Vakuum-Greifer

Spinne im Einsatz

Die Roboter des Schweizer Automatisierungsspezialisten Güdel haben nichts gegen Spinnen, solange sie als Greifer an der richtigen Stelle sitzen. Für den auf Dachkonstruktionen spezialisierten Holzverarbeiter Erne entwickelte das Unternehmen einen Portalroboter, an dem eine Saugspinne von Schmalz zum Einsatz kommt.

Erfolgreiches Team (v.l.n.r.): Thomas Wehrle, CTO und Mitglied der Geschäftsleitung Erne AG, Rocco Montalenti, General Manager BU Technologies Güdel Langenthal, Christian Landis, Geschäftsführer Schmalz Schweiz.

Für die Produktion von Böden und Decken setzt der Holzverarbeiter Erne schon seit einigen Jahren eine automatisierte Anlage ein. „Als wir eine Anfrage der ETH Zürich erhielten, geschwungene Deckenelemente aus Kanthölzern zu fertigen, war schnell klar, dass eine solche Anlage nicht nur Wände, sondern auch Sonderkonstruktionen produzieren muss“, schildert Thomas Wehrle. Das Mitglied der Geschäftsleitung erkannte schnell, dass eine Standardanlage wegen der anspruchsvollen Anforderungen nicht in Frage kam. Der Automatisierungsspezialist Güdel mit Sitz in Langenthal im Kanton Bern liefert abgestimmte und parametrisierte Handling- und Produktionseinheiten, die sich leicht in Prozesse integrieren lassen. Die Partner waren sich schnell einig: Die vorgeschlagene Portalanlage deckt einen großen Arbeitsbereich ab und erfüllt die erforderlichen Freiheitsgrade. Für Handlingaufgaben kommen Vakuum-Greifer von Schmalz zum Einsatz. Gemeinsam führten die Projektpartner Schmalz und Güdel vor Ort Tests an Materialien wie Grobspanplatten (OSB) sowie Gipsfasern und mitteldichten Faserplatten (MDF) durch. Dabei lernten die Projektbeteiligten durchaus noch dazu: „Unsere MDF und Gipsfaserplatten sind stark durchlässig und erfordern eine spezielle Greiferlösung. Das hat mich überrascht“, schildert Wehrle.

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Mit Hilfe des Linearportals mit einer Länge von 53 Metern und einer Breite von 12,40 Metern lassen sich Wände, Decken, Fassaden oder konstruktive Bauteile herstellen. Das Portal holt sich je nach Bedarf verschiedene Aufsätze, die sägen, fräsen, schrauben oder nageln. Darüber hinaus führt der Roboter Kantholz zum Beschnitt an der Kreissäge zu. Die Anlage verarbeitet bis zu 48 Meter lange, 5,60 Meter breite und 1,40 Meter hohe Werkstücke. Den Transport der großformatigen Holzplatten übernimmt eine an der Portalanlage befestigte Saugspinne von Schmalz. Das System nimmt die Platten vom Stapel auf und führt sie präzise der Bearbeitungsstation zu. Die Spinnen sind hoch flexibel. Schmalz konfiguriert seine Lösungen aus mehr als 3.500 Bausteinen – individuell zugeschnitten auf die jeweiligen Kundenanforderungen. Aufgrund der unterschiedlichen Werkstück-Beschaffenheit empfahlen die Systemberater von Schmalz bei diesem Projekt den Einsatz von acht Saugplatten. Insbesondere das Abstapeln der verschiedenen Materialien vom Stapellager wurde über verschiedene Techniken mit nur einem Greifer zuverlässig gelöst.

Mit der Gesamtleistung der Portalanlage ist Erne zufrieden: „Die Technologie macht uns kreativer und flexibler. Wir können so die Wünsche der Kunden erfolgreich umsetzen“, schildert Wehrle. Die Schweizer haben mit ihrer automatisierten Fertigung die Positionierung am Markt gestärkt. Der Portalroboter schneidet schnell und präzise, kantet sauber ab und transportiert die unterschiedlich großen Holzelemente zuverlässig. Das sorgt für eine wirtschaftliche Bearbeitung. ee

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