Product Lifecycle Management

Feuriger Flamenco und coole Technik

Das neue 3D CAD/CAM/CAE-System NX 5 von UGS wird auf der Hannover Messe weltweit erstmals gezeigt. Ingenieure sollen mit dieser Sammlung von Werkzeugen erheblich mehr Funktionalität, Flexibilität und Freiheit für die Produktentwicklung erhalten. Bei einer Vorab-Präsentation. im Februar konnte SCOPE-Redakteur Stefan Graf bereits erste Eindrücke sammeln.

Fotos: Stefan Graf

Was haben der Flamenco und die Präsentation einer 3D Konstruktionssoftware gemeinsam? Emotionen, Stolz und Leidenschaft. Zu weit hergeholt? Nicht unbedingt, wenn sich die Schöpfer mit ihrem neuen Produkt nicht nur identifizieren, sondern richtig stolz darauf sind. Vielleicht wählte UGS deshalb das spanische Barcelona als den geeigneten Ort für eine Vorab-Präsentation des neuen 3D CAD/CAM/CAE-Systems NX5 und garnierte diese mit einem feurigen Flamenco-Ensemble. Einer ausgewählten Gruppe von Pressevertretern zeigten die UGS-Manager die wichtigsten Neuerungen bereits vor dem offiziellen Start, der für den 17. April auf der Hannover Messe am Messestand des Unternehmens in der Halle 17 geplant ist.

Der amerikanische Hersteller sieht NX 5 „als wichtigen Meilenstein in der Geschichte von UGS.“ Viele Neuerungen und Verbesserungen sollen die Produktentwicklung beschleunigen und deren Kosten reduzieren sowie die Zusammenarbeit von Engineering-Teams verbessern. Viel Mühe habe man in die Optimierung der Benutzerführung gesteckt, betonte die Entwicklungsleiterin Joan Hirsch. Mit rollenabhängigen Benutzerschnittstellen können Unternehmen zukünftig die Funktionen von NX der Aufgabe und Erfahrung des Anwenders entsprechend anordnen. Neue Anwender sollen damit vom ersten Tag an produktiver und flexibler arbeiten. Viel Gewicht wurde auch auf das Management von Engineering-Prozessen gelegt. Dazu wurde unter anderem das Datenhandling wesentlich vereinfacht, damit Informationen wie beispielsweise Objektnummern, Revisionsstufen, Namen oder Beschreibungen aus dem Produktdaten Management System Teamcenter (PDM) auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Ein verbessertes Concurrent Design soll zudem bei vielen Unternehmen die Nacharbeit reduzieren und die Zusammenarbeit verbessern. Dazu dienen „Schnittstellen” zu Bauteilen, die in Teamcentern veröffentlicht und verwaltet werden. Durch diese Veröffentlichung von Bauteilschnittstellen vereinfachen Unternehmen Einflussanalysen, sparen Änderungsmitteilungen und vermeiden Änderungskonflikte in Concurrent Design Szenarien um bis zu 60 Prozent, verspricht UGS.

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Nicht nur eine Maßnahme zur Kostensenkung, sondern auch gezieltes Wissensmanagement verspricht die Wiederverwendung von bereits erstellten Bauteilen. So zeigt beispielsweise eine Bibliothek Standardteile und wieder verwendbare Inhalte in einer hierarchischen Baumstruktur an. Konstrukteure durchsuchen hier direkt Klassifikationshierarchien, Ordner und Betriebssystemverzeichnisse nach Standard-, Katalog- und Konstruktionsteilen. Um die Auswahl und Platzierung wieder verwendbarer Bauteile weiter zu beschleunigen, wurde in NX eine wissensbasierende Methode implementiert. Die Auswahl und Platzierung von Teilen aus einer Familie wurden anhand der angegebenen Geometrie automatisiert. Anwender können einfach die Icons der Teilefamilie in die Zielgeometrie des Modells ziehen – die Software entnimmt das richtige „Familienmitglied“ und positioniert es automatisch. Diese Technik soll Mausklicks und Arbeitszeit bei typischen Konstruktionsaufgaben mit der CAD-Software um mehr als 80 Prozent gegenüber früheren Versionen reduzieren.

Bislang ließ das Handling mit großen Baugruppen den Anwender manchmal verzweifeln. UGS verspricht nun den Leistungsdurchbruch für große Baugruppen. Grundlegende Änderungen der Architektur sollen hier Abhilfe schaffen. Als Basis hierzu dient das Datenformat JT von UGS und die Direct Modeling Technologie für speicheroptimierte, schnelle Visualisierung und Multi-CAD Zusammenarbeit. Der Einsatz von JT soll das Ausführen von Operationen ohne Verwendung der hochgenauen Solidgeometrie ermöglichen. Außerdem erhöht das JT-Format die Baugruppenkapazität und die Leistung von NX, während Speicherbedarf und Rendering-Zeiten verringert werden. Testfälle mit typischen großen Baugruppen sollen über 60 Prozent geringeren Speicherbedarf und über 65 Prozent schnellere Bildwiederholraten ergeben haben.

Die Liste der neuen Funktionen und Verbesserungen ist lang und umfasst auch Bereiche wie Blechbearbeitung, Form- und Elektrodenkonstruktion sowie umfangreiche Werkzeuge für den CAM-Bereich. Hier wären beispielsweise die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung, Optionen für die Multifunktions- und 5-Achs-Bearbeitung sowie die Automatisierung der NC Programmierung zu nennen. Joan Hirsch, Vice President und verantwortlich für die Entwicklung der Software, brachte ihren Stolz und Zuversicht auf den Punkt: „Wir sind uns sicher, mit NX5 die branchenweit umfassendste Suite integrierter CAD-, CAE- und CAM-Lösungen zu haben.“

Stefan Graf / graf@hoppenstedt.de

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