Smart Industry

Babylonische Zustände vermeiden

Die Continental AG, einer der weltweit führenden Automobilzulieferer, nutzt zur Optimierung von Prozessen und Kosten eine Lösung für das Übersetzungsmanagement. Eine Server basierte Workflow-Installation erlaubt dem Unternehmen eine effizientere Steuerung von globalen Übersetzungsprojekten mit mehreren Sprachen, bei denen interne und externe Ressourcen koordiniert werden müssen. Dank der Straffung des gesamten Übersetzungsprozesses hat sich der administrative Aufwand spürbar reduziert und das sprichwörtliche »babylonische Sprachengewirr« wird vermieden.
Terminologie-Datenbank und Translation Memories tragen zu einer Reduzierung der Übersetzungskosten bei.

Die Continental AG erlebt derzeit nicht nur als Automobilzulieferer schwere Zeiten. Auch der geplante Zusammenschluss mit der Schaeffler-Gruppe brachte viele Probleme mit sich. Deshalb müssen nicht nur Kosten reduziert, sondern auch Prozesse optimiert werden. Unternehmensprozesse müssen so effizient und schlank wie möglich gestaltet werden, damit Einsparungen möglich sind. Bereits seit einigen Jahren verfolgt Continental gezielt diesen Ansatz. Für einen Konzern mit weltweit rund 140.000 Mitarbeitern in 35 Ländern und einem Umsatz von rund 24,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2008 ist dies kein leichtes Unterfangen. Denn global zu agieren hat viele Auswirkungen auf alle Unternehmensprozesse. Dazu zählen – mit einem beträchtlichen Kostenvolumen – auch Lokalisierung und Übersetzung von Unternehmensinhalten wie beispielsweise Anleitungen, Produktbeschreibungen und Zertifizierungen, aber auch Webseiten und Marketingmaterial.

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Das Unternehmen begriff schnell, dass es für die optimierte Steuerung und Prozessoptimierung von mehrsprachigen Lokalisierungsprojekten, bei denen die interne Mannschaft mit externen Übersetzungsbüros und Freelancern zusammenarbeiten, nicht auf das Know-how von Branchenexperten für das globale Informationsmanagement verzichten durfte und holte sich SDL Trados Technologies an Bord. Der Anbieter im Bereich globales Informationsmanagement (GIM) bietet Technologielösungen, mit denen Unternehmen die Erstellung und Bereitstellung mehrsprachiger Inhalte für internationale Märkte beschleunigen können. SDL hat bereits über 500 Unternehmenslösungen für globales Informationsmanagement implementiert, weltweit sind mehr als 170.000 Softwarelizenzen im Einsatz.

Vielsprachiger Service

Continental bietet die Lokalisierungsleistungen intern als Service, die jeder im Konzern in Anspruch nehmen kann, aber nicht muss. Einzelne Unternehmensbereiche und die zentrale Unternehmenskommunikation machen von dem Angebot jedoch so rege Gebrauch, dass sich das Auftragsvolumen allein in den letzten drei Jahren um 50 Prozent erhöht hat – seien es E-Mails, Pressemitteilungen, Geschäftsberichte, Verträge, Produktbroschüren, Spezifikationen oder technische Handbücher.

Zielsprachen sind neben der Konzernsprache Englisch alle anderen europäischen Hauptsprachen sowie einige osteuropäische Sprachen, beispielsweise Rumänisch oder Tschechisch, und vereinzelt auch Chinesisch. Außerdem schreiben viele ausländische Mitarbeiter im Konzern ihre Texte zunächst auf Englisch und lassen sie dann ins Deutsche übersetzen. Die größte Herausforderung für die Übersetzer ist jedoch der Zeitdruck, der in den letzten Jahren spürbar zugenommen hat. Kleinere und mittelgroße Projekte müssen die Übersetzer in wenigen Stunden abwickeln. Bei größeren Projekten in mehreren Sprachen arbeitet Continental zudem mit externen Übersetzungsbüros oder freiberuflichen Kollegen zusammen. Das stellt hohe Anforderungen an das Projekt-Management. Eine weitere Schwierigkeit bei der Fremdvergabe besteht darin, den externen Partnern alle erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie für eine korrekte Übersetzung benötigen.

Seit einigen Jahren setzt Continental die SDL Trados Technologies-Software für das Übersetzungsmanagement ein und kann dadurch schon signifikante Effektivitätssteigerungen erzielen. Ein Feature, das die Software beispielsweise bietet, ist das Matchen, bei dem zwei Versionen eines Ausgangsdokuments verglichen und identische Passagen aus der früheren Übersetzung übernommen werden können.

Verbesserter Workflow

Ein weiteres Plus für Continental ist die Konkordanzsuche, eine Art Volltextsuche, mit der ähnliche Übersetzungen gefunden werden. Die Wiederverwendung bestehender Inhalte spart dem Unternehmen viel Zeit bei der Übersetzung und senkt die Kosten bei der externen Vergabe. Um größere, mehrsprachige Übersetzungsprojekte noch besser steuern zu können, ergänzte Continental das bestehende Übersetzungsmanagement um die Server-basierte Workflow-Lösung SDL Teamworks. Die Software bietet unter anderem die Möglichkeit, die Auslastung der zur Verfügung stehenden Ressourcen zu analysieren und die Aufgaben unter Zeit- und Kostengesichtspunkten optimal zu verteilen. Früher mussten die Informationen an die externen Übersetzungspartner über Telefon und E-Mail kommuniziert werden und das ließ den Zeitaufwand für die Aufbereitung der Daten und die Abstimmung erheblich in die Höhe schießen. Der Einsatz von SDL Teamworks senkt den Verwaltungsaufwand bei Continental um etwa 20 Prozent und ermöglicht es dem Unternehmen zudem, die harten Deadlines gerade bei Projekten im Bereich der Unternehmenskommunikation einzuhalten.

Die Lösung läuft bei Continental in Hannover auf einem eigenen Server, auf dem auch die Translation Memories liegen. Sowohl die internen Übersetzer, als auch die externen Übersetzungsbüros und die Freelancer sind mit SDL Teamworks-Clients ausgestattet. Die Partner greifen über eine geschützte VPN-Verbindung (Virtual Private Network) auf den Server zu und holen sich von dort ihre Übersetzungsaufträge und die dazu gehörigen Daten. Auf die Nutzung webbasierter Clients hat man aus Sicherheitsgründen verzichtet. Im Intranet gibt es ein Portal, über das die Mitarbeiter ihre Übersetzungsaufträge einstellen können.

Die Investition in die Lösung machte sich für Continental schnell bezahlt: Diese erlaubt eine wesentlich effizientere Steuerung der Übersetzungsprojekte, angefangen von der Aufbereitung der Daten für mehrere Sprachen. Der Projektmanager kann bei der Auftragsvergabe die Auslastung der in Frage kommenden Ressourcen überprüfen und die Projekte den Partnern zuweisen, die sie in der vorgegebenen Frist bewältigen können. Außerdem kann er jederzeit die Arbeitsfortschritte nachvollziehen, sofern die Übersetzer aufgefordert sind, den Projektstatus zurückzumelden. Nicht zuletzt dank der Transparenz im Prozess erreicht Continental sowohl bei den internen, als auch bei den externen Übersetzungen eine Trefferquote von 98 Prozent, was die Termineinhaltung anbelangt. Dank der besseren Wiederverwendung der bereits übersetzten Informationen und der Straffung des gesamten Übersetzungsprozesses hat sich seitdem der Kostenaufwand pro Jahr um 20 Prozent reduziert. Außerdem profitierte der Konzern von erheblichen Qualitätsverbesserungen in den übersetzten Texten durch die Vereinheitlichung der Terminologie mit SDL Multiterm Server. Die Vorgaben des Managements in punkto Zeit- und Kosteneinsparungen konnten voll erreicht werden. -sg-

Continental AG, Hannover Tel. 0511/938-01, http://www.conti.de

SDL Trados Technologies, Stuttgart Tel. 0711/78060-0, http://www.sdl.com/de

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