Fachverband Elektrische Automation, Hannover Messe

Der Kaffeebecher aus der Fertigungslinie

Automatisierung hautnah erleben: Maschinenbauer, Roboterhersteller und Automationsanbieter zeigen auf der Hannover Messe mit der Sonderschau "Application Park" komplette Produktionslösungen.

Im „Application Park“ in Halle 17 erwartet den Besucher eine reale Fertigungslinie, die den nahtlosen Informationsfluss vom ERP-System bis in den Sensor zeigt.

Durch die Verwendung weltweit akzeptierter IT-Standards in der Automatisierungstechnik wird ein durchgängiger Datenaustausch von der Feld- bis in die Unternehmensleitebene möglich. Den Beweis dafür wollen Phoenix Contact und elf Partner in einer Fertigungslinie antreten, die auf der Hannover Messe 2007 im Rahmen des „Application Park“, einem Gemeinschaftsprojekt von VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und der Deutschen Messe, in Halle 17 präsentiert wird. Namhafte Unternehmen wie Axelius, Bosch Rexroth, Digicolor, Festo, Kuka, MPDV, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, Rittal, Sick und Trumpf wollen dort ein Kommunikationskonzept ohne Systembrüche zeigen.

Damit Automation auch wirklich „fassbar“ wird, können sich Besucher ihren persönlichen Kaffeebecher vor Ort am PC bestellen, die individuelle Fertigung und Bedruckung im Prozess verfolgen und den fertig verpackten Becher dann im Auslieferungs-Depot abholen. Dazu baut Phoenix Contact auf 300 qm Ausstellungsfläche eine komplette Fertigungslinie auf, die aus einzelnen Bearbeitungsstationen besteht.

In der ersten Station wird die Bestellung inklusive Beschriftung über das SAP-System erfasst. Mittels einer individuellen RFID-Kennung kann der Besucher dann den Auftragsfortschritt an vier verschiedenen Terminals in der Linie verfolgen. Der MES-Arbeitsplatz (Manufacturing Execution System) erlaubt einen Blick auf die Feinplanung im Hydra-Leitstand von der Firma MPDV. Großbildschirme ermöglichen zudem jederzeit einen aktuellen Überblick zu den Aufträgen und zum Maschinenstatus. Der Kaffeebecher wird von einer Spritzgießmaschine produziert, in der Laserstation beschriftet, danach auf einwandfreie Qualität geprüft, in einen Karton verpackt und im Depot gelagert. Hat sich der Besucher durch seine RFID-Kennung identifiziert, wird ihm sein persönlicher Becher ausgehändigt.

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Interessant ist die IT-Basis hierfür, denn das Produktionskonzept dieser Linie erfordert einen schnellen und nahtlosen Informationsfluss vom SAP-System über das MES bis zu den Steuerungen und Feldgeräten. Als Bindeglied zwischen dem ERP und der Automatisierungsebene ist das MES Hydra für den durchgängigen Informationsfluss verantwortlich. Die im SAP freigegebenen Fertigungsaufträge werden über die zertifizierte PP-PDC-Schnittstelle in das MES transferiert. Dort werden Sie im Leitstand auf die einzelnen Arbeitsgänge eingeplant. Darüber hinaus fungiert das MES als Datendrehscheibe und stellt allen Anwendern im gesamten Unternehmen, vom Controlling bis hin zum Werker, Übersichten und Auswertungen zur Verfügung. Über die OPC-Schnittstelle werden dazu von jeder Maschine (Spritzgussmaschine, Lasergerät, Prüfstation, Verpackungsanlage, Lager und Roboter) im Application Park die Maschinen- und Prozessdaten in Echtzeit automatisch ins MES übernommen. Nach Auftragsende werden die Ist-Daten vom MES an SAP zurückgemeldet, so dass auch das ERP vom nahtlosen Datenfluss profitiert. Und wer nach soviel Technik seinen personifizierten Kaffeebecher in Händen hält, fühlt sich fast wie bei der „Sendung mit der Maus“. Stefan Graf / graf@hoppenstedt.de

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