Marktentwicklung

Andrea Gillhuber,

Billionenmarkt Smart Cities

2 Billionen US-Dollar – das ist laut einer Studie von Frost & Sullivan das Marktvolumen, welches „Smart Cities“ bis zum Jahr 2025 weltweit schaffen werden. Technologischer Treiber ist unter anderem Künstliche Intelligenz.

Über 80 Prozent der Bevölkerung in Industrie-ländern werden bis zum Jahr 2050 in Städten leben. In den Entwicklungsländern werden es den Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent sein. Der Aufbau von „intelligenten Städten“, in Englisch „Smart Cities“, soll zu einer Urbanisierung führen, bei der technologische Fortschritte den Kommunen bei der Ressourcenoptimierung helfen, um einen maximalen Wert für die Bevölkerung zu schaffen – sei es finanzieller Art, Zeitgewinn oder eine Verbesserung der Lebensqualität.

Von der Stadt zur „Smart City“
Wann aber ist eine Stadt „smart“? Smart steht zunächst einmal dafür, dass immer mehr Objekte über das Internet verbunden werden und auf Daten oder Ereignisse aus ihrer Umgebung reagieren können. Um dies zu erreichen, wird Informations- und Kommunikationstechnologie, kurz: IKT, in die verschiedenen Bereiche städtischen Lebens integriert. Die Analysten von Frost & Sullivan nennen in ihrer Studie folgende Bereiche, in denen IKT die Stadt „smart“ machen kann:

  • Öffentliche Verwaltung und Bildung: E-Government, elektronische Bildungsangebote, Katastrophenschutz
  • Gesundheitswesen: E-Health, M-Health, verbundene medizinische Geräte
  • Gebäudemanagement: Gebäudeautomatisierung im Bereich Klima, Licht, Sicherheit
  • Smart Mobility: adaptive Verkehrslenkung, Park-raum-Management, nachfragegesteuertes (Maut-)Gebührenmanagement
  • Infrastruktur: Sensor-Netzwerke
  • Digitales Wasser- und Abwasser-Management
  • Kommunikation: 4G-Netzwerkabdeckung mit 5G in Vorbereitung, freie WLAN-Angebote, Ultra-Breitband-Versorgung
  • Energieversorgung: Smart Grids, Smart Meters, intelligente Energiespeicherung
  • Smart Citizen: ökologische Mobilitätsangebote, Plattformen für ehrenamtliches Engagement, Smart Lifestyle
  • Smart Security: Überwachung, Biometrie, Verbrechensvorhersage
  • Künstliche Intelligenz spielt dabei eine Schlüsselrolle in den Bereichen intelligentes Parken, Smart Mobility und Smart Grids, adaptive Signalsteuerung sowie Abfallmanagement in den Smart Cities. Führende Unternehmen wie Google, IBM und Microsoft bleiben weiterhin die wichtigsten Technologie-Innovatoren und treibenden Kräfte bei der Einführung von KI
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„Künstliche Intelligenz (KI) ist der in den vergangenen zwei Jahren am stärksten finanziell geförderte technologische Innovationsraum, mit hohen Investitionen von unabhängigen und Corporate Venture Capital-Gesellschaften,” erklärt Jillian Walker, Principal Consultant der Frost & Sullivan Visionary Innovation Group.

Neun europäische Städte unter den Top 15
Laut der Studie von Frost & Sullivan gilt eine Stadt als smart, wenn sie Aktivitäten in mindestens fünf der oben aufgezählten Bereiche vorweisen kann. In einem komplexen Bewertungsverfahren, bestehend aus qualitativen und quantitativen Faktoren, hat Frost & Sullivan smarte 50 Städte untersucht. Unter den Top-15-Städten sind neun Städte aus Europa (unter anderem Amsterdam, Kopenhagen, London und Paris), vier US-Städte (Chicago, Los Angeles, San Francisco und New York) sowie zwei Städte aus Asien (Singapur und Seoul). Als einzige deutsche Stadt ist Berlin unter den Top 15 (und den 50 betrachteten Städten) vertreten. Etwas überraschend ist, dass Asien mit nur zwei Top-Städten vertreten ist, allerdings zählt Asien bis Jahr 2025 zur am schnellsten wachsenden Region. Dort wiederum wird die Hälfte der smarten Cities in China zu finden sein.

Bis 2025 sollen Smart Cities Geschäftsmöglichkeiten im Wert von voraussichtlich über zwei Billionen US-Dollar generieren. Die technologischen Eckpfeiler aus den oben genannten Bereichen, die zur „Intelligenz“ einer Stadt beitragen, sind unter anderem KI, personalisiertes Gesundheitswesen, Robotik, moderne Fahrerassistenzsysteme (ADAS), dezentrale Energiegewinnung und fünf weitere Technologien.

Europa investiert am meisten Geld
Auch wenn Asien am schnellsten wächst – Nordamerika ist dicht auf den Fersen, weil sich dort viele „Tier-2-Städte“ befinden, die sich darum bemühen, ihr Smart-City-Portfolio auszubauen, zum Beispiel Denver und Portland. Der nordamerikanische Markt für Smart Buildings wächst bis zum Jahr 2020 mit intelligenter Sensorik, Systemen, Hardware, Steuerung und Software auf einen Gesamtwert von 5,64 Milliarden US-Dollar.

In Europa wiederum wird man weltweit die meisten Investitionen in Smart-City-Projekte finden, ausgelöst durch das Engagement der Europäischen Union in Bezug auf die Entwicklung solcher Initiativen.

Den europäischen Markt für App-gestützte Taxi- und Fahrdienste schätzt Frost & Sullivan derzeit auf ein Volumen von 50 Milliarden US-Dollar. Er soll bis 2025 voraussichtlich auf 120 Milliarden ansteigen. Die Analysten sehen darin „eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Smart-Mobility-Lösungen“. Öffentliche Verkehrsmittel kommen in der Studie jedoch nicht vor.

In Lateinamerika entwickeln Städte wie Mexico City, Guadalajara, Bogotá, Santiago, Buenos Aires und Rio de Janeiro Smart-City-Initiativen. In Brasilien erwirtschaften Smart-City-Projekte bis 2021 knapp 20 Prozent der Gesamtumsätze von 3,2 Milliarden US-Dollar im Bereich IoT (Internet of Things).

„Derzeit bieten die meisten Smart-City-Modelle Lösungen in Datensilos, die nicht miteinander vernetzt sind. Die Zukunft besteht aus integrierten Lösungen, die alle vertikalen Branchen auf einer einzigen Plattform vereinen. Das IoT ebnet bereits den Weg für solche Lösungen,“ fügt Vijay Narayanan, Visionary Innovation Senior Research Analyst bei Frost & Sullivan, hinzu.

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