Vakuum-Greifer

Intelligenz im Vakuum

Digitalisierung und elektronische Vernetzung verändert Prozesse und Geschäftsmodelle. Schmalz bietet jetzt sogar die Überwachung von Vakuum-Greifern via App mit dem Smartphone an. Das soll die Inbetriebnahme-Zeit um bis zu 75 Prozent senken. Darüber hinaus lassen sich zusätzliche Anzeige- und Eingabe-Module an den Greifsystemen sparen und die Beschaffungskosten um bis zu 40 Prozent senken.

Das Gateway verbindet IO-Link-Devices unterschiedlichster Hersteller mit dem Feldbus und der Datenwelt – „Plug & Play“ und ohne jeden Aufwand.

„Für uns steht gar nicht so sehr der Begriff der ‚Digitalisierung‘ im Mittelpunkt. Entscheidend ist vielmehr, was sich unsere Kunden dadurch erhoffen“, sagt Walter Dunkmann, Leiter Geschäftsfeld Vakuum-Automation bei Schmalz. Im Kern geht es darum, Produktionsprozesse flexibler und transparenter zu gestalten – und zwar in bestehenden genauso wie in neuen Segmenten und Industriezweigen.

Für Hersteller von Greifsystemen erfordert die E-Mobilität bei Fahrzeugen ein Umdenken. Sie müssen flexible Endeffektoren anbieten, die mit Hybrid- wie mit Elektromotoren umgehen können. Dieser Mix erhöht die Komplexität der Ansteuerung und Überwachung dieser Endeffektoren deutlich. Bereits 2008 brachte Schmalz Vakuum-Erzeuger mit IO-Link als Kommunikationsschnittstelle auf den Markt. Die Vakuum-Erzeuger sind in allen Feldbussen sichtbar und lassen sich via IO-Link je nach Anforderung entsprechend parametrieren. Sie sind seit vielen Jahren etabliert, denn sie liefern den Kunden bei der Prozessüberwachung und -steuerung einen erkenn- und messbaren Mehrwert. Funktionen zur Energie- und Prozesskontrolle ermöglichen beispielsweise eine ressourceneffiziente Nutzung der Komponenten oder eine frühzeitige Wartung von Greifsystemen. Schmalz hat sein Programm an solchen Smart Field Devices, also intelligenter Vakuum-Komponenten, in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Heute gibt es eine ganze Bandbreite smarter, mechatronischer Komponenten und Systembaugruppen, vom einzelnen Vakuum-Erzeuger über Vakuum-Terminals mit mehreren verblockten Ejektoren bis hin zum intelligenten Nadelgreifer.

Anzeige

Es geht also darum, mittels Vernetzung die immer komplexeren Prozesse transparenter und Produkte einfacher bedienbar zu machen. Andererseits braucht die Industrie durchgängig digitale Prozesse – von der Konstruktion über die Inbetriebnahme und den Betrieb eines Greifsystems bis hin zu Service-Angeboten. Deshalb brauchen intelligente Systemen auch „kluge“ Kommunikationsschnittstellen, über die sich Greifsysteme einfach und schnell integrieren, parametrieren und bedienen lassen. Umgekehrt sind die besten Feldgeräte nutzlos, wenn sie nur Daten sammeln, diese aber nicht zielgruppengerecht aufbereitet, passend zur Verfügung stellen und so nutzbar machen.

Smartphone als Steuerungshilfe

Die Entwicklung bei Schmalz geht deshalb noch weiter. Das Unternehmen rüstet seine mechatronischen Komponenten und Systeme sukzessive mit NFC (Near Field Communication) aus. Den Auftakt machte bereits 2015 der Vakuum- und Druckschalter VSi, weitere Geräte folgten und sind bereits auf dem Markt. Wichtige Daten werden nun direkt aus dem Prozessor eines Feldgeräts ausgelesen und beispielsweise am Smartphone zur Verfügung gestellt. „Die Devices sprechen Klartext mit dem Anwender – im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Walter Dunkmann. Steht ein Greifsystem still, liefern sie eindeutige Hinweise zur Fehlerquelle.

Über eine eigene Service-App lassen sich Smart Field Devices einfach via Mobilgerät parametrieren.

Mit einer eigenen Service-App schafft Schmalz außerdem ein neues Geschäftsmodell: Das Unternehmen bietet die App künftig direkt über den Google Play-Store an. In der kostenlosen Version liest die App Daten aus den Smart Field Devices aus. Zudem bietet Schmalz ab Herbst ein Lizenzmodell für eine schreibende Version der App. Mit dieser Version lassen sich Smart Field Devices wie der Vakuum- und Druckschalter VSi, der elektrische Vakuum-Erzeuger ECBP oder das Compact-Terminal SCTMi einfach und schnell via Mobilgerät parametrieren. Schritt für Schritt rüstet Schmalz nun weitere Geräte für eine Bedienung per App aus, beispielsweise sämtliche intelligenten Vakuum-Ejektoren. Die Inbetriebnahme-Zeit für einen Vakuum- und Druckschalter beispielsweise sinkt damit um bis zu 75 Prozent. Das Gerät wird dazu einfach per NFC gescannt, im Anschluss lassen sich mit der App die gewünschten Werte übertragen – intuitiv und innerhalb von Sekunden. Durch die externe Steuerung über die App-Oberfläche lassen sich zusätzliche Anzeige und Eingabe-Module an den Greifsystemen sparen, die Beschaffungskosten sinken um bis zu 40 Prozent.

Zum 1. Januar 2017 hat Schmalz die GPS Gesellschaft für Produktionssysteme übernommen. Unter der Produktmarke Sicon entsteht eine plattformunabhängige Box als Gateway für Prozess- und Anwendungsdaten. Das Gateway verbindet IO-Link-Devices unterschiedlichster Hersteller mit dem Feldbus und der Datenwelt – „Plug & Play“ und ohne jeglichen Aufwand. Es greift Echtzeit-Kommunikationsdaten in Richtung Steuerung ab und stellt diese über verschiedene Protokolle wie OPC UA, MQTT oder auch HTTP in der Cloud zur Verfügung. „Damit ist auch die letzte Lücke geschlossen: Von der Feldebene bis in die Cloud sind nun sämtliche Prozesse beim Greifen digital abbildbar“, so Walter Dunkmann. Aus intelligenten Smart Field Devices werden wichtige Lieferanten für Daten, die dem Anwender zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und in der passenden Darstellung zur Verfügung stehen. Funktionen wie Condition Monitoring oder auch Predictive Maintenance kommen hierdurch erst richtig zu Wirkung.

Dank Vernetzung lassen sich die Produkte sehr einfach in die Produktionsumgebung der Kunden integrieren und mit geringem Aufwand in Betrieb nehmen. Funktionen zur Zustandsüberwachung oder für vorausschauende Wartung beugen Anlagenstillständen vor und sparen bares Geld. bs

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Planetengetriebe

Für hohe Radiallasten

Zur Motek hat Neugart das Planetengetriebe NGV vorgestellt, das gezielt auf den Einsatz in fahrerlosen Transportfahrzeugen (engl. Abk. AGV) zugeschnitten ist. Dabei sind die Lager so ausgeführt und platziert, dass sie am Abtrieb hohe Radiallasten...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Monitoring-Software

Kennzeichnungsanlagen kontrollieren

Mit der neuen Monitoring-Software „Bluhmware Cockpit Software“ lassen sich per Ethernet und WLAN ansteuerbare Kennzeichnungsanlagen von Bluhm Systeme kontrollieren und steuern. Etwa sind Materialstand oder Ist-Zustand der einzelnen Systeme...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Sicherheitszuhaltung

Zuhaltekraft von 10.000 N

Die Sicherheitszuhaltung AZM400 mit einer Zuhaltekraft von 10.000 N zeigt Schmersal auf der Motek. Aufgrund des zweikanaligen Entsperrsignals erreicht diese Sicherheitszuhaltung die Leistungswerte PL e beziehungsweise SIL 3.

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem SCOPE Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite