Interview zu Konstruktions-Tool

Andreas Mühlbauer,

Der Trend geht zur Online-Konstruktion

Die Konstruktion selbst einfacher Elemente und Produkte war in der Vergangenheit sehr zeitaufwendig. Dass dies heute nicht mehr so sein muss, zeigt Item mit seinem Online-„Engineeringtool“. Wie sich der Prozess der Konstruktion verändert, erläutert Christian Thiel, Produktmanager für Online-Tools bei Item, im Gespräch mit Andreas Mühlbauer.

Christian Thiel, Produktmanager für Online-Tools bei Item. © Item

Herr Thiel, was war der Anlass für die Entwicklung des Engineeringtools?

Bei der Entwicklung des Engineeringtools haben wir uns konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiert. Die Konstrukteure haben nach einer Lösung gesucht, mit der sie schnell und einfach mit unseren Produkten konstruieren können. Für viele Anwendungen ist ein CAD-System schlicht überdimensioniert oder zu umständlich. Die Folge: Etwa 95 Prozent unserer Kunden zeichnen keine Verbindungstechnik in ihre Konstruktionen ein, weil es zu aufwendig ist. So fehlen aber nicht nur die Verbinder in der Stückliste, sondern auch die zugehörigen Bearbeitungen. Im Engineeringtool wird beides automatisch richtig mit eingefügt.

Ein weiterer Trend ist die Nachfrage nach vorkonfigurierten Systemlösungen. Unsere Kunden wollen nicht mehr alles bis ins Kleinste selbst konstruieren, sondern die zeitsparenden Möglichkeiten von Konfiguratoren nutzen. Der dritte Punkt ist die Digitalisierung unserer Prozesse und der unserer Kunden. Das Item-Engineeringtool liefert uns alle benötigten Informationen in digitaler Form. Dadurch können wir unseren Kunden die Konstruktion günstiger und vor allem noch schneller als bisher ausliefern. Projekte lassen sich schneller und einfacher innerhalb eines Unternehmens gemeinsam nutzen und überarbeiten. Ähnliche Konstruktionen lassen sich einfach ableiten und in Produktion und Montage durch die online verfügbare Projektdokumentation eine Menge Zeit einsparen.

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Was kann der Kunde damit konstruieren und wo gibt es Einschränkungen?

Das Engineeringtool ermöglich die Konstruktion mit Item-Produkten. Derzeit stellen wir etwa 900 von unseren über 4.000 Verkaufsartikeln im Engineering-Katalog bereit. Den Umfang der Produkte im Engineeringtool erweitern wir ständig. Dies umfasst unsere klassische Profiltechnik inklusive aller Verbindungstechnik, Winkel, Abdeckkappen und weiteres Zubehör.

Außerdem lässt sich nahezu der gesamte Umfang unseres Lean-Production-Systembaukastens zum Beispiel zur Konstruktion von umfangreichen FiFo-Regalen nutzen. Dabei haben wir nicht einfach nur die Geometrien unserer Produkte in das Engineeringtool überführt. Das Tool weiß, welche Produkte sich miteinander verbauen lassen, welche Befestigungselemente nötig sind und welche Anschlussbearbeitungen anfallen. Unsere Kunden können sich so auf die eigentliche Konstruktion konzentrieren.

Der Kunde erhält abschließend sogar eine vollständige Dokumentation. Was umfasst diese?

Auf unsere Projektdokumentation sind wir besonders stolz. Sie enthält alle Informationen, die wir oder unsere Kunden benötigen: ein Deckblatt mit isometrischer Ansicht zur schnellen Wiedererkennung, einen QR-Code der direkt in unseren Project Viewer führt – hier erhalte ich wiederum alle Information direkt auf einem beliebigen Endgerät –, eine Stückliste, einen vollständigen Bearbeitungsplan aller Profile, eine Explosionsansicht und schlussendlich eine Aufbauanleitung.

Wird sich der industrielle Konstruktionsprozess künftig generell in Richtung Online-Tools entwickeln?

Ein ganz klares Ja. Die Vorteile in den Bereichen Kollaboration und Kommunikation liegen auf der Hand. Alle an einer Konstruktion beteiligten Personen sind immer auf dem gleichen Stand. Es müssen keine großen Datenmengen mehr per E-Mail oder FTP-Server versandt werden. Und ein weiterer Zeitfresser fällt weg: Es gibt keine lokalen IT-Administrationsaufwände, da keine Software mehr installiert und gewartet werden muss.

Was sagen Sie Kunden, die lieber mit eigener Software konstruieren, um ihre Daten bei sich im Haus zu behalten?

Um ehrlich zu sein, diese Frage ist mir noch nicht gestellt worden. Ich denke, unsere Kunden erkennen die klaren Mehrwerte für sich selbst, die eine Online-Software bietet. Und das sind neben dem Zeitgewinn in der Konstruktion und der Erstellung der Projektdokumentation die Vorteile von Kollaboration und Kommunikation. Die Konstruktionen unserer Kunden werden von uns sicher und vertraulich behandelt – und das alles selbstverständlich konform zur Datenschutzgrundverordnung.

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