CAD-Software

Hokus, Pokus, Radius

Euroblech: H11/B41

n der Prozesskette Blech bedienen Software-Lösungen von SPI den Übergang vom Design zur Arbeitsvorbereitung und rücken dabei immer näher an den Fertigungsprozess. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Erstellung der präzisen Abwicklung, deren Berechnung sich nach den zum Einsatz kommenden Maschinen, nach den genutzten Werkzeugen und den verwendeten Verfahren richtet. Durch den werkzeugbezogenen Ansatz wird die Abwicklung laut SPI 100 Prozent fertigungsgerecht, das heißt unter Berücksichtigung der echten, aus dem Kanten resultierenden Biegeradien erstellt. Eine neue, auf der Euroblech präsentierte Software-Version, zeigt dem Anwender nun die wirklich verwendeten Biegeradien an.

Während der virtuellen Blechbearbeitung werden auch benötigte Eckfreistellungen den realen Biegeradien angepasst. Sofern der Kunde wünscht, sind die am Blechteil resultierenden Radien direkt am Modell zu sehen. Diese neue Option zeigt SPI mit der neuen Version seiner Software auf der Messe Euroblech 2014. Zu den Anwendern der SPI Blechsoftware gehören sowohl Hersteller als auch Lohnfertiger. Letztere erhalten heute zunehmend mehr oder weniger genau konstruierte CAD-Daten von ihren Kunden in diversen 2D- und 3D-Formaten. Manchmal geht es bei solchen Aufträgen auch um eine einmalige Anwendung. Die effiziente Methode, die SPI unterstützt, macht auch „Losgröße 1“ wirtschaftlich.

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Mit der SPI Blech-Software soll der Kunde in der Lage sein, seine eigenen Konstruktionen, aber auch importierte Modelle zeitnah und fertigungsgerecht abzuwickeln. Das Programm kompensiert dabei Ungenauigkeiten in der Konstruktion importierter Teile durch einstellbare Toleranzoptionen, die sich unter anderem auf die Blechdicke, die Parallelität von Ober- und Unterseite und die Winkel beziehen, unter denen angrenzende Flächen aufeinander stoßen. Es spielt für die Software dabei keine Rolle, welcher Radius vom Konstrukteur erstellt wurde, beziehungsweise welcher Radius an einem importierten Teil gefunden wird. Standardmäßig berechnet der Hersteller die Abwicklung auf Maschinenbasis über den resultierenden Fertigungsradius und nicht über den konstruktiv eingebrachten Biegeradius.

Von der Konstruktion in die Fertigung

Das Resultat kann direkt an nachgelagerte NC-Programme übergeben werden. So können zum Beispiel erzeugte GEO-Dateien direkt in die einzelnen Module (Stanzen, Laser etc.) von Trumpf geladen werden. Für die Biegesimulation Trutops Bend sind alle Informationen (Biegeradien, Biegefaktoren) enthalten. Auch für die Weiterbearbeitung auf Biegemaschinen mit NC-Steuerungen von Delem oder Cybelec liefert die Abwicklung die benötigten Zusatzinformationen. Des Weiteren wird die CAM-Umgebung von WiCAM durch eine spezielle Schnittstelle unterstützt. Neue Möglichkeiten des Designs bieten verschiedene abwicklungsrelevante Parameter, wie das Offsetattribut, das Verschiebungsbereiche nach innen und außen definiert, Eckschlitzattribute, die unter anderem Überlappungen zulassen, Facettenattribute, und weitere, komfortable Abwicklungsparameter, die zur diesjährigen Euroblech erstmals auf einer Fachmesse gezeigt werden.

Für die Abwicklung von Komponenten, die aus einem Teil oder aus Baugruppen, aus Übergängen und Verbindungen bestehen, steht eine Bibliothek mit über 40 sofort einsetzbaren Musterbauteilen zur Verfügung. Kombinationen aus runden, eckigen und verrundeten Übergängen sind in übersichtlichen Dialogboxen frei wählbar und werden nach Festlegung der Maße automatisch als biegbare Teile erstellt. Die SPI Komponenten-Bibliothek unterstützt den Anwender zudem dabei, eigene Konstruktionen fertigungsgerecht aufzubereiten und als Vorlagen für den wiederholten Gebrauch in der Bibliothek abzulegen.

Stefan Graf

SPI, Ahrensburg, Tel. 04102/706-0, http://www.spi.de

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