Industrie 4.0 erfahrbar machen

Fraunhofer-Gesellschaft und Hochschule OWL eröffnen Zukunftsfabrik

Im ostwestfälischen Lemgo wurde am 12. April die SmartFactoryOWL eröffnet. Die Forschungs- und Demonstrationsfabrik wurde auf Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe errichtet, um neue Industrie-4.0-Technologien wissenschaftlich zu begleiten, praktisch zu erproben und für KMU erfahrbar zu machen. Der Eröffnungsfeier wohnten hochkarätige Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bei.

Podiumsdiskussion Industrie 4.0: Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold, Dr. Oliver Herrmann, Präsident der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Prof. Dr. Jürgen Beyerer, Leiter Fraunhofer IOSB, Prof. Dr. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums Industrial Automation und Andreas Liebold, Moderator.

Auf Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft und der Hochschule OWL ist für rund fünf Millionen Euro eine einmalige Zukunftsfabrik für die intelligente Automation – die SmartFactoryOWL – entstanden. Ausgestattet mit einer realen IT- und Produktionsumgebung im Wert von weiteren rund fünf Millionen Euro ist sie gleichzeitig Versuchs- und Demonstrationsplattform und Lernumgebung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende. Auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren und können zukünftig optimal auf dem Weg zur digitalisierten Produktion unterstützt werden. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, nicht nur Pionier in dem Feld der Industrie 4.0 zu sein, sondern diese Technologien auch in die Unternehmen zu bringen", so Professor Dr. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums IOSB-INA in Lemgo und Initiator der SmartFactoryOWL. „Auf Projektflächen besteht die Möglichkeit, Maschinen oder Anlagenteile für einen Pilotbetrieb temporär aufzubauen, mit Industrie 4.0-Lösungsbausteinen auszustatten und auf Herz und Nieren zu testen. Damit werden Potentiale und notwendige Investitionsentscheidungen frühzeitig bewertbar", so Jasperneite.

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Besichtigungstour durch die SmartFactoryOWL.

„Die SmartFactoryOWL ist ein echter Meilenstein zur weiteren Profilierung des Wissenschaftsstandortes Lemgo", so Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann. „Mit dieser Forschungsfabrik bündeln wir die Kompetenzen des Instituts für industrielle Informationstechnik und den Forschungsschwerpunkten des Fachbereichs Produktion und Wirtschaft der Hochschule OWL im Bereich der Digitalisierung der Industrie sowie des Fraunhofer-Anwendungszentrums unter einem Dach". Aber auch für die Lehre biete die Forschungsfabrik neue Möglichkeiten. „Ein Markenzeichen der Hochschule OWL ist exzellente, praxisorientierte Lehre. Mit der SmartFactoryOWL gehen wir einen Schritt weiter – wir bieten sogar praxisintegrierte Lehre auf dem Campus in einer realen Fabrikumgebung an", so Herrmann. Gemeinsam mit den Erweiterungen des CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) entstehe so am Standort Lemgo ein Technologiecampus für die industrielle Automation – ein ideales und wichtiges Infrastrukturelement, auch für die Aktivitäten des Spitzenclusters „it’s owl", bei dem die Hochschule OWL und Fraunhofer tragende Säulen sind.

Zur Eröffnung reisten hochkarätige Gäste an. Neben den Initiatoren und Investoren waren Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in NRW und weitere bekannte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft anwesend, um die Demonstratoren und Anlagen der SmartFactoryOWL zu begutachten. Moderator Andreas Liebold führte durch eine Talkrunde, an der auch Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold teilnahm. „Durch die jahrelange enge Kooperation, auch über das Cluster ‚it’s owl‘, ist sehr viel Vertrauen gewachsen und das zahlt sich in Einrichtungen wie der SmartFactoryOWL aus", so Thomann-Stahl. Nach einer technischen Diskussionsrunde zur Industrie 4.0 und der anschließenden Besichtigung der SmartFactoryOWL betonte Minister Michael Groschek die große Bedeutung der Forschungs- und Demonstrationsfabrik für Nordrhein-Westfalen. „Die SmartFactoryOWL ist eine glänzende nordrhein-westfälische Visitenkarte und wird eine Vorbildfunktion für das ganze Land wahrnehmen", sagte Groschek.

Das Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation (IOSB-INA)

Das Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation (IOSB-INA) in Lemgo ist einer von vier Standorten des Fraunhofer IOSB und bietet Auftraggebern aus der IT, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie Ausrüstern und Betreibern von technischen Systemen innovative Hard- und Softwarelösungen in den folgenden Geschäftsfeldbereichen: Industrielles Internet, Intelligente Automation und Mensch-Technik-Interaktion. Hierbei stellen die Vernetzung, Analyse und Überwachung sowie die benutzergerechte Gestaltung technischer Systeme in Verbindung mit Anwendungswissen aus der Automation die Kernkompetenzen des IOSB-INA dar. Die Realisierung der Forschungsfabrik ist ein klares Bekenntnis der Fraunhofer-Gesellschaft zum Ausbau des Standortes Lemgo und eine Stärkung der Spitzenclusterregion Ostwestfalen-Lippe über die Grenzen hinaus.

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Die Hochschule OWL, mit Standorten in Lemgo, Detmold und Höxter, gehört mit über 10 Millionen Euro Drittmitteln zu den forschungsstärksten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland. Zu ihren Profilbereichen gehört unter anderem „Automation/ Produktion/ Arbeit", welcher maßgeblich in der SmartFactoryOWL verankert ist. Wesentlichen Anteil daran hat das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) des Fachbereichs Elektrotechnik und Technische Informatik als eine der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der intelligenten Automation. Durch die Kooperation mit den Forschungsschwerpunkten „ProErgo- Ergonomische Gestaltung von Produktionsmaschinen" und „DiMan-Direkte digitale Fertigung im Kontext der Industrie 4.0" aus dem Fachbereich Produktion und Wirtschaft ist es in der SmartfactoryOWL möglich, Forschungsfragen interdisziplinär aus Sicht der eingesetzten Technologien, der Arbeitsorganisation und des Personaleinsatzes zu bearbeiten.

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