Investitionen in IoT erhöht

Bosch setzt auf Künstliche Intelligenz

Die Bosch-Gruppe hat 2016 erneut ihren Umsatz gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um nominal 3,5 Prozent auf rund 73,1 Milliarden Euro. Bis 2021 will das Unternehmen rund 300 Millionen Euro in die Erforschung der Künstlichen Intelligenz investieren.

Industrie 4.0: Vernetzte Fertigung mit Bosch

Das wechselkursbereinigte Umsatzwachstum liegt bei 5,4 Prozent. Negative Wechselkurseffekte in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro belasten den Umsatzausweis. „Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen haben wir 2016 unsere Wachstumsprognose erreicht“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „Bosch befindet sich inmitten des größten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte. Branchen, Märkte, Technologien – Bosch gestaltet den Wandel aktiv mit.“ Insbesondere für die Vernetzung über das Internet der Dinge (IoT) und den Wandel hin zur Elektromobilität erbringt Bosch Vorleistungen in Milliardenhöhe. 2016 erhöhte das Unternehmen die Investitionen in Forschung und Entwicklung auf rund 6,6 Milliarden Euro.

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH: "Bosch befindet sich inmitten des größten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte."

„Mit dem Geschäftserfolg von heute finanzieren wir den Erfolg in der Zukunft“, erklärte Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erreichte 2016 ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT) in Höhe von rund 4,3 Milliarden Euro. Enormes Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen im Geschäft mit intelligenten digitalen Assistenten. „Das Internet der Dinge wird persönlich. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz individualisieren wir die Vernetzung“, erläuterte der Bosch-Chef. Rund 300 Millionen Euro investiert Bosch deshalb in ein neues Zentrum für Künstliche Intelligenz und komplettiert damit seine IoT-Kompetenz.

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Künstliche Intelligenz: 300 Millionen Euro für neues Zentrum

Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der BoschGeschäftsführung: "Mit dem Geschäftserfolg von heute finanzieren wir den Erfolg in der Zukunft."

Zum Jahresbeginn nahm das neue Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) seine Arbeit auf. Ziel des Zentrums ist der Ausbau der Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. „Bosch hat mit seiner Sensorik den Dingen das Fühlen beigebracht. Jetzt bringt Bosch den Dingen das Lernen und intelligentes Handeln bei“, erklärte Denner, der in der Bosch-Geschäftsführung auch Forschung und Vorausentwicklung verantwortet. „In zehn Jahren wird kaum ein Bosch-Produkt ohne Künstliche Intelligenz denkbar sein. Entweder verfügt es selbst darüber, oder Künstliche Intelligenz hat bei der Entwicklung oder Herstellung des Produkts eine wesentliche Rolle gespielt“, sagte Denner.

Bereits in fünf Jahren sollen Produkte mit Künstlicher Intelligenz zehn Prozent des Bosch-Umsatzes erzielen. Das BCAI startet zunächst mit rund 100 Experten an den Standorten Bengaluru (Indien), Palo Alto (USA) und Renningen (Deutschland). Bis 2021 wird Bosch 300 Millionen Euro in den Ausbau investieren. Die Mitarbeiterzahl soll sich im gleichen Zeitraum vervielfachen. 

Intelligente digitale Assistenten: ein Milliardenmarkt

Bosch sieht in der Personalisierung des Internets der Dinge die nächste Entwicklungsstufe der Vernetzung. „Bosch wird mit Hilfe Künstlicher Intelligenz aus Dingen intelligente Assistenten machen. Produkte werden zum Partner, zum Begleiter, zum persönlichen Assistenten“, sagte der Bosch-Chef. Bis 2021 wird nach Prognosen der Marktforscher von Tractica die Anzahl der Nutzer digitaler Assistenten um mehr als 350 Prozent zunehmen. „Digitale Assistenten sind die Schnittstelle zum Kunden. Bosch kann mit vernetzten Produkten in direkter Beziehung zum Kunden bleiben. Je besser wir einen Nutzer kennen, desto personalisierter kann unser Service-Angebot sein“, so Denner weiter.

Roboter Kuri

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat Bosch unter anderem den Heimroboter Kuri vorgestellt. Schwerpunkt in der Entwicklung von Kuri lag in der Personalisierung, also in der Fähigkeit, mit Menschen zu interagieren. Ebenfalls gezeigt hat das Unternehmen den Assistenten Mykie, der auf die Anforderungen der Smart Kitchen zugeschnitten ist. Mykie kennt beispielsweise den Kühlschrankinhalt, schreibt selbstständig Einkaufszettel und hilft beim Kochen. Ein Concept Car hat auf der CES einen Ausblick auf den persönlichen Assistenten „Auto“ gegeben. Durch Vernetzung des Fahrzeugs können Nutzer laut einer neuen Studie von Bosch und Prognos rund 100 Stunden pro Jahr effizienter und entspannter nutzen.

Die Zukunft der Mobilität: „Vision Zero“

Stressfrei – so soll nach der Vision von Bosch der Verkehr der Zukunft sein, ebenso unfallfrei und emissionsfrei. „Null Unfälle, Null Emissionen und Null Stress – das sind unsere Ziele für die Mobilität der Zukunft“, sagte Bosch-Chef Denner. Die technischen Entwicklungen zur Erreichung dieser Ziele sind Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung. Denner weiter: „Den Wandel der Mobilität werden wir aktiv gestalten. Bosch wird ein führender Anbieter von Mobilitätslösungen sein, führend auch im Bereich der Elektromobilität.“

Bosch forscht intensiv am Durchbruch bei der Batterietechnologie, um den Masseneinsatz von elektrischem Fahren bezahlbar zu machen. In Stuttgart-Feuerbach hat das Unternehmen am Battery Campus Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Batteriezelle und Batteriepacks gebündelt. 300 Mitarbeiter arbeiten gemeinsam mit der Batterieforschung an der Industrialisierung künftiger Zelltechnologien. Jährlich investiert Bosch rund 400 Millionen Euro in die Elektromobilität. Mit seinem breiten Portfolio an serienerprobten Komponenten wie Elektromotor, Leistungselektronik und Batterien hat Bosch bereits 30 Serienprojekte realisiert. „Bosch besetzt alle Schlüsselkomponenten für das elektrische Fahren. Wir sind auf allen Märkten aktiv. Unsere Kunden sind klassische Fahrzeughersteller und neue Marktteilnehmer. Bosch ist elektromobil – schon heute“, betonte Denner.

Data Mining im Bereich Industrie 4.0 bei Bosch.

Bosch investiert auch in Zukunft in die Weiterentwicklung des klassischen Verbrennungsmotors. Mit synthetischen Kraftstoffen, sogenannten eFuels, können auch Verbrennungsmotoren ressourcenschonend und CO2-neutral fahren. „Im Jahr 2025 werden voraussichtlich über 80 Prozent der Neufahrzeuge nach wie vor mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein. Auch diese werden einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können“, so der Bosch-Chef.

Geschäftsverlauf 2016 nach Unternehmensbereichen

In der Umsatzentwicklung der Unternehmensbereiche spiegeln sich die negativen Wechselkurseffekte wider. „Wechselkursbereinigt haben alle Unternehmensbereiche außer Industrial Technology beim Umsatz teils deutlich zugelegt“, sagte Asenkerschbaumer. Der Unternehmensbereich Mobility Solutions wuchs 2016 mit nominal 5,5 Prozent stärker als die weltweite Automobilproduktion. Das wechselkursbereinigte Wachstum lag bei 7,0 Prozent. Der Umsatz betrug 2016 nach vorläufigen Zahlen 44,0 Milliarden Euro. Bei Benzineinspritzsystemen konnte Bosch mit insgesamt 250 Millionen verkauften Hochdruckinjektoren einen neuen Rekord verbuchen. Besonders erfolgreich war das Unternehmen auch mit Fahrerassistenz- und Infotainmentsystemen. Der Unternehmensbereich Consumer Goods steigerte seine Erlöse 2016 um 2,8 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 6,2 Prozent. Sowohl Power Tools als auch BSH Hausgeräte GmbH haben auch 2016 zahlreiche vernetzte Produkte vorgestellt. Der Umsatz des Unternehmensbereichs Energy and Building Technology wuchs 2016 um 0,8 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 3,2 Prozent. Die Bereiche Thermotechnology, Security Systems und Service Solutions erzielen zunehmend mehr Umsätze mit vernetzten Lösungen wie beispielsweise intelligenten Heizungen, Videotechnik und Dienstleistungen wie dem Notrufservice eCall sowie dem Concierge Service. Im Unternehmensbereich Industrial Technology liegt der Umsatz nach vorläufigen Zahlen im Jahresvergleich um 5,1 Prozent niedriger bei 6,3 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um minus 4,5 Prozent. Insbesondere die Entwicklungen in Märkten wie China, Brasilien und Russland machen dem Bereich Drive and Control Technology nach wie vor zu schaffen. Die Geschäftsentwicklung im Geschäftsbereich Packaging Technology bewegte sich 2016 ungefähr auf Vorjahresniveau.

Geschäftsverlauf 2016 nach Regionen

In Europa entwickelte sich das Geschäft der Bosch-Gruppe nach vorläufigen Zahlen 2016 sehr positiv. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen steigerte seinen Umsatz um 3,4 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 4,8 Prozent. In Nordamerika blieb der Umsatz mit 12,4 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau. Die Veränderung beträgt minus 2,0 Prozent, wechselkursbereinigt minus 1,8 Prozent. In Südamerika erhöhte die Bosch-Gruppe ihren Umsatz wechselkursbereinigt um 2,1 Prozent. Nominal ging der Umsatz um 5,7 Prozent zurück auf 1,3 Milliarden Euro. In der Region Asien-Pazifik inklusive Afrika erzielte Bosch wechselkursbereinigt einen Zuwachs von zwölf Prozent. Nominal stieg der Umsatz um 8,1 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro.

Mitarbeiteraufbau in Asien-Pazifik, Mittel- und Osteuropa sowie Deutschland

Forschungscampus Renningen.

Die Bosch-Gruppe beschäftigte zum 31.12.2016 weltweit rund 390.000 Mitarbeiter. Die Belegschaft vergrößerte sich 2016 um rund 15.000 Mitarbeiter. Regionale Schwerpunkte des Personalaufbaus waren Asien-Pazifik sowie Mittel- und Osteuropa. In Deutschland erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 2.100 Mitarbeiter.

2017: nur moderates Wachstum und stärkere Schwankungen erwartet

Für die weltweite Konjunktur erwartet Bosch 2017 nur eine moderate Steigerung um 2,3 Prozent. Konjunkturelle Risiken sieht das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen vor allem in politischen Entwicklungen in Europa und den USA. Auch 2017 will Bosch auf Wachstumskurs bleiben und stärker zulegen als die jeweiligen Märkte. Wettbewerbs- und Ergebnissituation aller Bereiche sollen weiter verbessert werden.

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