Software

Visualisierung von nativen Multi-CAD-Daten

Die Visualisierung von Daten spielt in allen Bereichen der heutigen Geschäftsprozesse eine wichtige Rolle. Dies gilt insbesondere für Produktdaten während des Produkt- entstehungsprozesses und auch auf allen weiteren Stationen des Produktlebenszyklus.
Jedem Anwender müssen die für seinen Teilprozess erforderlichen Funktionen bereitgestellt werden, damit er seinen Job zielführend und schnell bewältigen kann.

Hier bietet die Kisters AG ihre Unterstützung bei der Entwicklung von firmenspezifischen Konzepten sowie bei der Produktauswahl. Die Redaktion des CAD-CAM Report sprach mit Germar Nikol, Geschäftsbereichsleiter für Visualisierungstechnologien bei Kisters, über aktuelle Anforderungen an die Visualisierung von Engineering-Daten.

CCR: Welche aktuellen Trends sehen Sie bei der Visualisierung von Produktdaten?

Germar Nikol: Heute sind leistungsfähige Visualisierungslösun- gen gefragt, die als Stand-Alone-Systeme einsetzbar und gleichzeitig in die führenden Engineering-Applikationen integrierbar sind. Diese Anforderungen werden speziell von kleinen und mittelständischen Unternehmen formuliert, die darauf angewiesen sind, immer wieder ad-hoc neue Prozesse zu definieren. Speziell für dieses Klientel haben wir die 3D-ViewStation konzipiert, die mit zusätzlichen Integrationsmodulen neben konventionellen CAD-Baugruppen auch virtuelle Produktstrukturen verarbeitet.

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CCR: Um mit Stand-Alone-Systemen ad-hoc native CAD-Daten verarbeiten zu können, ist viel Know-how erforderlich.

Germar Nikol: Das ist völlig richtig. Wir können auf mehr als zehnjährige Erfahrungen in diesem Bereich mit den verschiedensten Applikationen von diversen Anbietern zurückblicken. Ohne eine Visualisierungslösung auf Datenformate reduzieren zu wollen, ist es dennoch enorm wichtig, alle native CAD-Formate wie Catia, NX, Pro/Engineer, SolidWorks und Inventor einlesen zu können. Ferner müssen aber auch aller wichtigen Standards wie JT, STEP und 3D-PDF unter- stützt werden.

CCR: Die Verarbeitung von nativen CAD-Daten ist in der Regel aber doch recht langsam, oder?

Germar Nikol: In der Regel ja. Diesem Umstand Rechnung tragend haben wir bei der Konzeptionierung der 3D-ViewStation besonderen Wert auf eine extrem schnelle Verarbeitung von nativen Datenformaten gelegt, so dass auf eine Konvertierung in ein eigenes Visualisierungsformat verzichtet werden kann.

CCR: Verarbeitungsgeschwindigkeit ist jedoch nicht alles …

Germar Nikol: Nicht alles, aber eine notwendige Voraussetzung, um die gestellten Aufgaben effizient erledigen zu können. Letztlich müssen jedem Anwender die für seinen Teilprozess erforderlichen Funktionen bereitgestellt werden, damit er seinen Job zielführend und schnell bewältigen kann. Dazu erhält er von uns ein leicht handhabbares System mit leistungsfähigen Funktionen unter anderem zum Messen, Bemaßen und Schneiden, zur Berechnung von Volumen und Flächen sowie zur Ansichtsverwaltung. Ferner lassen sich Teile verschieben und drehen, Explosionsansichten und Animationen erzeugen sowie Stücklisten generieren. Eine Split-Funktion und Hinterschnitterkennung stehen ebenfalls zur Verfügung. Zusätzlich wird die Interoperabilität durch diverse Exportmöglichkeiten sichergestellt, zum Beispiel ins STEP- und 3D-PDF-Format.

CCR: Das hört sich sehr attraktiv an, aber wartet die Engineering-Welt wirklich noch auf einen weiteren Viewer?

Germar Nikol: Sicherlich ist eine Vielzahl von Visualisierungsprodukten auf dem Markt verfügbar. Aus langjähriger Erfahrung wissen wir jedoch, dass es leider oftmals immer noch schwierig ist, das zu den speziellen Anforderungen eines Unternehmens passende Produkt zu finden. Diese Lücke möchten wir schließen. Außerdem steht die 3D-ViewStation in direkter Nachfolge zu dem bisherigen TTF-Project-Reviewer und ist damit also »Powered by Adobe«.

CCR: Wie sehen Sie die Bedeutung von 3D-PDF im Vergleich zum JT-Format?

Germar Nikol: Bei dieser häufig gestellten Frage muss zum einen das Datenformat selbst und zum anderen das Werkzeug zu seiner Verarbeitung betrachtet werden. Das JT-Format ist sicherlich ein wichtiger Standard aufgrund der Empfehlungen durch die VDA- und SASIG-Richtlinien. Es hat seinen Fokus auf den Engineering-nahen Prozessen. Das PDF-Format lässt sich dagegen als ein Container nutzen, mit dem auch dokumentenbezogene Prozesse abgebildet werden können. Folglich sind mit 2D- und 3D-PDF-Daten viel mehr Anwender erreichbar, wobei sich das PDF-Format im 3D-Bereich nicht hinter dem JT-Format zu verstecken braucht.

CCR: Nicht nur in größeren Unternehmen sind zusätzlich zur Integrationsfähigkeit auch noch Software-Lösungen zur Automatisierung der Prozesse notwendig. Können Sie auch diese Anforderungen abdecken?

Germar Nikol: Ja, selbstverständlich. Dazu bieten wir unsern PDF-Manager an, der im Hintergrund wahlweise auf Technologien von Adobe, Dassault, Spicer, AirZip und Kisters zurückgreift, um die diversen Anforderungen zu erfüllen. Für die Integration stellt der PDF-Manager eine einheitliche XML-Schnittstelle als Service innerhalb eines SOA-Konzeptes zur Verfügung und für Endanwender einen so genannten User-Client, der einfach per drag&drop-Funktionalität bedient wird. Neben der reine 3D-PDF-Erzeugung, die mit Software-Werkzeugen von Adobe oder Dassault erfolgen kann, werden derzeit Sicherheitslösungen nachgefragt, die von Zugriffsbeschränkungen bis zu Geometrieverfremdungen reichen (siehe Kasten). Aber das ist ein neues Thema, das wir an anderer Stelle vertiefen sollten.

CCR: Herr Nikol, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei der Realisierung von effizienten Visualisierungslösungen. -fr-

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