ERP-Komplettlösung, Pressen

Veredelte Produktion

Von der Konstruktion über die Produktionsplanung bis hin zur Fertigungsebene hat Wemhöner seine Prozesse in einem System integriert. Psipenta verfügt über MES-Funktionalitäten und ermöglicht so etwa ein Forecasting und die Nachkalkulation. Als ein Ergebnis konnte der Hersteller von Anlagen zur Veredelung von Holzwerkstoffen beispielsweise seinen Datenerfassungs- aufwand um 70 Prozent reduzieren.

ERP macht´s möglich: Wird eine Pressenanlage von Wemhöner ausgeliefert und beim Kunden aufgestellt, werden in der Regel bereits in dieser Phase Kundendienstaufträge ausgelöst. Änderungswünsche des Kunden an der Anlage laufen gleich ins ERP-System, was den Erfassungsaufwands erheblich reduziert.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie Ihr Laminatfussboden hergestellt wurde? Oder die Holzveredelung im Innenraum Ihrer Limousine? Sie haben Teppichboden und fahren einen Kleinwagen? Auch dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie bereits mit Produkten in Berührung kamen, die auf Wemhöner-Maschinen gefertigt wurden. Denn die Wemhöner Surface Technologies in Herford stellt Maschinen und Anlagen für die Veredelung von Holzwerkstoffen her. 2003 führte das Unternehmen ein neues ERP-System ein. Den Aufwand, vorher ein Pflichtenheft zu erstellen, betrieb man damals nicht. „So etwas legt dem neuen System lediglich eine Momentaufnahme des Unternehmens zu Grunde“, erläutert Norbert Wagner, verantwortlich für DV und Organisation. Stattdessen entwickelte ein Projektteam sechzehn Punkte, die die neue Software erfüllen musste. „Wir sind Anlagenbauer“, erläutert Wagner, „wir bauen also im Prinzip die Stückzahl Eins und haben dabei meist recht lange Beschaffungszeiten.“ Die Kernkomponenten bilden dabei etwa Rahmenbleche oder große Heizplatten mit Lieferzeiten von zwei bis vier Monaten. Wagner erinnert sich: „Ein Anbieter erfüllte immerhin 13 Punkte, die anderen höchstens acht.“ Seitdem ist in Herford die ERP-Komplettlösung Psipenta der Berliner Psipenta Software Systems im Einsatz. Seit Anfang 2010 in der Version 7.1.3.

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Mitte 2009 bemerkten Wagner und seine Kollegen ein Nachlassen der Performance. Das führte zwar nicht ständig zu kritischen Situationen, aber zu bestimmten Zeiten, etwa bei Inventuren oder größeren Nachkalkulationen, merkte man schon, dass die eingesetzten HP Unix-Rechner an ihre Grenzen stießen. So entstand die Idee, mit dem nächsten Software-Release auch neue Hardware anzuschaffen. Außerdem wollte man im Backbone- beziehungsweise Serverbereich nur noch Linux als Betriebssystem einsetzen. Die Hardwarekosten für proprietäre Unix-Systeme waren den Verantwortlichen einfach zu hoch.
Daher beauftragte man den externen Softwarepartner Perfact mit dem Ausbau der IT-Infrastruktur und der Verteilung der Server auf zwei getrennte Serverräume, um die Ausfallsicherheit der Applikationen zu gewährleisten. So läuft jeweils die Hälfte der Dienste auf einem Serverknoten. Und sollte wegen einer Störung einmal einer ausfallen, ist der andere in der Lage, innerhalb von 30 Sekunden alle Dienste zu sich zu migrieren.

Diese Konstellation garantiert nicht nur die größtmögliche Ausfallsicherheit, sondern auch eine hohe Flexibilität. Sollen etwa in einem Server Platten zur Kapazitätserweiterung hinzugefügt werden, schaltet man ihn einfach komplett ab und alles läuft auf dem anderen Server weiter. So lässt sich auch problemlos ein größeres Update testen. Die Implementierung des neuen Betriebssystems und des neuen Release führte Perfact auf diese Weise einschließlich der Tests ohne Schwierigkeiten in wenigen Wochen durch. Als „rasch und schmerzlos“ charakterisiert Wagner diese Phase.

In die Lösung hat Wemhöner auch MES-Module wie BDE und PZ der Berliner integriert. „Das ermöglicht uns Nachkalkulationen, Forecasts und Planungen“, legt Wagner dar, der außerdem viel Wert auf die Integration der Konstruktion in die Fertigung legt. „Wir haben ein EDM-System im Einsatz, mit dem Zeichnungen über Psipenta in alle Ecken und Enden der Firma getragen werden und sich über ein BDE-Terminal ausdrucken lassen“, so der DV-Projektleiter. Weiter berichtet er: „Damit ist die gesamte Prozesskette von der Konstruktion über die Produktionsplanung bis auf die Fertigungsebene in einem System integriert.“
Wichtig sind für Wagner im neuen Release auch Objekte im Projektbereich, die verschiedene Fertigungsaufträge zu einem Projekt zusammenfassen. Eine Anlage – 120 Meter lang, 30 Meter breit und acht Meter hoch – kann aus 10 oder 20 verschiedenen Einzelmaschinen bestehen, die verkettet arbeiten. Wird so eine Maschine ausgeliefert und beim Kunden aufgestellt, werden in der Regel bereits in dieser Phase Kundendienstaufträge ausgelöst. Sei es, dass etwas kaputt ging oder auch, dass der Kunde Änderungswünsche während der Aufstellung hat. Auf jeden Fall ändern sich die Anlagenteile. Hier kommen dann die Projektobjekte zum Einsatz, in denen nicht nur die Anlagenaufträge verzeichnet sind, sondern auch Ersatzteilaufträge und eventuelle Nachlieferungen. „Denn bei 100.000 Stücklistenpositionen kann schon mal etwas fehlen“, meint Wagner. Noch vor wenigen Jahren war der allgemein übliche Weg einer Bestellung das Fax. Professor Schuh von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen machte sich in einem Forschungsprojekt mit einer Reihe von Partnern daran, diesen Kommunikationsweg durch eine Automatisierung zu ersetzen. Einer dieser Entwicklungspartner war und ist die Psipenta GmbH. Gemeinsam entwickelte man die Kommunikationsplattform My Open Factory und brachte sie zur Serienreife.

„Große Zulieferer haben gerne automatische Abläufe“, weiß Wagner. Also nutzt Wemhöner die Kommunikationsplattform, indem etwa Bestelldaten über einen im ERP-System integrierten Adapter auf einen spezifischen Standard transformiert werden und stellt die Daten auf den My Open Factory-Server. Der Lieferant bildet mit seinem Adapter seine eigenen proprietären Einstellungen daraus. Im Gegensatz zum Fax kommen auch die Auftragsbestätigungen auf diesem Weg zurück und laufen automatisch in Psipenta, wenn die Bestelldaten den Bestätigungsdaten entsprechen. Außerdem laufen abweichende Bestätigungen laufen in einem Client auf und können dort vom Einkäufer bewertet werden. Volker Vorburg/hs

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