Zeiterfassung und BDE

Alles im Flow bei PTFE Nünchritz

Eine transparente Zeiterfassung, eine anbindbare Betriebsdatenerfassung und eine moderne, einfach zu administrierende Zutrittskontrolle, und das alles aus einer Hand – das wünschte sich PTFE Nünchritz. Auf einer Messe wurde der Hersteller von Dichtungen und Konstruktionselementen aus PTFE und anderen Hochleistungskunststoffen schließlich auf Gfos aufmerksam.

Los ging es in Etappen. Über einen Zeitraum von 3 Wochen wurde die Zeiterfassung in den einzelnen Abteilungen eingeführt. Dies war vor allem wichtig, da vor der Einführung von Gfos Zeiten im 3-Schicht-Modell (Früh-, Spät- und Nachtschicht), im Gleitzeitmodell sowie Mitarbeiter mit festen Arbeitszeiten manuell in Excel erfasst wurden. „Nun wird von Gfos erkannt, um welche Schicht und welches Arbeitszeitmodell es sich handelt, und Zuschläge werden automatisch dazugerechnet“, erklärt Janó Borrmann, Systemadministrator bei PTFE Nünchritz.

PTFE Nünchritz im sächsischen Glaubitz ist Hersteller von Dichtungen und Konstruktionselementen aus PTFE und anderen Hochleistungskunststoffen und zählt 130 Mitarbeiter in drei Fertigungshallen. Bilder: PTFE Nünchritz GmbH & Co. KG.

Neben der erreichten Transparenz war für den Kunststoffhersteller auch die Sicherheit ein wichtiger Faktor. Denn ein Nebeneffekt der Arbeitszeiterfassung ist, dass sich erkennen lässt, welche der insgesamt 130 Mitarbeiter sich noch im Unternehmen befinden. Im Falle eines Alarms kann so schnellstmöglich abgerufen werden, ob noch Mitarbeiter im Gebäude sind. „Da wir mindestens zweimal im Jahr einen Probealarm auslösen, konnten wir dies schon erfolgreich testen und den ganzen Prozess optimieren. Außerhalb der Hallen steht ein Drucker. Der verantwortliche Mitarbeiter löst im Falle eines Alarms einen Druckauftrag mit den entsprechenden Anwesenheiten aus. Mit Hilfe dieser Liste kontrollieren wir, ob sich alle anwesenden Mitarbeiter außerhalb des Gebäudes befinden“, erläutert Borrmann. Zusätzlich zur Zeiterfassung werden bereits Urlaube über den Workflow beantragt. Die Genehmigung erfolgt zwar zurzeit noch in Papierform, soll aber in Zukunft automatisiert werden. Die Erfassung von Abwesenheiten wie Krankheit, Berufsschule oder Dienstreisen erfolgt ebenfalls über das System.

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Kein Abtippen mehr

Laut Borrmann war vor allem die zeitliche Komponente ein Grund für die Einführung der Betriebsdatenerfassung. Das Ausfüllen und Abtippen der Lohnscheine konnte so einge-spart werden. „Durch das Abtippen der Lohnscheine ‚hinkten‘ wir in der technischen Produktionsplanung hinterher, da die Lohnscheine erst am nächsten Tag erfasst und aus der Kapazitätsplanung herausgenommen wurden“, hebt Borrmann hervor. Die Umstellung schaffte Transparenz in der Produktion. Zuvor nicht erfasste Prozesse, die jedoch einen Materialverbrauch aufwiesen, konnten als Produktionsauftrag angelegt werden. Insgesamt konnte so produktionsplanungs- und ablauftechnisch eine Verbesserung erzielt werden.

Die Prüfung gepresster bzw. extrudierter Halbzeuge dokumentiert den ordnungsgemäßen internen Verarbeitungsprozeß in der Halbzeugfertigung bei PTFE Nünchritz.

Zudem erfolgte die Anbindung einer Waage, auf der die Werker der PTFE Nünchritz ihren Bottich mit dem PTFE-Pulver vor und nach dem Arbeitsgang wiegen. Die Differenz wird dann automatisch als Verbrauch an das ERP-System verbucht. Dadurch werden nun zahlreiche Korrekturbuchungen eingespart, weil auch Fertigungstoleranzen beziehungsweise Verlustmengen vorliegen, die vorher nicht richtig erfasst wurden. Vor der Anbindung der Waage waren oft Bestände, die zur Verfügung stehen sollten, nicht mehr da, weil sie nicht richtig verbucht wurden. Dies hatte zur Folge, dass das benötigte Grundmaterial fehlte, sich dadurch der Fertigungsprozess verzögerte und die Liefertermine nicht eingehalten wurden. „Zur Einhaltung der Liefertreue ist die Anbindung der Waage ein entscheidender Schritt“, so Janó Borrmann.

Verbesserungen wurden neben dem Zeitbereich auch hinsichtlich der Maschineneffizienz erzielt. Heute wird bei PTFE regelmäßig überwacht, welche Maschinen wie und wann genutzt werden. Denn vor allem die neuen, effizienteren Maschinen sollen vorrangig im Fertigungsprozess eingesetzt werden. Eine Analyse gab Aufschluss darüber, dass vor allem die alten, liebgewonnen, aber langsameren Maschinen bevorzugt von den Werkern verwendet wurden. Durch die präferierte Nutzung der neueren Maschinen konnte die Fertigungsdauer verkürzt, mehr produziert und dadurch den Kunden dieselben Produkte günstiger angeboten werden. Zudem wird die Betriebsdatenerfassung auch zur Qualitätssicherung genutzt. Im Falle einer Reklamation kann nun nachvollzogen werden, auf welcher Maschine ein Teil produziert wurde. Fehlerquellen an den Maschinen werden direkt behoben. Die vor kurzem erfolgreich eingeführte Zutrittskontrolle über Gfos löste ein ähnliches, aber veraltetes Konzept mit Tipkeys ab. Dieses erlaubt ebenso die Scharfschaltung der Alarm- oder Einbruchmeldeanlage. „Allerdings“, so Borrmann, „konnten Berechtigungen nur durch die Errichterfirma vor Ort erteilt oder geändert werden. Nun können wir Berechtigungen problemlos schnell selbst ändern oder neu vergeben. Zudem war es ein großes Problem, wenn Tipkeys verloren gingen. Einzelne Berechtigungen konnten nicht zentral über ein System entzogen werden. Die Lesegeräte wurden alle einzeln vor Ort angelernt und gingen auch nach und nach aufgrund von Umwelteinflüssen kaputt.“ Nun profitiert PTFE Nünchritz vor allem von der einfachen Datenpflege. Neue Mitarbeiter oder auch Praktikanten werden im Personalstamm mit ein paar Eingaben angelegt, ihnen wird eine Ausweisnummer zugewiesen und die Zutrittsberechtigungen werden mittels Haken gesetzt.

Werkzeuge im Blick

Ein speziell für PTFE Nünchritz entwickeltes Werkzeugshuttle ist gerade in Planung und soll in Kürze eingeführt werden. Mit der zukünftigen Werkzeugshuttleanbindung an Gfos soll automatisch erkannt werden, wie viele Werkzeuge in welchem Fach bereitliegen, welche entnommen und welche verbraucht wurden. Durch die neu programmierte Schnittstelle soll dann automatisch das entsprechende Fach angefahren werden. „Die Arbeit mit dem Gfos-Berater hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn in den Workshops manchmal heftig diskutiert wurde, um am Ende zu richtig guten Ergebnissen zu kommen“, so Borrmann.

Fazit: „Durch die Einführung von Gfos haben wir Transparenz in der Zeiterfassung geschaffen, dadurch unsere Arbeitssicherheit erhöht und unsere Lohndatenaufbereitung erheblich vereinfacht. Auch in der Produktion hat die Transparenz dazu geführt, dass wir eine bessere Produktionsplanung und optimierte Prozesse erreicht haben sowie qualitativ hochwertigere Daten im BDE-Bereich. Insgesamt ersparen wir uns nun die manuelle Erfassung und das Abtippen“, fasst Borrmann zufrieden zusammen. kf

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