Software-Interface von Fanuc

Andrea Gillhuber,

Roboter programmieren leicht gemacht

Um das Setup und die Programmierung von Robotern zu erleichtern, hat Fanuc den iRProgrammer entwickelt, ein Software-Interface, das auf Tablets oder Notebooks läuft. Ursprünglich für den Einsatz an den neuen Scara-Robotern entwickelt, ist die Programmiersoftware nun auch für alle Roboter von Fanuc freigegeben. Von Bernhard Foitzik
Ursprünglich war der iRProgrammer als Tool für die Programmierung der neuen Fanuc Scaras entwickelt worden. © Fanuc

Zum ersten Mal zeigte der Roboterspezialist Fanuc den iRProgrammer auf dem Open House im Dezember beim Einsatz an größeren Robotern aus dem Programm von Fanuc. Entwicklungsansatz für den iRProgrammer war, eine preiswerte und gleichzeitig einfache Programmiermöglichkeit zu schaffen. 

Gerade im Betriebsalltag kann ein Tablet-PC aufgrund seiner im Vergleich zu einem herkömmlichen Programmierhandgerät geringeren Masse die Arbeit tatsächlich deutlich erleichtern. Nico Herrmann, Technical Manager Robotics im Technologiezentrum bei Fanuc Deutschland, sieht im iRProgrammer auf jeden Fall eine Ergänzung zum IPendant, wie das Programmierhandgerät bei Fanuc heißt: „Der iRProgrammer ist ein Tool, das ideal geeignet ist, um Programmänderungen an bestehenden Anlagen vorzunehmen.“

Fokus auf Benutzerfreundlichkeit

Im Wesentlichen sind drei Arten von Operationen vorgesehen: das Erstellen und Editieren von Roboterprogrammen, die Ausführung dieser Programme und die Änderung von Basiseinstellungen. In die entsprechenden Menüoberflächen sind zahlreiche von modernen PC-Oberflächen oder Smartphones bekannte Elemente „eingebaut“. Insofern ist die Oberfläche vertraut – eine nicht unwesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz einer Programmiersoftware. So unterstützt der iRProgrammer einen Programmierer beim Erstellen eines Programms auch dadurch, dass bei Eingabe des Anfangsbuchstabens eines Befehls in einem eigenen Fenster alle Befehle mit diesem Anfangsbuchstaben angezeigt werden. Dann lässt sich eine Programmzeile entweder manuell vervollständigen oder per Drag & Drop ins Fenster des Editors ziehen. Übrigens werden mögliche Tippfehler bei der manuellen Eingabe vom System geprüft und nachgefragt.

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In einem eigenen Fenster gibt es Software-Keys, um dem Roboter Bewegungen vorzugeben, entweder über „+/–“-Tasten für jede einzelne Achse oder über eine Art virtuelles Handrad, mit dem der Roboter im Raum verfahren werden kann. Ursprünglich war der iRProgrammer als Tool für die Programmierung der neuen Fanuc Scaras entwickelt worden. Inzwischen lassen sich prinzipiell selbst die Schwerlastroboter der Serie M-2000i über diese Software prorammieren.

Webbasierte Programmierung ohne zusätzliche Software

Einfache Roboterprogrammierung per Tablet mit dem iRProgrammer von Fanuc. © Fanuc

Die Programmierung erfolgt webbasiert. Genutzt wird dazu das Web-Interface, das in jedem Controller integriert ist. Der Zugriff auf den iRProgrammer erfolgt einfach über gängige Webbrowser wie Safari oder Chrome, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wie bei Fanuc üblich, ist auch hinsichtlich der Zertifizierung der Steuerung auf einen weltweiten Einsatz ohne zusätzliche Kosten geachtet worden: Der gelieferte Controller R-30iB Compact Plus unterstützt sowohl die CE- als auch die NRTL-Kennzeichnung.

Auf dem PC beziehungsweise auf dem Tablet selbst muss keine zusätzliche Software installiert werden. Über eine Webseite wird die IP-Adresse des Roboters angesprochen – und sie kann nur über ein definiertes Tablet angesprochen werden. So wird verhindert, dass unbefugt auf den Roboter zugegriffen werden kann. Als weiteres Sicherheitsmerkmal dient die Master-Slave-Definition zwischen Tablet und einem vorhandenen iPendant. Dabei gilt das Teach Pendant immer als Mastereinheit. Jegliche Aktion über das Programmierhandgerät hat Vorrang vor dem Tablet. Nico Hermann: „Wir empfehlen, mit dem Tablet in der Nähe eines Notaus-Schalters zu programmieren.“ Denn einen Notaus-Taster hat ein solcher Handheld-PC im Gegensatz zu einem klassischen Programmiergerät nicht. Für kleinere Programmieraufgaben im Betriebsalltag ist das auch nicht erforderlich, denn dann sind an einer Zelle oder an einer Anlage ohnehin alle für den Betrieb erforderlichen Sicherheitseinrichtungen vorhanden und betriebsbereit. Übrigens: Den iRProgrammer gibt es als Programmiertool auch für die kollaborativen Roboter der CR-Serie von Fanuc.

Der iRProgrammer soll nicht unbedingt das Teach-Pendant ersetzen. Gerade beim Aufbau einer Zelle oder Linie oder bei der Inbetriebnahme sind häufig noch nicht alle Schutzvorrichtungen komplett installiert.

Bernhard Foitzik im Auftrag von Fanuc / ag

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