Kuka-Quartalszahlen

Andrea Gillhuber,

Auftragseingang und Umsatz sinkt, EBIT steigt

Kuka verzeichnet im dritten Quartal (Q3/2019) einen Rückgang im Auftragseingang von 16,7 Prozent gegenüber Q3/2018. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte aber deutlich verbessert werden. Grund dafür ist Kukas Effizienzprogramm.

Peter Mohnen, Vorstandsvorsitzender der Kuka AG. © Kuka AG

Kuka konnte im dritten Quartal 2019 sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 26,4 Millionen Euro auf 35,6 Millionen Euro steigern. Die EBIT-Marge liegt damit bei 4,3 Prozent (Q3/2018: 3,1 Prozent). Als Gründe für das positive Ergebnis nennt das Unternehmen die zu Jahresbeginn eingeleiteten Effizienzmaßnahmen. Peter Mohnen, Vorstandsvorsitzender der Kuka AG: „Wir haben mit einem Effizienzprogramm frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um Kuka in wirtschaftlich turbulenten Zeiten zu stabilisieren. Dennoch bleiben die konjunkturellen Rahmenbedingungen weiterhin schwierig. Deshalb werden wir diesen Kurs auch konsequent weiterverfolgen.“

Im vierten Quartal erwartet der Konzern Belastungen des EBIT durch die Restrukturierung eines Teilbereich im Geschäftsbereich Robotics, der für automatisierte Fertigungslösungen wie Zellen und Sondermaschinen zuständig ist. Aufgrund dessen passt der Konzern seine Prognose für das Geschäftsjahr 2019 an: Er erwartet nun einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro, dennoch sollte die EBIT-Marge inklusive aller Reorganisationsaufwendungen über dem Vorjahresniveau von 1,1 Prozent liegen.

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Automobil und Electronics schwächeln

Dennoch verzeichnet der Konzern im Q3/2019 einen Rückgang im Auftragseingang von 16,7 Prozent auf 624,8 Millionen Euro (Q3/2018: 750,1 Millionen Euro). Ursachen sind unter anderem in der anhaltend schwächelnden Konjunktur sowie in handelspolitischen Unsicherheiten zu finden. Diese sorgen dafür, dass Kunden Investitionen zurückhalten, so das Unternehmen. Außerdem spürt das Unternehmen die Zurückhaltung in der Automobil- und Elektronikindustrie; besonders betroffen sind dadurch die Kuka-Geschäftsbereiche Systems, Robotics und China. Die Umsatzerlöse sanken leicht um 2,1 Prozent auf 832,9 Millionen Euro (Q3/2018: 851,0 Millionen Euro). Das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen, sprich: Book-to-Bill-Ratio, betrug im abgelaufenen Quartal 0,75 (Q3/2018: 0,88), was einem Rückgang von 0,13 entspricht.

Aussicht 2019

In den ersten neun Monaten betrug der Auftragseingang kumuliert 2,434 Milliarden Euro und lag damit 6,8 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging im Vergleich zu den ersten neun Montagen 2018 um 3,1 Prozent auf 2,373 Milliarden Euro zurück.Die Book-to-Bill-Ration lag für den Zeitraum von Januar bis September bei 1,03 (9M/208: 1,07). Das EBIT ging von 93,9 Millionen Euro (9M/2018) auf 81,4 Millionen Euro zurück; die EBIT-Marge sank von 3,8 Proznt auf 3,4 Prozent. Im Vorjahr wirkte sich der Verkauf von Unternehmensanteilen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags positiv auf das Ergebnis aus. Im laufenden Geschäftsjahr resultierte der Wechsel der Konsolidierungsmethode in Erträgen. Werden beide Effekte eliminiert, läge das Ergebnis der ersten neun Monate 2019 über dem des Vorjahres, so das Unternehmen.

Geschäftsbereich Robotics

Im dritten Quartal 2019 erwirtschaftete das Segment Robotics Auftragseingänge in Höhe von 215,4 Millionen Euro, was einem Rückgang von 27,5 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahres entspricht (Q3/2018: 297,0 Millionen Euro). Der Umsatz sank von 379,7 Millionen Euro in Q3/2018 um 19,0 Prozent auf 307,7 Millionen Euro in Q3/2019. Die Book-to-Bill-Ratio lag bei 0,70 (Q3/2018: 0,78). Aufgrund der anhaltend schwierigen Lage der Weltwirtschaft halten sich Kunden mit Investitionen weiterhin zurück. So wirkte sich das niedrigere Umsatzvolumen auch auf das Ergebnis aus. Das EBIT lag bei 25,5 Millionen Euro nach 37,1 Millionen Euro in Q3/2018. Entsprechend reduzierte sich die EBIT-Marge von 9,8 Prozent in Q3/2018 auf 8,3 Prozent in Q3/2019. Die Details der im September angekündigten Restrukturierung eines Teilbereichs von Robotics werden im vierten Quartal erarbeitet. KUKA rechnet mit einer deutlichen Belastung im EBIT ab dem vierten Quartal, die sich auch auf das Gesamtjahresergebnis auswirken wird.

Die Auftragseingänge in den ersten neun Monaten 2019 beliefen sich auf 822,3 Millionen Euro, was einem Rückgang von 14,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht (9M/2018: 963,9 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse sanken um 7,2 Prozent von 937,5 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2018 auf 870,0 Millionen Euro in 9M/2019. Die Book-to-Bill-Ratio lag mit 0,95 unter dem Vorjahreswert von 1,03. Das EBIT in den ersten neun Monaten belief sich auf 60,9 Millionen Euro, was einer EBIT-Marge von 7,0 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres erwirtschaftete das Business Segment Robotics ein EBIT in Höhe von 105,3 Millionen Euro mit einer EBIT-Marge von 11,2 Prozent. 

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