Software

Cincinnati-CAD

Zurück zur Schule? Nein, darum ging es nicht bei der Solid Edge University im Juni 2013 in Cincinnati/USA. Vielmehr wollte Siemens PLM den Anwendern mit diesem Event zeigen, dass man hinter dem Produkt steht und in die Weiterentwicklung investiert. Rund 500 Anwender sowie Siemens-Partner folgten der Einladung und erfuhren in Vorträgen, Workshops und in einer Ausstellung viel über die neue Sold Edge Version ST6 sowie ergänzende Produkte für die 2D/3D-Lösung.
Die Skyline von Cincinnati, im Juni 2013 fand dort die Konferenz Solid Edge University statt. Bild: Stefan Graf

Solid Edge ST6 steht in direktem und damit harten Wettbewerb zu Solidworks und Autodesk Inventor. Der Markt der Midrange-CAD-Lösungen ist umkämpft. In den vergangenen Jahren haben hier alle an Funktionalitäten und Leistungsfähigkeit zugelegt und sich den High-end-Lösungen wie Catia, Creo oder NX angenähert. Wer hier mithalten will, muss ein entsprechendes Portfolio an Funktionalitäten und einen marktgerechten Preis anbieten. In Cincinnati unterstrichen die Produktverantwortlichen von Solid Edge ST6, welche Bedeutung der neuen Version zukommt: Karsten Newbury, Vice President und General Manager für Solid Edge sowie Dan Staples, Director und Entwicklungsleiter gaben in Vorträgen einen Einblick, mit welchem Aufwand an ST6 gearbeitet wurde und welche Neuerungen den Anwender erwarten. Karsten Newbury berichtete zum Auftakt von einem positiven Markttrend: Im ersten Jahres-Quartal 2013 habe man den bislang höchsten Umsatz erreicht. Und im zweiten Quartal konnten rund 500 Neukunden gewonnen werden. Einen breiten Raum nahmen auch die Lösungen neuer Partner ein: Mit CAMWorks steht nun laut Newbury eine CAM-Applikation zur Verfügung, die effizient arbeitet und einfach bedienbar sei: „Für den Einsatz von CAMWorks muss man kein NC-Spezialist sein“. Weitere neue Lösungen sind von Keyshot (Rendering), Comsol (Multiphysik) und ESI (Fluiddynamik-Simulation) verfügbar.

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1.300 Kundenwünsche umgesetzt

Entwicklungsleiter Dan Staples gab einen Einblick, welcher Aufwand für ST6 betrieben wurde: Rund 1.300 Kundenwünsche seien bei der Entwicklung von ST6 umgesetzt worden. Den Unterschied zur Vorgängerversion veranschaulichte er mit diesen Beispielen: ¿Im Design, der Simulation und Kollaboration ist ST6 bis zu sechsmal schneller.¿

Für die Konstruktionsdatenverwaltung wurde Solid Edge SP entwickelt, eine Anwendung, die auf Sharepoint basiert. Ein Hauptmerkmal ist der visuelle Ansatz zur Konstruktionsdatenverwaltung. Mit der visuellen Darstellung haben der Anwender oder ganze Konstruktionsteams miteinander verknüpfte Dokumente, Produktstrukturen und Projekte schnell im Blick und sind so immer auf dem aktuellen Stand. Vorschaubilder von Teilen oder Baugruppen können beispielsweise im Relation Browser angeschaut werden; Revisionen und zugehörige Dokumente sind direkt aus der Vorschau heraus zugänglich. Die Datenverwaltungslösung ist in vorkonfigurierten Versionen verfügbar. Mit Konfigurationswerkzeuge lassen sich weitere Einstellungen vornehmen, um die Standardversion schnell an die jeweiligen Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen zu können.

Tempo für die Blechbearbeitung

Als eine der wichtigsten Neuerungen bezeichnete Staples die Funktionen für die Blechbearbeitung (Solid Edge Sheet Metal), die zu den Kernfunktionalitäten von Solid Edge zählt und den gesamten Prozess von der Konstruktion bis zur Fertigung unterstützt. Neue Simulationswerkzeuge helfen hier bei der automatischen Optimierung der Bauteilgeometrie. Mit Hilfe der Synchronous Technology können Blechkonstrukteure außerdem mit weniger Befehlen schneller Modelle entwickeln, Änderungen in Echtzeit ausführen oder Lieferantendaten bearbeiten. Bei der Definition von Umformeigenschaften vereinfachen prozessspezifische Kommandos die Konstruktion von Blechteilen. Wenn Modelle entwickelt werden, bleiben Blechteile automatisch bei diesen vordefinierten Eigenschaften wie Stärke, Biegeradien und Eckenbedingungen. Solid Edge Sheet Metal bietet auch eine Fertigungsunterstützung bei der Abwicklung von Blechteil-Modellen, indem es Biegungen automatisch nach Standard- oder kundenspezifischen Formeln berechnet. Verschachtelungsbefehle erlauben dem Anwender, direkt aus dem Blechteilmodell eine CAM-fertige DXF-Datei zu erstellen, ohne zuvor eine Zeichnung anzufertigen.

Der Umstieg von Solidworks

In mehreren Vorträgen wurde auf der Konferenz auch der Umstieg von Solidworks auf Solid Edge beschrieben. Ein neues Werkzeug für die Migration von großen Datenmengen für Solidworks konvertiert ganze Projekte unter Beibehaltung der Konstruktionsabsicht. So werden zum Beispiel die Parameter von Bohrungen oder Einbaubedingungen übernommen und lassen sich auch weiterhin ändern. Man hat sich offenbar schon auf reges Interesse von Solidworks-Kunden eingestellt und bietet umfangreiche Hilfestellungen für eine Migration.

Zusätzlich zu den neuen Funktionen für Konstruktion und Simulation bietet Solid Edge ST6 auch neue Möglichkeiten für den Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie die Zusammenarbeit mit anderen Anwendern. Eine neue Youtube-Schnittstelle macht es möglich, einen Modelliervorgang aufzuzeichnen, hochzuladen und via Youtube weiterzugeben. Mit einer Suchfunktion sind andere Solid Edge Videos auf Youtube zu finden. Der Zugriff auf diese Web-Angebote ist selbstverständlich auch mobil möglich. Ergänzend bietet Siemens hier einen Mobile Viewer an. Mit der kostenlosen App können Anwender 3D-Teile und -Baugruppen, die mit Solid Edge konstruiert wurden, auf dem iPad oder Android-Tablets ansehen. Mithilfe der App lassen sich Bauteile rotieren, schwenken, vergrößern, ein- und ausblenden sowie Bilder erstellen und per E-Mail versenden. Auch Mitarbeiter außerhalb der technischen Abteilungen können so Konstruktionsdaten einzusehen.

Stefan Graf

Siemens PLM Software, Köln, Tel. 0221/20802-0, http://www.siemens.com/plm

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