Anwenderbericht

Durchblick im Formenbau

Als Präzisionsformenbau ist der Name Pfletschinger und Gauch ein fester Begriff für Multikavitäts- und Mehrkomponentenformen in der Medizin- und Pharmatechnik sowie in der Telekommunikations- und Elektroindustrie. In mittlerweile dritter Generation setzt das Unternehmer-Duo die Segel für die Zukunft des 50-köpfigen Teams und vertraut bei der betrieblichen Organisation und Steuerung auf Segoni Futur.

"Früher hatten wir mehrere Systeme parallel im Einsatz: Ein selbstgestricktes Tool zur Vorkalkulation und eine Werkzeug-Branchenlösung für die Auftragsverwaltung und Nachkalkulation", beschreibt der kaufmännische Geschäftsführer Michael Gauch die Ausgangssituation. "Zur besseren Unterstützung der Arbeitsvorbereitung wurde das vorhandene PPS-System durch eine weitere Software zur Fertigungsplanung ergänzt. Diese Konstellation war aufgrund der fehlenden Durchgängigkeit und redundanter Datenhaltung nicht zufriedenstellend. Insbesondere Gegenüberstellung und Auswertung von Vor- und Nachkalkulation aus den verschiedenen Systemen war sehr aufwändig. Zielstellung war für uns also ganz klar unseren Formenbau mit einem durchgängigen System aus einem Guss abzubilden. Einmal eingegebene Daten sollten dabei von Vertrieb, Verwaltung und Fertigung inklusive der notwendigen Auswertungen gleichermaßen genutzt werden können."

Gesucht: System aus einem Guss

"Dazu haben wir verschiedene Softwarelösungen gesichtet, wobei wir uns relativ schnell mit SEGONI und der damit verbundenen Fertigungsphilosophie identifizieren konnten", berichtet der technische Geschäftsführer Roland Pfletschinger und ergänzt: "Eine Präsentation in unserem Hause sowie der Besuch bei einem langjährigen Segoni-Anwender in ähnlicher Betriebsgröße bestätigten unseren positiven Eindruck. Überzeugt hat uns, dass Segoni im Gegensatz zu anderen PPS-Systemen auf einem Konzept zur Fertigungsorganisation basiert." Michael Gauch fügt ergänzend hinzu: "Die Tatsache, dass Segoni eine praxisnahe Lösung für den Werkzeugbau bzw. die Einzel- & Kleinserienfertigung bietet und diese Philosophie tatsächlich lebt, hat dazu geführt, relativ schnell Nägel mit Köpfen zu machen. Nicht unerwähnt lassen möchten wir die Unterstützung unserer Mitarbeiter, die aus unserer Sicht entscheidend für eine erfolgreiche Einführung war. So nutzten wir das Sommerloch 2009 für den Wechsel zu Segoni Futur in unserem Formenbau." Zu Beginn des Projekts stand ein eintägiger Workshop in dem die Maschinen- und Personalstundensätze ermittelt wurden. Danach wurde sich mit den zukünftigen Ablaufstrukturen im Formenbau auseinandergesetzt und detailliert verschiedene Ablaufvarianten diskutiert, um letztlich eine einheitliche Herangehensweise und Ablaufsystematik zu fixieren. Projektleiter Theodor Neumaier gewährt Einblicke in die Herangehensweise von Segoni: "Zum Zeitpunkt der Anfrage für ein Werkzeug nehmen wir die Grobkalkulation zur Hilfe. Mit dieser wird ein Werkzeug sozusagen als "Ganzes" Werkzeug betrachten. Nur die Anfragen, die vom Kunden tatsächlich beauftragt werden, unterziehen wir der sogenannten Feinkalkulation, die auch Arbeitsvorbereitung oder Arbeitsplanerstellung genannt werden könnte. Sobald die Konstruktion vorliegt, ist es Aufgabe der Arbeitsvorbereitung, das "eine grosse Projekt Werkzeug" in seine Stücklistenpositionen aufgegliedert weiter zu verarbeiten. Schlussendlich bedeutet dies, dass Pfletschinger & Gauch für jede Stücklistenposition einen bauteilspezifischen Arbeitsplan erstellt, der das einzelne Bauteil auf seiner individuellen Reise durch die Fertigung begleitet und gleichzeitig zur Identifizierung und Dokumentation dient. Für weitere Transparenz sorgt dabei eine Systematik aus Regalen und Kisten, die gemeinsam mit dem Plochinger Formenbau umgesetzt wurde."

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Organisation = Verstehen was zu tun ist

Die Grundschulung der Software beanspruchte drei Tage. Dann wurden bereits Kalkulationen, Angebote und vor allem die Arbeitspläne eines jeden Bauteils im Segoni PPMS erstellt und in die Fertigung geleitet. ¿Der größte Fortschritt war ab diesem Zeitpunkt, dass wir die Regalsystematik eingeführt und die Fertigung mit Arbeitsplänen geflutet haben¿ erinnert sich Michael Gauch, dessen Partner Roland Pfletschinger hinzufügt: "Wir haben im Grunde parallel angefangen: Auf der einen Seite die Angebotskalkulation im Vertrieb, auf der anderen Seite die Erstellung von Arbeitsplänen für die Fertigung durch die AV." Das Altsystem lief, mit entsprechendem Mehraufwand, über etwa drei Monate noch parallel und wurde dann zum Ende des Jahres abgeschaltet. Es wird also der gesamte Prozess von der Offert-Kalkulation bis zur Auslieferung des Werkzeugs in Segoni Futur abgebildet und gesteuert.

Transparenz erzeugt Ruhe im Tagesgeschäft

Auf die Frage, was sich im Tagesgeschäfts verändert hat, antwortet Michael Gauch: "Die Auslastung der einzelnen Bereiche kann besser eingeschätzt werden, ausserdem ist die Terminplanung und ¿kontrolle deutlich transparenter." Roland Pfletschinger schildert seine Eindrücke wie folgt: "Aus meiner Sicht sind unsere Arbeitsvorbereitung sowie die Fertigung übersichtlicher, verbindlicher und auch definierter geworden. Der Materialfluß in der Fertigung ist durch die Arbeitspläne und das Regalsystem deutlich verbessert worden. Dementsprechend gibt es weniger Nachfragen, Missverständnisse und die daraus resultierenden Folgeprobleme, sprich Kosten. Die durch SEGONI spürbar erhöhte Transparenz bezieht sich dabei nicht nur auf die Werker, sondern durchaus auch auf die Führungs- und Administrationsebene. So nutzt und lernt auch das Projektmanagement aus den über die Projektdauer gewonnenen Informationen." Bei der Re-Zertifizierung spielte das Thema dann auch eine zentrale Rolle. Zum Zeitpunkt des Audits war Pfletschinger & Gauch systemseitig gerade im Umbruch. Der Auditor konnte somit die alte Herangehensweise mit der von SEGONI.FUTUR direkt vergleichen und bewertete diese als maßgebliche Verbesserung der innerbetrieblichen Prozesslandschaft. Nach Meinung der beiden Unternehmenslenker haben die Mitarbeiter das neue System schnell angenommen. "Die Umstellung auf das neue System, verbunden mit der Auftragszeiterfassung mittels Barcode-Scanner, verlief problemlos und war innerhalb von zwei Wochen gegessen. Wir haben uns dazu aus jeder Abteilung einen Mitarbeiter quasi als Speerspitze herausgenommen und intensiv geschult. Diese Mitarbeiter unterstützen ihre Kollegen bei der Einführung des Systems und fungieren nach wie vor als Ansprechpartner. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt".

Arbeitsplan als Informationsdrehscheibe in der Fertigung

"Unsere Arbeitspläne enthalten alle zur Fertigung erforderlichen Informationen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die von der AV kalkulierten Zeiten auf den Arbeitsplänen aus zu weisen. In unserem Verständnis hat das aber nichts mit einer Bevormundung der Mitarbeiter zu tun. Gemeinsames Ziel muss es sein, unsere Planungssicherheit zu verbessern.Wir wollen voneinander lernen!" bekräftigt Roland Pfletschinger. Meister Wolfgang Haible, unter anderem verantwortlich für den Bereich Montage/Formenbau, empfindet die Schnellübersicht als große Hilfe. Hier ist dargestellt welche Einzelteile eines Werkzeuges sich in welcher Abteilung befinden bzw. welche Arbeitsgänge in welcher Terminschiene noch zu leisten sind. An einem Fertigungsterminal können sich auch die Werkzeugmacher über den Fortschritt der mechanischen Fertigung informieren. Vereinfacht hat sich durch Segoni beispielsweise auch die Urlaubsübergabe zwischen den beiden Meistern. "Früher wurden sich Tage vorher zusammengesetzt und Listen geschrieben Jetzt gehen Sie anhand der Auswertungen zwei, drei kritische Projekte durch und der Rest ist eben dokumentiert", so Roland Pfletschinger.

Fazit: Es war gut, die ruhigere Zeit genutzt zu haben

"Unsere Hauptziele sind eine verbesserte Termin- und Planungssicherheit sowie Kostentransparenz unserer Projekte", so Michael Gauch. Gemeinsam fassen die beiden Geschäftsführer zusammen: "Auch wenn noch nicht alles rund läuft, wir befinden uns auf dem richtigen Weg! Als abschließendes Fazit können wir feststellen, dass es eine gute Entscheidung war, die durch die Wirtschaftskrise bedingt ruhigere Zeit zu nutzen, um Segoni Futur in unserem Formenbau einzuführen. Wir profitieren täglich von dieser Entscheidung." lg

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