Smart Industry

Disaster Recovery: Wie Phönix aus der Asche

Oft ist die Ursache klein, der Schaden allerdings groß: Ein Brand und reichlich Löschwasser reichen aus, um Datenspeicher zu zerstören und einen Produktionsausfall hervorzurufen, der im schlimmsten Fall das Ende der ganzen Firma bedeuten kann. Audits und Qualitätskontrollen bemängeln immer häufiger die fehlende Absicherung der Betriebskontinuität. Inzwischen liefert die IT selbst eine einfache Disaster-Recovery-Möglichkeit mittels Virtualisierung und Cloud Storage: Daten, Programme und Konfigurationen werden auf gemietetem Speicher in externen Rechenzentren gesichert – ein virtuelles, jederzeit einsatzbereites Abbild des Unternehmens. Ein bewährter Cloud-Dienstleister bietet das System jetzt sogar auf Servern im sicheren, deutschen Rechtsraum an.
Was sich das Feuer nicht holt, zerstört das Wasser: Viele Katastrophen beschädigen nicht nur Daten, sondern auch Hardware. (Foto: Paul-Georg Meister, pixelio.de)

Es ist im wahrsten Sinn ein Spiel mit dem Feuer: Obwohl heute fast jedes Unternehmen am seidenen Faden der IT hängt, werden Notfall-Pläne oft nur stiefmütterlich behandelt. Zu groß ist der Aufwand, zu teuer die Vorsorge. Wie hoch die Kosten der System-Down-Times sein können, zeigte 2010 eine Studie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Aberdeen Research: Der durchschnittliche Industriebetrieb lag dabei mit rund 14 Ausfallstunden bei einem jährlichen Schaden von 1,22 Millionen Euro. Die am besten abgesicherten Firmen verzeichneten dagegen nur 1,2 Stunden Stillstand und einen Verlust von etwa 57.000 Euro. Dennoch wiegen sich viele Geschäftsführer vor allem kleiner und mittelständischer Betriebe mit der Feststellung „Uns kann nichts passieren, wir haben Backup-Bänder“ in Sicherheit – bis es um die Aufbewahrung der Backups geht. Denn die meist übliche Lagerung neben dem Server oder im Büro der Sekretärin verspricht wenig Schutz bei einem Brand oder einer anderen Katastrophe.

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Wirtschaftsprüfer weisen immer häufiger auf den fehlenden Disaster-Recovery-Plan hin, Audits und Ratings achten zunehmend auf Maßnahmen zur Betriebskontinuität. „Dabei geht es aber nicht allein um die Daten. Die Katastrophe zerstört in der Regel auch die Hardware, so dass selbst mit Backup alle Räder stillstehen bis Ersatzgeräte beschafft sind“, erklärt Axel Dunkel, Geschäftsführer des gleichnamigen IT Service Providers. Einzige Absicherung dagegen wäre ein zweiter Serverkomplex als Ersatz für den Ernstfall. „Diese Redundanz können sich aber Klein- und Mittelständler nicht leisten.“ Der Computerexperte, der sich bereits seit 1984 mit IT-Sicherheit und hochverfügbaren Systemen beschäftigt, geht daher einen anderen Weg und bietet Unternehmen seit Kurzem eine Cloud-Lösung an.

Virtuelles System-Abbild überbrückt Ausfälle

Kernkomponente dabei sind so genannte Virtuelle Maschinen (VM), digitale Abbilder von Systemen mitsamt aller Daten und Konfigurationen. Diese werden in der Cloud, einem flexibel skalierbaren Speicherplatz in einem externen Rechenzentrum, abgelegt und können im Notfall als Ersatz für ihre realen Vorbilder herangezogen werden. „Wie schnell das geht, hängt von der gewünschten Art der Speicherung ab“, so Dunkel. Im einfachsten Fall können die VMs innerhalb von Minuten hochgefahren werden und sind sofort einsatzbereit, um die Geschäfte weiterzuführen.

Sicherheit ist ein entscheidender Aspekt der Cloud-Disaster-Recovery: Die beiden Rechenzentren, mit denen die Dunkel GmbH arbeitet, liegen in Frankfurt am Main, also auf deutschem Rechtsgebiet. Unsicherheiten bezüglich des Datenschutzes, wie sie bei ausländischen Cloud-Anbietern entstehen können, wird dadurch vorgebeugt. Zutritt zu den Zentren hat nur autorisiertes Personal nach einer Pass-Kontrolle. Auch steht den Nutzern die Möglichkeit offen, den Zugang zu ihren Daten zusätzlich zu schützen, indem sie die Informationen entweder bereits im eigenen System verschlüsseln und so ins Rechenzentrum speichern oder sie während der Übertragung chiffrieren. Um die Verfügbarkeit der VMs zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, können sie im Wartungs- oder Störungsfall einfach auf einen anderen Server verschoben werden. Bei einem kompletten Serverausfall gewährleistet ein Storage-Area-Network (SAN), das zusätzlich noch gespiegelt – also in Echtzeit dupliziert – wird, dass das gesicherte System problemlos und mit allen Daten auf einem anderen Server neu gestartet werden kann. Damit übersteigen die Vorkehrungen gegen unbefugten Zugriff wie auch gegen Ausfälle der virtuellen Infrastruktur deutlich die internen Datenschutz- und Sicherungsmaßnahmen vieler Firmen.

Wie oft die Daten und Konfigurationen aus dem Unternehmen in die Cloud übertragen werden sollen, kann der Nutzer selbst entscheiden. Der Idealfall ist eine Speicherung fast in Echtzeit, so dass die VM bis auf wenige Minuten dem aktuellen Stand entspricht. Der zeitliche Verzug wird dabei nur von der Bandbreite der Datenleitung bestimmt. „Auf die interne Systemleistung hat diese Art der Spiegelung keinen Einfluss, die Performance im laufenden Betrieb bleibt gleich“, so IT-Spezialist Dunkel.

Der umgekehrte Weg wird genutzt, wenn durch die Katastrophe auch die Server selbst zerstört wurden und neue Hardware mit Daten befüllt werden soll: Während des Ausfalls im Unternehmen werden die virtuellen Anlagen zum primären System und tragen alle Prozesse des Tagesgeschäfts. Sobald die Ersatz-IT steht, werden die VMs wie bei der Sicherung auf die Unternehmensserver gespiegelt. Ist das System vollständig übertragen, lässt sich der Ablauf wieder zur herkömmlichen Beziehung umdrehen. „Je nach Datenmenge und Sicherungsart merkt der Nutzer kaum, auf welcher Plattform er sich gerade bewegt“, erklärt der Entwickler. „Was die Original-Server leisteten, bietet auch die VM.“ Selbst komplexe Spezifikationen des ursprünglichen Systems, wie etwa Verbindungen zu Home-Office-Arbeitsplätzen, bilden die virtuellen Server ab. -sg-

Dunkel GmbH, Hattersheim, Tel. 06190/889-0, http://www.dunkel.de

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