CAM-Lösung

Virtual Gibbs in neuer Version

Die CAM-Software Virtual Gibbs, die in den vergangenen Jahren unter der Flagge von Cimatron angeboten wurde, gehört nun zu 3D Systems. Der Hersteller von 3D-Druckern übernahm in diesem Jahr beide Marken beziehungsweise das Unternehmen Cimatron. Nun wurde Virtual Gibbs in der neuen Version 11 vorgestellt. Das CAM-System basiert auf einer neuen Architektur mit einer Universal Kinematic Machine. Diese soll das Programmieren und Simulieren von Bearbeitungsmaschinen wesentlich erleichtern. Ebenfalls neu: Ein Tool für das Werkzeughandling.

Fräsmaschine mit 6 Achsen: Der Winkelkopf wird über zwei Rotationsachsen gesteuert, die dritte bewegt den Tisch mit dem Werkstück.

Mit der Version 11 von Virtual Gibbs passen die Entwickler das bewährte CAM-System von 3D Systems nicht nur wie üblich den aktuellen Gegebenheiten an. Mit der Universal Kinematic Machine (UKM) haben sie eine neue Engine geschaffen, die Virtual Gibbs fit machen soll für die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte. Der Hersteller spricht deshalb vom Virtual Gibbs der zweiten Generation. Doch was genau verbirgt sich nun hinter dem Begriff Universal Kinematic Machine? Wie alle CAM-Engines ist sie dafür zuständig, den Werkzeugweg aus den Vorgaben der Maschinenkinematik zu erzeugen. Neu ist bei der UKM, dass sie selbst hoch komplexe Bearbeitungszentren mit mehreren parallel arbeitenden zusätzlichen Arbeitsstationen und sogar Langdreher präzise ansteuern und auch simulieren kann. Jede Bewegung, jede Bewegungskombination lässt sich exakt darstellen.

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Um Simulation und NC-Programm in Einklang zu bringen, hat man den MDD-Editor und das Plug-In „Maschinenaufbau“ zusammengefasst zu einem Maschinenmanager. Auf die darin abgelegte Maschinenbeschreibung greifen sowohl die Maschinensimulation als auch der Postprozessor zurück. Damit lassen sich inkonsistente Eingaben vermeiden. Die Maschinendefinition wird für jede anzusteuernde Maschine individuell angepasst.

Auch bei Drehmaschinen kann das Werkzeug jetzt in jedem beliebigen Winkel zum Werkstück positioniert werden.

Die Handhabung des Maschinenmanagers zeichnet sich durch eine benutzerfreundliche Oberfläche aus. Auf der linken Seite findet sich die Baumstruktur, die den Aufbau der Maschine spiegelt, rechts können für die jeweils ausgewählte Komponente Einstellungen vorgenommen beziehungsweise geändert werden. Dabei können auch die Verfahrbewegungen zwischen einzelnen Bearbeitungen und die Werkzeugpositionen zu Beginn und bei Abschluss des Bearbeitungsprozesses festgelegt werden. Für die Simulation lassen sich mehrere Maschinenkomponenten gruppieren. Neu ist hier, dass jede Eingabe direkt getestet werden kann. Auf Knopfdruck auch gleich mit Kollisionsprüfung.

Leistungsfähige Simulation
Die Universal Kinematic Machine ist Voraussetzung für viele weitere neue Funktionalitäten von Virtual Gibbs V11. So können jetzt Fräsmaschinen mit sechs Achsen (drei linearen und drei rotierenden) und Langdreher mit mehreren Spindeln und Werkzeuggruppen dargestellt werden. Auch MTM-Maschinen mit schwenkbaren Arbeitsstationen lassen sich dank UKM abbilden.

In der dreidimensionalen dynamischen Anzeige des komplett bestückten Revolvers lässt sich die Position jedes Halters und Werkzeuges auf einen Blick erfassen.

Dreh- und Fräsmaschinen haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Sie nähern einander immer mehr an, Fräsmaschinen können Drehbearbeitungen ausführen und umgekehrt. Ein Trend, der sich sicher fortsetzen wird. Virtual Gibbs V11 trägt dieser Entwicklung schon jetzt Rechnung: Alle Module des einen Maschinentyps sind auch für den jeweils anderen auswählbar.

Werkzeughandling
Neu in der Version 11 ist auch ein Tool für das Werkzeughandling, Intermediate Tooling genannt. Die steht für „medienübergreifende Werkzeugbereitstellung“. Dieser so unspektakulär klingende Begriff beschreibt ein effizientes und mit vielen neuen Funktionen und Arbeitsmitteln ausgestattetes System zum Rüsten von Maschinen. Zugrunde liegen zwei Gedanken: Erstens sollen keine redundanten Daten mehr erzeugt und zweitens die Leistungsfähigkeit moderner Bearbeitungszentren exakt abgebildet werden.

Alle Arbeitsmittel sind beim Intermediate Tooling in separaten Programmteilen, den Bibliotheken, abgelegt. Die Bestandteile der Werkzeugblöcke (Grundhalter, Flash-Tools, Werkzeughalter, Winkelköpfe) sowie Zubehör (Spannmittel, Reitstückspitzen, Lünetten) werden dafür einzeln in Bibliotheken gespeichert. Beim Rüsten einer Maschine wählt der Anwender nur noch die gewünschten Arbeitsmittel aus den Bibliotheken aus und positioniert sie an passender Stelle. Das verringert nebenbei auch die Größe der Bearbeitungsdateien deutlich. Die festgelegte Anordnung kann dann wiederum als Vorlage gespeichert und zur Bearbeitung eines ähnlichen Teiles wieder aufgerufen und schnell angepasst werden. -sg-

3D Systems, Ettlingen, Tel. 07243/53880, www.3dsystems.com

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