Pro/Engineer-Daten handhaben können. Das 3D-Tool SpaceClaim, ein Direktmodellierer, ermöglicht dabei eine alltagstaugliche Geometriebearbeitung." />

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Konstruktive Brücke zwischen den CAD-Welten

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as Ingenieurbüro Otte muss als Entwicklungspartner der Automobilindustrie einfach und effizient Catia- und Pro/Engineer-Daten handhaben können. Das 3D-Tool SpaceClaim, ein Direktmodellierer, ermöglicht dabei eine alltagstaugliche Geometriebearbeitung. Es bewährt sich nicht nur bei der Änderung neutralisierter und der Reparatur fehlerhafter CAD-Geometrien, sondern lässt sich auch einfach und ohne großen Schulungsaufwand nutzen.

„Als Entwicklungspartner der Automobilindustrie decken wir sehr vielfältige Anforderungen im Fahrzeugbau ab – dazu gehören neben den nicht sichtbaren Teilen der Karosseriestruktur auch Stoßfänger, Kotflügel, Seitenteile oder das Autodach“, berichtet Melchior Weidner, Konstrukteur bei der ibo Ingenieurbüro Otte GmbH (www.ibo-gmbh.com/de) in Isenbüttel bei Wolfsburg. Das mittelständische Unternehmen entwickelt Karosseriestrukturen sowie Bauteile des Fahrzeuginterieurs und -exterieurs vom ersten Konzept bis zur Serienfreigabe – auf Basis der Solid-Modelle und Design-Flächendaten vom Auftraggeber. In der Produktentwicklung für Kunden wie Audi, Porsche und VW setzt der Konstruktionsdienstleister deshalb Catia für Karosserieteile, Pro/Engineer im Bereich Motor und Getriebe und Icem Surf für die Bearbeitung von qualitativ hochwertigen, so genannten Class-A-Design-Oberflächen ein.

Die Kunden schreiben die Abgabe von Engineering-Daten in den genannten Formaten dieser Systeme vor, um eine reibungslose Datenkommunikation zu ermöglichen. Allerdings sind diese Tools teuer in Anschaffung und Unterhalt, schulungsintensiver und sie produzieren hochspezialisierte, komplexe Datensätze, die verlustfrei meist nur in dem System gelesen und bearbeitet werden können, in dem sie erzeugt wurden. Diese Abhängigkeit wurmt viele Zulieferer und Dienstleister. Denn Fremddaten lassen sich in aller Regel nur indirekt über neutrale Austauschformate in die High-end-Systeme einlesen. Beim Import der Daten im Neutralformat entstehen jedoch häufig Datenverluste oder Fehler – etwa lückenhafte Volumendaten oder fehlende Flächen.

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ibo suchte deshalb nach einem kostengünstigen 3D-Tool, mit dessen Hilfe sich die Grenzen der High-end-Systeme überspringen lassen – so dass etwa Pro/Engineer- in Catia-Daten konvertiert werden können. Das Tool sollte außerdem die Fähigkeit bieten, diese Daten je nach Bedarf schnell zu verändern, zu ergänzen und zu bereinigen, ohne zuvor umfangreiche CAD-Schulungen absolvieren zu müssen. Eher zufällig wurden die ibo-Konstrukteure dabei durch ‚Mund-zu-Mund-Propaganda’ auf den Anbieter SpaceClaim aufmerksam: In einem Projektgespräch mit einem Kunden diskutierte man Möglichkeiten, wie sich Engineering-Daten in Konstruktions- und Fertigungsprozessen einfacher handhaben lassen. Der Projektpartner empfahl daraufhin das gleichnamige 3D-Tool, das er selbst gerade evaluierte, woraufhin ibo ebenfalls eine Testlizenz beim SpaceClaim-Partner Lino orderte.

„Als wir das Programm nutzten, waren wir doch recht beeindruckt, was SpaceClaim sonst noch alles kann“, sagt Weidner. So erhält ibo des öfteren isolierte Catia-Daten von Kunden, aus denen die Parametrik entfernt wurde, um das geistige Eigentum zu schützen. Diese Daten können zwar vermessen werden, aber Änderungen in Catia sind sehr zeitaufwendig. „Hier bietet uns SpaceClaim die Möglichkeit, diese Daten schnell und effizient zu modifizieren“, ergänzt Weidners Kollege Ernst-Otto Voigtländer, ebenfalls Konstrukteur. „Dass SpaceClaim auch in diesen ‚neutralisierten’ CAD-Daten – beispielsweise in den Austauschformaten STEP oder IGES – Features sofort erkennt und sich diese Geometrien schnell ändern lassen, ist für uns eine riesige Hilfe und Zeitersparnis.“

Ein Tool für die vielen Schritte ‚dazwischen’

Außerdem entdeckten die Konstrukteure, dass sie mit SpaceClaim fehlerhafte CAD-Datensätze gut reparieren können. Mit den Funktionstasten auf der Werkzeugleiste ‚Reparieren’ sind die Konstrukteure in der Lage, verschiedene Fehler aus dem Bauteil zu eliminieren. „Es ist beeindruckend, wie dies funktioniert“, erklärt Weidner. Besonders hilfreich seien Funktionen wie ‚Lücken entfernen’, ‚fehlende Flächen’ oder ‚ungenaue Kanten’. Auch die Werkzeugleiste ‚Vorbereiten’ mit Funktionen wie ‚Rundungen/Flächen/Überschneidungen entfernen’ findet Weidner überaus nützlich.

Seit Januar nutzt ibo nun SpaceClaim, um etwa Pro/Engineer-Daten einzulesen, zu bearbeiten und als isolierte Catia-Daten herauszuschreiben oder auch dazu, um isolierte Catia-Baugruppen zu laden und zu optimieren. Das funktioniere gut, so Konstrukteur Weidner, insbesondere bei Standardbaugruppen bis etwa 100 MB Größe. Die aus SpaceClaim exportierten Catia-Daten laufen danach bei ibo durch einen speziellen Catia-Datenchecker und können dann problemlos beim Fahrzeughersteller abgegeben werden.

Die Software erfüllt weiterhin bei ibo das Bedürfnis nach einem 3D-Tool für die vielen kleinen konstruktiven Aufgaben und Änderungen, die jeden Tag anfallen, „die schnell und unkompliziert von der Hand gehen sollen und für die Catia einfach zu mächtig ist“, wie Weidner erläutert. „So lassen sich unkompliziert Teilbereiche von Konstruktionen verschieben und neu positionieren, heraustrennen oder kopieren und in anderen Bauteilen ankonstruieren – das ist besonders hilfreich, weil bei unseren Aufträgen das Wort ‚schnell’ allgegenwärtig ist und gleichzeitig die Datenqualität nicht leiden darf.“ Gerade bei Besprechungen in der Konzeptphase sei es nötig, Konstruktionselemente einfach mal zu verschieben, Änderungen anschaulich zu machen, zu diskutieren und auszuprobieren, um festzustellen, ob die Idee so funktionieren könne, ergänzt Ernst-Otto Voigtländer, zum Beispiel auch am Catia-V4- oder isolierten, Know-how-geschützten -V5-Datensatz des Kunden, der als Basis genommen und umkonstruiert werden müsse. „Wir bekommen isolierte Catia-Daten und müssen isolierte Catia-Daten wieder abgeben – aber bei den vielen kleinen Änderungsschritten dazwischen zeigt SpaceClaim immer wieder seine Stärken.“ Genauso wie bei den eingelesenen Pro/Engineer-Daten, die man sehr gut bearbeiten könne, bevor man sie in Catia importiere.

Während in etablierten High-end-3D-Systemen die Werkzeugleisten oft überladen erscheinen, ist das Handling von SpaceClaim sehr einfach und übersichtlich; auch ohne viel Konstruktionserfahrung kann man sich das leicht aneignen. Die Konstrukteure von ibo haben deshalb in der Bremer Geschäftsstelle des Systemhauses Lino nur einen Tag Schulung belegt. „Alles Weitere haben wir uns selbst beigebracht, weil das System sehr intuitiv funktioniert und darüber hinaus eine praktische Online-Hilfe zur Verfügung steht“, betont Melchior Weidner. „Gab es mal ein Problem, welches sich so nicht lösen ließ, war auf den Support seitens Lino Verlass.“

Für Konstrukteur Voigtländer sind SpaceClaim und Catia zwei Welten – die eine setzt auf Intuition, die andere auf ein strikt methodisches Vorgehen für optimale Konstruktionsergebnisse. „In SpaceClaim lässt sich mit einer einzigen Funktion oft eine Menge erreichen – manchmal glaubt man nicht, dass es so einfach gehen kann.“ Es sei beispielsweise sehr positiv, dass die Werkzeugleisten auf wenige Schaltelemente zurückgeführt wurden. „Catia hingegen entwickelt seine Stärke der Parametrik erst bei mehreren Iterationsschleifen von komplexen Konstruktionen, hierfür ist dann ein durchdachter Aufbau des CAD-Modells notwendig.“ Bei SpaceClaim könne man sich mehr auf die Konstruktion selbst konzentrieren, die Bedienung und Anwendung des Programms trete in den Hintergrund. -co-

SpaceClaim Corporation, Augsburg Tel. 0821/2092714, http://www.spaceclaim.com/de

Lino GmbH, Mainz Tel. 06131/9064480, http://www.lino.de/spaceclaim.html

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