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Komplettpaket für Iron Man

Manchmal lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen, denn wer Hollywood-Helden mit futuristischem Gerät ausstattet, muss selbst die kühnsten Ideen schnell skizzieren und auf ihre Umsetzbarkeit hin prüfen können. Die CAID-Software SolidThinking unterstützt diesen Prozess und kann deshalb auch für Industriedesigner interessant sein.
Mit verschiedenen ästhetischen Variationen eines Designs spielen und dabei die Kernfunktion des Modells bewahren: Das kann der Anwender der CAID- Software SolidThinking. (Bilder: SolidThinking)

Mit Industriedesign verbindet man in der Regel die Gestaltung von Konsum- und Investitionsgütern. Dass auch die Filmbranche bei Requisiten einen großen Bedarf an neuen Designs zur Ausstattung der einzelnen Szenen hat wird klar, wenn man die Arbeit von Requisiteuren und Konzeptkünstlern in Hollywood betrachtet. Zur Umsetzung der ideenreichen Konzepte in reale Requisiten werden hier genauso wie bei den in der Industrie tätigen Designern Softwarewerkzeuge eingesetzt, die nicht nur die Ausarbeitung der Ideen erleichtern, sondern den eigentlichen kreativen Prozess unterstützen und sogar fördern (CAID – Computer Aided Industry Design). Im Gegensatz zur Industrie geht es in der Filmbranche allerdings oft um die Gestaltung von Unikaten und nicht um Serienprodukte. Doch auch ein Hollywood-Designer muss bei seiner Arbeit die Umsetzbarkeit der Entwürfe im Blick behalten.
Ron Mendell, Requisiteur und Konzeptkünstler in Hollywood, nutzt seit einiger Zeit die CAID-Software SolidThinking des gleichnamigen Tochterunternehmens von Altair Engineering und entwirft damit Requisiten für die verschiedensten Filme. Er arbeitet bereits seit über 20 Jahren für die Filmindustrie, unter anderem für Filme wie Spiderman, 2012, Fluch der Karibik 4, Iron Man 1 und 2, Thor sowie die drei Jurassic-Parc-Filme und War of the Worlds. Da er als freischaffender Künstler für verschiedene Studios arbeitet, wechseln seine Designumgebungen und Kollegen ständig – wodurch er immer wieder neuen Einflüssen ausgesetzt ist und diese in seine Arbeit integrieren kann.

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Mendell unterstützt das so genannte Art Department (hier laufen Informationen zu Sets, Kostümen, Requisiten und technischen Geräten zusammen) mit Konzepten, Illustrationen und digitalen Modellen. Entwürfe per Hand arbeitet er sofort mit SolidThinking aus, da sich damit sehr schnell erste Skizzen erstellen und anschließend in 3D-Modelle umsetzen lassen, um weiterentwickelt zu werden. Das ist ein großer Vorteil, denn zuvor musste der Designer seine Ideen so lange manuell weiterentwickeln, bis seine Kunden das finale Design akzeptierten. Neben dem Erstellen der Skizzen waren diese entsprechend zu kolorieren, anschließend kamen dann Rein- und Detailzeichnungen hinzu. Jeder Entwurf musste so lange aus unterschiedlichen Perspektiven gezeichnet werden, bis genügend 2D-Zeichnungen vorhanden waren, die ein fachkundiger Kollege zum Bau eines Modells nutzen konnte. „Das größte Problem war das Übertragen“, betont Ron Mendell. „Wenn nicht genügend Zeichnungen und Ansichten erstellt wurden, ließ dies Raum für Fehler.”

Die heute mit der Software erstellten Entwürfe lassen nicht nur keinen Raum für Missverständnisse, sie ermöglichen auch einen entscheidenden Zeitgewinn. Nach dem ersten Aufbau in 3D kann das Modell aus allen Blickwinkeln betrachtet werden – das Ausarbeiten der verschiedenen detaillierten Ansichten entfällt. Außerdem können dem Modell verschiedene Texturen und Materialien zugewiesen werden, um es fotorealistisch zu rendern und so das Aussehen so realistisch wie möglich wiederzugeben. „Nach einer Modellierungssession verbringe ich einige Zeit mit dem Zuweisen von Materialien und der Erstellung von Renderings, um Konzepte für die Freigabe zu generieren”, fährt Mendell fort. „Ein vollständig gerendertes Modell ist wesentlich beeindruckender als ein Drahtmodell- oder Graustufenrendering.“ Schauspieler, Regisseure und Produzenten wollten schließlich sehen, wie das endgültige Produkt aussieht. Ebenso einfach kann Ron Mendell einem Lieferanten eine Modelldatei schicken, aus der dieser per 3D-Druck einen Prototypen erstellt.

Der Designer kann jederzeit zu jedem beliebigen Punkt des Designprozesses zurückkehren (Konstruktionsverlauf-Funktion), um von dort aus – basierend auf dem gewünschten Zwischenstand – neue Ideen und Richtungen auszuprobieren. „Diese Funktion von SolidThinking ist großartig“, sagt Mendell. „Es ist ein erstaunliches Werkzeug, das den Prozess fördert und mich schnell vorankommen lässt.“ Nach den finalen Freigaben des jeweiligen Projektes verfüge man sofort über eine Datei, die als Vorgabe für das fertige Objekt diene. SolidThinking bietet ihm dazu eine Umgebung, die seiner Kreativität keine Grenzen setzt und die ihn dabei unterstützt, die Umsetzbarkeit der Entwürfe zu beurteilen. Denn wenn sich etwas nicht umsetzen lässt, braucht er es gar nicht erst zu zeichnen. In der Summe kann er so besser, kreativer und schneller arbeiten – was insbesondere auch bei zukünftigen Filmprojekten eine große Rolle spielen wird. -co-

Altair Engineering GmbH, Böblingen Tel. 07031/6208-0, http://www.altair.de

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