Crouching Yeti

„Crouching Yeti“ zielt auch auf Industrie ab

Die Experten von Kaspersky Lab haben Teile der Infrastruktur der bekannten russischsprachigen APT-Gruppe „Crouching Yeti“ – auch bekannt als Energetic Bear – aufgedeckt, darunter kompromittierte Server auf der ganzen Welt.

Kaspersky Lab hat bereits für die zweite Jahreshälfte 2017 viele Cyberattacken gegen Organisationen aus den Branchen Energie sowie Maschinenbau und ICS-Integration gemeldet.

Crouching Yeti ist eine russischsprachige APT-Gruppe (Advanced Presistent Threat), die die Experten von Kaspersky Lab seit dem Jahr 2010 auf dem Radar haben. Bekannt ist sie vor allem dafür, weltweit auf Unternehmen im Industrieumfeld mit Schwerpunkt auf Energieanlagen abzuzielen – mit dem Ziel, sensible Daten zu stehlen. Die Gruppe setzt oftmals auf so genannte Wasserlochangriffe. Hierfür versehen die Angreifer Websites mit einem Link, der Nutzer auf einen schädlichen Server umleitet.

Die Experten von Kaspersky Lab haben eine Reihe von Servern entdeckt, die von der Gruppe kompromittiert wurden und zu verschiedenen Organisationen mit Sitz in Russland, den USA, der Türkei und europäischen Ländern gehören. Dabei sind diese Server nicht ausschließlich auf Industrieunternehmen beschränkt. In den Jahren 2016 und 2017 wurden diese für verschiedene Zwecke missbraucht – neben Wasserlöchern wurden sie in einigen Fällen als Vermittler für Angriffe auf andere Ressourcen eingesetzt.

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Angriffe von Dritten beauftragt?

„Crouching Yeti ist eine berüchtigte russischsprachige Gruppe, die seit vielen Jahren aktiv ist und immer noch erfolgreich Industrieunternehmen durch Wasserlochangriffe und andere Techniken attackiert“, so Vladimir Dashchenko, Head of Vulnerability Research Group bei Kaspersky Lab ICS CERT. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Gruppe Server nicht nur für die Einrichtung von Wasserlöchern, sondern auch für weitere Scans kompromittiert und aktiv Open-Source-Tools eingesetzt hat, die die Identifizierung im Nachhinein erschweren. Die Aktivitäten der Gruppe wie beispielsweise das anfängliche Sammeln von Daten, der Diebstahl von Authentifizierungsdaten und das Scannen von Ressourcen werden genutzt, um weitere Angriffe zu starten. Die Vielfalt der infizierten Server und gescannten Ressourcen deutet darauf hin, dass die Gruppe im Interesse von Dritten agieren könnte.“

Internationale Websites wurden gescannt

Bei der Analyse infizierter Server haben die Experten zahlreiche Websites und Server identifiziert, die von Organisationen in Russland, den USA, Europa, Asien und Lateinamerika verwendet wurden. Die Angreifer hatten diese mit verschiedenen Tools gescannt, um möglicherweise einen Server zu finden, den sie kompromittieren und ihre Werkzeuge hosten können, um anschließend einen Angriff zu konzipieren. Einige der gescannten Seiten könnten für die Angreifer als Kandidaten für Wasserlöcher von Interesse gewesen sein. Die Palette der Websites und Server, die die Aufmerksamkeit der Eindringlinge auf sich gezogen hat, ist umfangreich. Laut den Sicherheitsexperten haben die Angreifer zahlreiche Websites unterschiedlicher Art gescannt: darunter Online-Shops sowie Online-Dienstleister, öffentliche Organisationen, NGOs, Fertigungsunternehmen und viele andere.

Die Sicherheitsforscher stellten zudem fest, dass die Gruppe öffentlich zugängliche schädliche Tools zur Analyse von Servern und zum Auffinden und Sammeln von Informationen nutzte. Außerdem wurde eine modifizierte sshd-Datei mit einer vorinstallierten Backdoor entdeckt. Diese konnte mit einem „Master-Passwort“ autorisiert werden und wurde verwendet, um die ursprüngliche Datei zu ersetzen.

So schützen sich Unternehmen

Organisationen sollten laut Kaspersky Lab umfassende Maßnahmen gegen aktuelle Bedrohungen implementieren, die aus dem Einsatz dedizierter Sicherheitslösungen für die Erkennung gezielter Angriffe und Vorfallreaktion sowie Expertenservices und Threat Intelligence besteht. Als Teil von Kaspersky Threat Management and Defense erkennt die Anti-Targeted-Attack-Plattform Angriffe in einem frühen Stadium, indem sie verdächtige Netzwerkaktivitäten analysiert, während Kaspersky Endpoint Detection and Response eine verbesserte Sichtbarkeit der Endpunkte, Ermittlungsmöglichkeiten und Automatisierung der Reaktion bietet. Diese werden durch globale Threat Intelligence und Kaspersky-Expertenservices mit Spezialisierung auf Threat Hunting und die Reaktion auf Vorfälle ergänzt.

Wie erkennt man eine Crouching-Yeti-Infektion?

Zuverlässige Antiviren-Produkte, wie z. B. Kaspersky Anti-Virus, können die Bedrohung identifizieren. Kaspersky-Produkte erkennen die in der Crouching-Yeti-Kampagne eingesetzte Malware mit folgenden Bedrohungsdefinitionen:

● Trojan.Win32.Sysmain.xxx
● Trojan.Win32.Havex.xxx
● Trojan.Win32.ddex.xxx
● Backdoor.MSIL.ClientX.xxx
● Trojan.Win32.Karagany.xxx
● Trojan-Spy.Win32.HavexOPC.xxx
● Trojan-Spy.Win32.HavexNk2.xxx
● Trojan-Dropper.Win32.HavexDrop.xxx
● Trojan-Spy.Win32.HavexNetscan.xxx
● Trojan-Spy.Win32.HavexSysinfo.xxx

Wie kann ich mich vor Crouching Yeti schützen?

● Halten Sie Ihre Software immer auf dem neuesten Stand. Bisher verwendete Crouching Yeti keinerlei Zero-Day-Exploits – der Großteil der bisherigen Infektionen hätte sich also durch die bloße Aktualisierung der Drittanbietersoftware verhindern lassen.
● Installieren Sie eine Sicherheitslösung, und halten Sie sie immer auf dem neuesten Stand, um Vireninfektionen zu vermeiden.
● Auch Weiterbildung ist ein wichtiger Aspekt der Sicherheit, insbesondere in Hinsicht auf Spear-Phishing.

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